König Drosselbart (1965): DEFA-Märchenfilm mit Manfred Krug
König Drosselbart ist ein DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1965 mit Karin Ugowski als hochmütiger Prinzessin Roswitha und Manfred Krug in der Titelrolle. Regie führte Walter Beck. Der in den DEFA-Studios der DDR entstandene Film ist eine Adaption des Grimm’schen Märchens König Drosselbart.

König Drosselbart (1965): Steckbrief
Handlung von König Drosselbart
Als während einer Spazierfahrt die Kutsche von Prinzessin Roswitha Radbruch einen Schaden erleidet, kommt ein Fremder der hochmütigen Königstochter zu Hilfe.
Nach erfolgter Reparatur erreicht die Prinzessin mit Verspätung das Fest ihres Vaters, König Löwenzahn, auf dem sie einen Ehegatten erwählen soll.
Doch der eigenwilligen Prinzessin ist keiner der anwesenden Edelmänner gut genug. Sie verspottet und verhöhnt die zahlreichen Freier, darunter König Wenzel zu Weinreich, Junker Balduin von Backenstreich, Fürst Zacharias von Zackenschwert, Herzog Adolar von Antenpfiff, Prinz Kasimir und Graf Eitelfritz von Supp. Auch der Favorit ihres Vaters, König Heinz Eduard, kann sie nicht überzeugen.
Auch der Fremde ist anwesend. Wegen seines Bartwuchses gibt ihm die Prinzessin spöttisch den Namen „König Drosselbart“.
Ihr Vater ist über das Benehmen seiner Tochter erbost und bestimmt, dass die Prinzessin den erstbesten Bettler zum Mann zu nehmen hat, der vor dem Schloss erscheint.
Daraufhin steht der Fremde als Spielmann verkleidet vor dem Tor des Schlosses. Die verschmähten Freier erinnern den inzwischen zaudernden König an sein Wort. Der protestierenden Prinzessin bleibt nichts anderes übrig, als den Spielmann zu heiraten.
Danach weist der König sie aus dem Schloss und sie zieht mit ihrem Mann los. Als sie erfährt, dass der große Wald, die grüne Wiese und die schöne Stadt König Drosselbart gehören, bedauert sie, ihn nicht als Mann genommen zu haben.
Das Leben außerhalb des Schlosses
Als sie auf dem Markt unbedingt einen Apfel haben will, erteilt der Spielmann ihr eine Lektion: Man muss sich die Erfüllung seiner Wünsche verdienen.
Die verwöhnte Prinzessin muss sich außerdem an das Leben in einer einfachen Hütte ohne Diener und an Erwerbsarbeit gewöhnen. Versuche des Spielmanns, ihr Korbflechten und Spinnen beizubringen, schlagen wegen ihrer geringen Ausdauer fehl.
Roswitha wird Marktfrau
Wenig später erzielt sie mit dem Verkauf selbst bemalter Töpfe und Krüge auf dem Markt erste Erfolge.
Als sie sich am nächsten Tag gegen den Rat ihrer Mitmenschen an die Ecke des Marktes setzt, um sich von den anderen Marktfrauen abzuheben, zerstört ein rücksichtsloser Reiter ihre Waren. Dieser Reiter stellt sich später als König Drosselbart heraus.
Aus Scham traut sie sich nicht mehr nach Hause und sitzt weinend im Wald. Dort findet sie ein Küchenjunge vom Schloss, der gerade Pilze sammelt, und nimmt sie mit.
So wird die Prinzessin Küchenmagd bei König Hans, nicht ahnend, dass sie sich auf dem Schloss von König Drosselbart befindet.
Die Enthüllung
König Drosselbart lässt sie zunächst überall suchen. Nach einem Hinweis des Kochs veranstaltet er ein Fest auf seinem Schloss und stellt der überraschten Festgemeinschaft das Küchenmädchen als Prinzessin Roswitha sowie seine Braut vor.
Diese erkennt in ihm zunächst nicht den Spielmann und versucht wegzulaufen. Nachdem König Hans sich zu erkennen gibt, sieht die Prinzessin dem König seine Täuschungsmanöver nach.
Beide heiraten und unternehmen anschließend eine Kutschfahrt in den Wald.
Hintergrund zu König Drosselbart
Bei König Drosselbart handelt es sich um eine reine Studioinszenierung der DEFA in Babelsberg.
Karin Ugowski ist nach Frau Holle (1963) und Die goldene Gans (1964) in ihrer dritten und zugleich letzten Hauptrolle in einem DEFA-Märchenfilm zu sehen.
Der Film kam am 16. Juli 1965 in die Kinos der DDR.
DEFA-Märchen aus dem Studio Babelsberg
König Drosselbart ist ein Beispiel für Märchenadaptionen, die ausschließlich in den Hallen des Studiogeländes, dem heutigen Studio Babelsberg, realisiert wurden.
Zu diesen Produktionen gehören unter anderem Das singende, klingende Bäumchen, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel und Schneewittchen.
Musik aus dem Film
Die Lieder aus dem Film wurden am 27. Oktober 2003 zusammen mit weiteren Musikstücken aus anderen DEFA-Märchenfilmen unter dem Titel Märchenland – Musik aus den DEFA Märchenfilmen veröffentlicht.
Wichtige Themen im Film
Hochmut und Veränderung
Prinzessin Roswitha ist zu Beginn des Films hochmütig und hält keinen ihrer Bewerber für gut genug. Erst durch ihr neues Leben außerhalb des Schlosses verändert sich ihre Sichtweise.
Arbeit und Selbstständigkeit
Die Prinzessin muss lernen, ohne Diener zu leben und selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Korbflechten, Spinnen und der Verkauf selbst bemalter Töpfe und Krüge gehören zu ihren neuen Erfahrungen.
Liebe und Täuschung
Der Fremde verbirgt seine wahre Identität und tritt als Spielmann auf. Erst am Ende erfährt Roswitha, dass ihr vermeintlicher Ehemann tatsächlich König Drosselbart ist.
Das einfache Leben
Der Film stellt dem luxuriösen Leben am königlichen Hof das einfache Leben außerhalb des Schlosses gegenüber.
Produktion und Besonderheiten
König Drosselbart entstand in den DEFA-Studios der DDR und wurde von Walter Beck inszeniert.
Die Verfilmung basiert auf dem Grimm’schen Märchen König Drosselbart.
Eine Besonderheit der Produktion ist die vollständige Realisierung als Studioinszenierung in Babelsberg.
Mit Karin Ugowski und Manfred Krug standen zwei bekannte Darsteller des DDR-Films im Mittelpunkt.
Rezeption und Kritik
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als eine seiner Entstehungszeit verpflichtete, angenehm stilisierte und modernisierte Verfilmung des gleichnamigen Volksmärchens der Gebrüder Grimm.
Hervorgehoben wurden der Ideenreichtum und die Spiellaune der Darsteller. Auch Manfred Krug wird als singender Darsteller besonders erwähnt.
Das Lexikon des internationalen Films verwies außerdem auf einige Spitzen gegen den damaligen SED-Staat.
Fazit zu König Drosselbart
König Drosselbart ist ein klassischer DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1965 nach der Vorlage der Brüder Grimm. Im Mittelpunkt stehen Prinzessin Roswitha und der geheimnisvolle König Drosselbart.
Besonders die Entwicklung der verwöhnten Prinzessin steht im Mittelpunkt: Sie muss ihr Leben am Hof verlassen und lernen, selbst zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Auch hier kann ich nur sagen: Hut ab vor der Leistung der DEFA. Auch dieses Mal war die Vorlage von den Gebrüdern Grimm, ein klassisches Märchen für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Besonders gefallen hat mir Manfred Krug, der später auch in der BRD erfolgreich wurde.
🎬 Film-Tipp: Das Feuerzeug (1959)
Wenn dir König Drosselbar gefallen hat, dann schau dir auch Das Feuerzeug (1959) nach Hans Christian Andersen an. Auch dieser Film gehört zu den klassischen DEFA-Märchenfilmen.
Im Mittelpunkt steht ein junger Soldat, der auf seiner Heimkehr ein magisches Feuerzeug findet und damit Zugang zu drei riesigen Hunden erhält, die ihm Gold, Silber und Kupfer bringen können.
Kurz gesagt: Ein DEFA-Märchenfilm über einen Soldaten, ein magisches Feuerzeug, drei riesige Hunde, eine Prinzessin und die Erfüllung einer alten Weissagung.
Hier geht’s zum Film: 👉 Das Feuerzeug (1959)
🔗 Weiterführende Links zu König Drosselbart
Weitere Informationen zu König Drosselbart (1965), zur Handlung, Besetzung, Produktion und zum DEFA-Märchenfilm finden Sie bei folgenden Angeboten:
- Wikipedia – König Drosselbart (1965)
- DEFA-Stiftung – König Drosselbart
- DEFA-Stiftung – Film des Monats: König Drosselbart
- IMDb – König Drosselbart
- Filmdienst – König Drosselbart
- OFDb – König Drosselbart
Hinweis: Verfügbarkeit, Streamingangebote und Produktseiten können sich ändern. Die Links dienen der weiterführenden Information.
König Drosselbart - DEFA- Märchen (ganzer Film auf Deutsch) - HD
Redaktioneller Hinweis
Alle Angaben zu Terminen, Titeln, Besetzung und Produktion beziehen sich auf den DEFA-Märchenfilm König Drosselbart (1965).
Der Film basiert auf dem Grimm’schen Märchen König Drosselbart. Als weiterführende Quellen dienen unter anderem die DEFA-Stiftung, IMDb, Wikipedia, Filmdienst und OFDb.