Apachen (1973) – DEFA-Indianerfilm über Verrat, Massaker und Vergeltung
„Apachen“ ist ein DEFA-Indianerfilm aus dem Jahr 1973 und der achte Film der bekannten DEFA-Indianerfilmreihe. Regie führte Gottfried Kolditz, die Hauptrolle des Apachenhäuptlings Ulzana übernahm Gojko Mitić. Der Film verbindet Abenteuer, dramatische Konflikte und eine Geschichte über Verrat, Gewalt und Vergeltung.
Kurz gesagt: Ein packender DEFA-Indianerfilm über friedliche Koexistenz, Goldgier, Verrat und ein brutales Massaker, das Ulzana zu einem erbarmungslosen Rachefeldzug zwingt.

Filmdaten
| Titel | Apachen |
|---|---|
| Originaltitel | Apachen |
| Jahr | 1973 |
| Regie | Gottfried Kolditz |
| Genre | Indianerfilm / Western / Abenteuer / Drama |
| Hauptdarsteller | Gojko Mitić, Milan Beli, Rolf Hoppe |
| Produktion | DEFA – Studio für Spielfilme |
| Produktionsland | DDR |
| Drehorte | Rumänien und Usbekistan |
Handlung
Mexiko im Jahr 1840: Die Mimbreño-Apachen leben zunächst friedlich mit den mexikanischen Bewohnern der Region zusammen. Auf ihrem Gebiet wird Kupfer abgebaut. Im Gegenzug erhalten die Apachen Nahrungsmittel und andere Waren. Einmal im Jahr veranstaltet der Minenbesitzer Ramon ein Fest für den Stamm.
Doch die Entdeckung großer Silbervorkommen verändert die Situation. Amerikanische Skalpjäger werden von der Aussicht auf schnellen Reichtum angelockt. Sie setzen Ramon unter Druck und nutzen schließlich das jährliche Fest, um die unbewaffneten Apachen zu überfallen. Das friedliche Fest endet in einem blutigen Massaker.
Nur wenige Apachen überleben den Angriff. Unter ihnen ist Ulzana. Zusammen mit einem weiteren Apachenstamm nimmt er den Kampf gegen die Verantwortlichen auf. Zunächst zerstören die Krieger die mexikanische Mine und vernichten deren Vorräte. Anschließend verfolgen sie die amerikanischen Skalpjäger und nehmen deren Anführer Johnson gefangen.
Währenddessen fliehen die mexikanischen Minenarbeiter mit ihren Familien aus der Region. Ulzana und seine Männer greifen den Treck an und zerstören einen großen Teil der Wasservorräte. In der glühenden Hitze bricht Panik aus. Der Kampf um das lebenswichtige Wasser führt zu Chaos und zahlreichen Todesopfern.
Ein amerikanischer Spähtrupp entdeckt den gefesselten Johnson und befreit ihn. Bei der erneuten Verfolgung gerät schließlich auch Ulzana in Gefangenschaft und wird ausgepeitscht. Die Skalpjäger hoffen auf Unterstützung durch die amerikanische Armee, doch diese greift nicht zu ihren Gunsten ein.
Als die Apachen das Lager der Skalpjäger umzingeln, kommt es zum entscheidenden Angriff. Im letzten Zweikampf stellt sich Ulzana seinem Erzfeind Johnson. Er tötet ihn und lässt ihn in einer brennenden Hütte zurück. Die Vergeltung für das Massaker von Santa Rita ist vollendet.
Hintergrund
„Apachen“ entstand 1973 als achter Indianerfilm der DEFA und gehört zur großen Reihe von Produktionen, mit denen Gojko Mitić in der DDR zum Publikumsliebling wurde. Regie führte Gottfried Kolditz.
Der Film entstand mit internationaler Unterstützung. Gedreht wurde unter anderem in Rumänien und Usbekistan. Die dortigen Landschaften boten die weitläufige Kulisse für die dramatische Geschichte der Mimbreño-Apachen.
Wie viele DEFA-Indianerfilme verbindet „Apachen“ eine klassische Abenteuergeschichte mit einer gesellschaftlich-politischen Perspektive. Die Handlung stellt den Gegensatz zwischen friedlichem Zusammenleben und rücksichtsloser Ausbeutung besonders deutlich heraus.
Die Figur des Ulzana besitzt zudem einen historischen Bezug. Ulzana war tatsächlich ein Anführer der Chiricahua-Apachen. Die Handlung des Films ist jedoch als fiktionale Abenteuergeschichte angelegt und nicht als dokumentarische Darstellung historischer Ereignisse.
Im Jahr 2004 entstand außerdem eine Hörfilmfassung mit akustischer Bildbeschreibung. Gesprochen wurde diese von Wolfgang Schmidt.
Kritiken
- Video.de: Der Film wird als erfolgreicher Western aus der DEFA-Produktion beschrieben; hervorgehoben wird unter anderem die Sorgfalt bei der Rekonstruktion ethnischer Elemente.
- Filmspiegel (1973): Kritisiert wurden eine „soziologisierend-historisierende Tendenz“ und der „Verzicht auf innere Konflikte“.
Heute ist „Apachen“ vor allem als bedeutender Vertreter des DEFA-Indianerfilms interessant. Die Mischung aus Abenteuer, dramatischer Rachegeschichte und politischer Botschaft macht den Film zu einem charakteristischen Beispiel des DDR-Westerns.
🎬 Film-Tipp: Ulzana (1974)
Wer „Apachen“ gesehen hat, sollte sich auch die direkte Fortsetzung „Ulzana“ (1974) ansehen. Gojko Mitić übernimmt erneut die Rolle des Apachenhäuptlings. Der Film führt die Geschichte weiter und gehört ebenfalls zu den bekanntesten DEFA-Indianerfilmen.
👉 Hier geht’s zum Film:
Mein Fazit
„Apachen“ ist ein typischer, zugleich ungewöhnlich harter DEFA-Indianerfilm, der Abenteuer, Spannung und eine klare politische Botschaft miteinander verbindet. Besonders die Geschichte vom friedlichen Zusammenleben, das durch Gier und Verrat zerstört wird, gibt dem Film eine dramatische Grundlage.
Gojko Mitić verkörpert Ulzana als charismatischen und körperlich beeindruckenden Helden. Damit steht er exemplarisch für die Indianerfiguren, mit denen Mitić im DDR-Kino große Popularität erlangte.
Für Freunde klassischer Indianerfilme und Western ist „Apachen“ deshalb auch heute noch interessant – nicht zuletzt als Zeitdokument der DEFA und als Beispiel für den eigenständigen Westernstil des DDR-Kinos.