Das Zaubermännchen (1960): Rumpelstilzchen als DEFA-Märchenfilm
Das Zaubermännchen, auch unter dem Alternativtitel Rumpelstilzchen oder Das Zaubermännchen bekannt, ist ein DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1960. In der Titelrolle ist Siegfried Seibt als Rumpelstilzchen zu sehen. Regie führten Christoph Engel und Erwin Anders. Der Film entstand in den DEFA-Studios der DDR und basiert auf dem Grimm’schen Märchen Rumpelstilzchen nach der Inszenierung des Hans Otto Theaters Potsdam.
Im Mittelpunkt stehen die Müllerstochter Marie, der König, der Müller Kunz, der Müllersbursche Hans und natürlich das geheimnisvolle Zaubermännchen, das Marie zunächst dabei hilft, Stroh in Gold zu verwandeln.

Das Zaubermännchen (1960): Steckbrief
Handlung von Das Zaubermännchen
Der Müllersbursche Hans arbeitet bei Müller Kunz. Obwohl Hans von früh bis abends arbeitet, reicht das Mehl nicht aus. Müller Kunz hilft ihm jedoch nicht, sondern verbringt seine Zeit lieber mit Prahlen und Faulenzen. Da der Müller seine Abgaben an den König nicht mehr bezahlen kann, erzählt er dem Schatzmeister des Königs schließlich, dass seine Tochter Marie Stroh zu Gold spinnen könne.
Marie ist entsetzt über die Prahlerei ihres Vaters. Der König verlangt, dass sie ihre angebliche Fähigkeit unter Beweis stellt. Sollte sie scheitern, drohen ihr Gefängnis und ihrem Vater der Verlust der Mühle.
Im Palast erscheint Marie ein geheimnisvolles Männchen. Es bietet ihr seine Hilfe an und verwandelt das Stroh für sie in Gold. Als Gegenleistung erhält es zunächst Maries Halskette. In der folgenden Nacht hilft das Männchen erneut und bekommt dafür Maries Ring.
Als der König in der dritten Nacht noch mehr Gold verlangt, besitzt Marie nichts mehr, was sie dem Männchen geben könnte. Deshalb fordert es als Gegenleistung das erste Kind, das Marie später als Königin zur Welt bringen wird.
Der König heiratet Marie und die beiden bekommen ein Kind. Nach einem Jahr erscheint das Männchen wieder und fordert seinen versprochenen Lohn. Marie weigert sich jedoch, ihr Kind herzugeben.
Das Männchen macht ihr schließlich ein Angebot: Wenn Marie seinen ungewöhnlichen Namen erraten kann, darf sie ihr Kind behalten. Marie versucht gemeinsam mit ihrem Vater, den richtigen Namen herauszufinden, doch keiner der gesammelten Namen ist richtig.
Hans macht sich auf die Suche
Marie erzählt dem König von dem geheimnisvollen Männchen. Daraufhin lässt der König nach ungewöhnlichen Namen suchen und beauftragt seine Untertanen damit, mehr über das Zaubermännchen herauszufinden.
Auch Hans hilft Marie. Er geht in den Wald, dorthin, wo sonst niemand hingeht. Dort beobachtet er das Männchen an seiner Hütte bei einer Feuerstelle. Plötzlich beginnt es zu tanzen und seinen geheimen Namen zu verraten.
„Heute back‘ ich, heute brau‘ ich, morgen hol‘ ich der Königin ihr Kind.
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß‘!“
Hans eilt zurück und erzählt Marie, was er herausgefunden hat. Als das Männchen wieder erscheint, kann Marie seinen Namen nennen: Rumpelstilzchen.
Damit ist der Bann gebrochen. Das Männchen hält sein Versprechen und kehrt in den Wald zurück. Marie darf ihr Kind behalten. Auch der König hat seine Gier nach Gold überwunden.
Am Ende erhält Hans für seine Hilfe eine besondere Belohnung und wird zum Berater des Königspaares ernannt. Müller Kunz muss dagegen wieder in seiner Mühle arbeiten und wird für seine Lügen zur Verantwortung gezogen.
Hintergrund zu Das Zaubermännchen
Das Zaubermännchen entstand 1960 in den DEFA-Studios der DDR. Der Film basiert auf dem bekannten Grimm’schen Märchen Rumpelstilzchen und orientiert sich an der Inszenierung des Hans Otto Theaters Potsdam.
Eine besondere Rumpelstilzchen-Verfilmung
Im Mittelpunkt steht nicht nur das Zaubermännchen selbst. Der Film erzählt auch von der Gier nach Gold, von den Folgen falscher Versprechungen und von der Bedeutung familiärer Liebe. Besonders wichtig ist dabei die Beziehung zwischen Marie und ihrem Kind.
Auch der Müllersbursche Hans spielt eine größere Rolle. Er trägt entscheidend dazu bei, dass Marie den geheimen Namen des Zaubermännchens herausfinden kann.
Das Zaubermännchen und Rumpelstilzchen
Der Titel Das Zaubermännchen verweist auf die zentrale Figur des Märchens. Im Film wird schließlich deutlich, dass es sich um Rumpelstilzchen handelt. Der berühmte Satz über den geheimen Namen bildet einen der entscheidenden Momente der Geschichte.
Wichtige Themen im Film
Gold und Gier
Gold spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte. Müller Kunz versucht durch eine Lüge seine finanzielle Situation zu retten, während der König immer mehr Gold verlangt. Die Geschichte zeigt dadurch die Folgen von Gier und falschen Versprechungen.
Liebe und Familie
Für Marie steht am Ende nicht das Gold im Mittelpunkt, sondern ihr Kind. Sie weigert sich, ihr Versprechen gegenüber dem Zaubermännchen auf Kosten ihres Kindes einzulösen und versucht alles, um ihr Kind behalten zu können.
Der geheime Name
Das Rätsel um den Namen des Männchens bildet den entscheidenden Wendepunkt der Geschichte. Erst als Hans das Männchen heimlich beobachtet, gelingt es, seinen Namen herauszufinden.
List und Hilfsbereitschaft
Hans hilft Marie, obwohl er selbst zunächst nur als Müllersbursche arbeitet. Seine Beobachtungsgabe und seine Bereitschaft zu helfen führen schließlich zur Lösung des Problems.
Produktion und Besonderheiten
Das Zaubermännchen wurde in den DEFA-Studios der DDR produziert. Regie führten Christoph Engel und Erwin Anders. Die Titelrolle des Zaubermännchens beziehungsweise Rumpelstilzchens übernahm Siegfried Seibt.
Der Film kam am 29. Juli 1960 in die DDR-Kinos. Nach den vorliegenden Angaben sahen insgesamt 4.453.527 Zuschauer den Film. Damit belegte er Platz 25 der erfolgreichsten DDR-Filme.
Die Erstausstrahlung im DDR-Fernsehen erfolgte am 23. April 1977. Siegfried Seibt übernahm 1979 in der siebenteiligen Kinderserie Spuk unterm Riesenrad erneut die Rolle des Rumpelstilzchens.
Rezeption und Kritik
Der Film ist eine Studioproduktion, die auf der Bühnenfassung des Hans-Otto-Theaters Potsdam nach dem Theaterstück von Günter Kaltofen basiert.
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als „in Studiokulissen gedrehte Bühnenfassung“ und bewertete ihn aus heutiger Sicht als sehr betulich.
Trotz dieser späteren kritischen Einordnung gehört Das Zaubermännchen zu den bekannten DEFA-Märchenfilmen und ist eng mit der Figur des von Siegfried Seibt gespielten Rumpelstilzchens verbunden.
Fazit zu Das Zaubermännchen
Das Zaubermännchen ist eine klassische DEFA-Märchenverfilmung des Jahres 1960 und eine besondere Variante der bekannten Rumpelstilzchen-Geschichte. Neben dem geheimnisvollen Zaubermännchen stehen Marie, Hans und die Folgen der Gier nach Gold im Mittelpunkt.
Besonders im Gedächtnis bleibt der berühmte Spruch:
„Heute back‘ ich, heute brau‘ ich, morgen hol‘ ich der Königin ihr Kind.
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß‘!“
Für Freunde klassischer DEFA-Märchenfilme ist Das Zaubermännchen damit vor allem wegen seiner historischen Bedeutung und der Darstellung des Rumpelstilzchens durch Siegfried Seibt interessant.
🎬 Film-Tipp: Das tapfere Schneiderlein (1956)
Wenn dir klassische DEFA-Märchenfilme gefallen, lohnt sich auch ein Blick auf weitere Märchenproduktionen dieser Zeit. Besonders interessant ist Das tapfere Schneiderlein.
Im Mittelpunkt steht ein Schneider, der mit List und Einfallsreichtum gefährliche Abenteuer besteht und sich auf den Weg in die weite Welt macht.
Kurz gesagt: Ein weiterer klassischer Märchenfilm für alle, die alte DEFA-Märchen und traditionelle Geschichten mögen.
Hier geht’s zum Film: 👉 Das tapfere Schneiderlein (1956)
🔗 Weiterführende Links zu Das Zaubermännchen
Weitere Informationen zu Das Zaubermännchen (1960), zur Besetzung, Produktion und Geschichte des DEFA-Märchenfilms finden Sie bei folgenden Film- und Informationsangeboten:
- Wikipedia – Das Zaubermännchen – Hintergrundinformationen, Handlung und Produktionsgeschichte
- IMDb – Das Zaubermännchen – Filmdatenbank mit Besetzung und weiteren Informationen
- OFDb – Das Zaubermännchen – Informationen zum Film
- DEFA-Stiftung – Das Zaubermännchen – Informationen zum DEFA-Film
- WerStreamt.es – Das Zaubermännchen – Informationen zu verfügbaren Angeboten
- DEFA-Shop – Das Zaubermännchen – Informationen zur Veröffentlichung
- Cinema – Das Zaubermännchen – Filminformationen
- Filmdienst – Das Zaubermännchen – Filmkritik und Einordnung
- Märchenfilm.info – Das Zaubermännchen – Informationen zum Märchenfilm
Hinweis: Verfügbarkeit, Streamingangebote und Produktseiten können sich ändern. Die Links dienen der weiterführenden Information und ersetzen keine unabhängige Prüfung der jeweiligen Anbieter.
Das Zaubermännchen - DEFA-Märchenfilm🧚♀️
Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Das Zaubermännchen beziehen sich auf die vorliegenden Informationen zum DEFA-Märchenfilm aus dem Jahr 1960. Der Film basiert auf dem Grimm’schen Märchen Rumpelstilzchen und entstand nach der Inszenierung des Hans Otto Theaters Potsdam.
Als weiterführende Quellen wurden unter anderem Wikipedia, IMDb, OFDb, die DEFA-Stiftung und der Filmdienst herangezogen.