The Warlords (2007) – Jet Li im epischen Bruderdrama während der Taiping-Rebellion
The Warlords (chinesisch: 投名狀, internationaler Originaltitel: Tau ming chong) ist ein epischer Historien- und Kriegsfilm aus dem Jahr 2007 unter der Regie von Peter Chan.
Der Film spielt im China der 1860er-Jahre während der Taiping-Rebellion und erzählt die Geschichte von drei Männern, die einen Blutschwur leisten und gemeinsam in den Krieg ziehen. Aus der anfänglichen Bruderschaft entwickelt sich jedoch ein dramatischer Konflikt zwischen Loyalität, Macht, persönlicher Liebe und politischem Ehrgeiz.
In den Hauptrollen sind Jet Li, Andy Lau und Takeshi Kaneshiro zu sehen. Der Film verbindet monumentale Schlachtenszenen mit einem düsteren Drama über Freundschaft, Verrat und die moralischen Folgen des Krieges.

The Warlords – auf einen Blick
Handlung
China in den 1860er-Jahren: Das Land wird vom blutigen Taiping-Aufstand erschüttert. Der kaiserliche Offizier Pang Qingyun (Jet Li) überlebt als einziger eine vernichtende Schlacht seiner Einheit.
Nach seiner Rettung trifft Pang auf die Banditenführer Zhao Erhu (Andy Lau) und Jiang Wuyang (Takeshi Kaneshiro). Die drei Männer stammen aus unterschiedlichen Lebenswelten, verbindet aber schon bald ein gemeinsames Ziel: Sie wollen überleben und ihren Familien beziehungsweise ihren Männern eine bessere Zukunft ermöglichen.
Pang schließt sich Zhao und Jiang an. Gemeinsam leisten die drei einen Blutschwur und schwören sich gegenseitige Treue bis zum Tod.
Aus der kleinen Gruppe entsteht eine schlagkräftige Truppe. Unter Pangs militärischer Führung erringen die Männer mehrere Siege gegen die Rebellen und gewinnen dadurch zunehmend politischen und militärischen Einfluss.
Doch der Erfolg verändert Pang. Aus dem erfahrenen Soldaten wird ein immer ehrgeizigerer Befehlshaber, der seine eigenen Vorstellungen von Ordnung und politischer Macht entwickelt.
Besonders während der langen Belagerung von Suzhou verschärfen sich die Konflikte. Nahrung und Nachschub werden knapp, während Pang gleichzeitig versucht, seine militärischen Ziele durchzusetzen.
Zhao erkennt zunehmend, dass Pangs Entscheidungen nicht mehr ausschließlich dem Wohl ihrer Männer dienen. Die einst unerschütterliche Bruderschaft beginnt zu zerbrechen.
Hinzu kommt ein persönlicher Konflikt: Pang entwickelt Gefühle für Liansheng, die Frau von Zhao. Damit wird aus dem politischen Konflikt auch eine persönliche Tragödie.
Nach weiteren Schlachten und politischen Intrigen spitzt sich der Konflikt zwischen den drei Männern immer weiter zu. Loyalität, Macht und Verrat führen schließlich zu einem tragischen Finale.
Historischer Hintergrund: Die Taiping-Rebellion
Die Handlung ist vor dem Hintergrund der Taiping-Rebellion angesiedelt, einem der verheerendsten Bürgerkriege der chinesischen Geschichte. Der Konflikt erschütterte das Qing-Reich im 19. Jahrhundert und führte zu gewaltigen Verlusten an Menschenleben.
Der Film nutzt diesen historischen Hintergrund jedoch nicht als reine Geschichtsstunde. Vielmehr dient der Bürgerkrieg als Bühne für ein persönliches Drama über drei Männer, deren Freundschaft durch Krieg und Machtpolitik auf die Probe gestellt wird.
Besonders interessant ist dabei der Gegensatz zwischen dem persönlichen Blutschwur der drei Männer und den politischen Verpflichtungen, denen sie später unterworfen sind.
Die historische Atmosphäre wird durch aufwendige Kostüme, Massenszenen, befestigte Städte und groß angelegte Schlachten verstärkt.
Die drei Blutsbrüder
Besetzung
- Jet Li – General Pang Qingyun
- Andy Lau – Zhao Erhu
- Takeshi Kaneshiro – Jiang Wuyang
- Xu Jinglei – Liansheng
- Guo Xiaodong – Huang Wenjin
- Jacky Heung – Shi Jinbiao
- Wei Zongwan – Lord Chen
Entstehung und Inszenierung
Regisseur Peter Chan wollte keinen reinen Martial-Arts-Film schaffen. Im Zentrum stehen vielmehr die moralischen Entscheidungen seiner Figuren und die Frage, wie Krieg persönliche Beziehungen verändert.
Die Produktion setzt deshalb stark auf eine Mischung aus groß angelegten Schlachten und intimen Szenen zwischen den Hauptfiguren.
Die Kameraarbeit von Arthur Wong unterstützt den epischen Charakter des Films. Schlachtfelder, Festungen und große Truppenformationen werden mit deutlich persönlicheren Szenen kontrastiert.
Auch die Action wurde prominent inszeniert. Für die Kampfchoreografie war unter anderem Ching Siu-tung verantwortlich.
Action und Schlachtenszenen
Obwohl The Warlords stark von seinen dramatischen Elementen lebt, bietet der Film zahlreiche groß angelegte Actionsequenzen.
Besonders die Belagerungen und Massenschlachten vermitteln die Dimension des Bürgerkriegs. Dabei wird der Krieg nicht als heroisches Abenteuer dargestellt, sondern häufig als brutaler und zerstörerischer Prozess.
Jet Li steht dabei nicht ausschließlich als Martial-Arts-Star im Mittelpunkt. Seine Figur Pang Qingyun ist vor allem ein militärischer Anführer, dessen Entscheidungen und moralische Entwicklung die Geschichte bestimmen.
Loyalität, Verrat und Macht
Das zentrale Thema des Films ist die Beziehung zwischen den drei Blutsbrüdern.
Ihr Schwur soll ihnen Sicherheit und gegenseitige Loyalität garantieren. Doch je erfolgreicher sie werden, desto stärker geraten ihre persönlichen Werte mit politischen Interessen und militärischen Notwendigkeiten in Konflikt.
Pang ist dabei die tragische Figur des Films. Sein Ehrgeiz ermöglicht zunächst die militärischen Erfolge der Gruppe, führt aber gleichzeitig dazu, dass er sich immer weiter von seinen ursprünglichen Idealen entfernt.
Zhao wiederum steht stärker für persönliche Loyalität und Ehre. Jiang befindet sich zwischen beiden Positionen und muss schließlich Entscheidungen treffen, die seine Loyalität gegenüber den beiden älteren Männern auf die Probe stellen.
Kritik
The Warlords wurde international überwiegend positiv aufgenommen. Besonders hervorgehoben werden die Besetzung, die großen Schlachtenszenen und die dramatische Geschichte der drei Männer.
IMDb führt den Film unter anderem als Action-, Drama-, Historien- und Kriegsfilm und beschreibt den Konflikt der drei Blutsbrüder als zentrales Element der Handlung.
Auch der Filmdienst hebt die aufwendige Inszenierung und die Schlachtenpanoramen hervor, bewertet deren Wirkung jedoch teilweise kritisch und sieht eine starke melodramatische Überhöhung. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Dadurch ist The Warlords kein klassischer Wohlfühl-Actionfilm. Der Film ist düster, teilweise brutal und beschäftigt sich intensiv mit den moralischen Folgen militärischer Entscheidungen.
Auszeichnungen
The Warlords war bei wichtigen asiatischen Filmpreisen sehr erfolgreich.
- Hong Kong Film Awards 2008: Best Picture
- Hong Kong Film Awards 2008: Best Director – Peter Chan
- Hong Kong Film Awards 2008: Best Actor – Jet Li
- Hong Kong Film Awards 2008: unter anderem Auszeichnungen für Kamera, Ausstattung, Kostüm/Maske, Sound und visuelle Effekte
- Golden Horse Awards 2008: Best Feature Film
- Golden Horse Awards 2008: Best Director – Peter Chan
Insgesamt verzeichnet IMDb für den Film 18 Auszeichnungen und 30 Nominierungen.
Veröffentlichung
Der Film erschien 2007 im asiatischen Raum und kam in Deutschland später ins Kino. Die deutsche Kinoauswertung startete laut Kino.de am 8. Januar 2009.
Beim Heimkino existieren unterschiedliche Fassungen. Der Filmdienst führt sowohl eine internationale Fassung mit rund 113 Minuten als auch einen längeren Director’s Cut mit rund 121 Minuten.
Weitere Quellen & Filminformationen
🎬 Film-Tipp: 14 Blades (2010) – Donnie Yen in einer epischen Wuxia-Action
14 Blades (锦衣卫) ist ein Wuxia-Actionfilm aus dem Jahr 2010 unter der Regie von Daniel Lee. In den Hauptrollen sind Donnie Yen, Zhao Wei, Sammo Hung, Wu Chun, Kate Tsui, Qi Yuwu und Damian Lau zu sehen.
Der Film verbindet historische Elemente der Ming-Dynastie mit Martial-Arts-Action, Verschwörungen, Verrat und einer dramatischen Reise quer durch das alte China.
Zusammenfassung
Während der Ming-Dynastie ist der Kaiserhof von Korruption und politischen Intrigen geprägt. Qinlong, Kommandant der Jinyiwei – einer Eliteeinheit des kaiserlichen Geheimdienstes – erhält den Auftrag, eine Kiste mit angeblichen Beweisen für einen Verrat zu bergen.
Statt der erwarteten Beweise findet Qinlong darin jedoch das kaiserliche Siegel. Dieses könnte einen Staatsstreich zugunsten des verbannten Prinzen Qing legitimieren.
Qinlong wird daraufhin selbst zum Gejagten. Von seinen eigenen Leuten verraten und von der Kriegerin Tuo Tuo verfolgt, flieht er schwer verwundet aus der Hauptstadt.
Hilfe findet er bei Qiao Hua und der von ihrem Vater geführten Sicherheitsfirma. Gemeinsam kommen sie einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur, bei der sogar ganze Grenzprovinzen verkauft werden sollen.
Qinlong verbündet sich schließlich mit einer Banditengruppe und stellt sich seinem ehemaligen Waffenbruder Xuan Wu. Dabei gelingt es ihm, das kaiserliche Siegel zurückzuerlangen.
Doch Tuo Tuo entführt Qiao Hua. Um sie zu retten, ist Qinlong bereit, das Siegel zu opfern. Im finalen Duell in einem Tempel kommt es schließlich zur entscheidenden Konfrontation zwischen Qinlong und Tuo Tuo.
Der Staatsstreich scheitert und Prinz Qing nimmt sich das Leben. Qiao Hua übernimmt anschließend die Sicherheitsfirma ihres Vaters und setzt ihre Reisen fort.
In der Ferne glaubt sie schließlich, eine Gestalt zu erkennen, die Qinlong ähnelt. Sein endgültiges Schicksal bleibt offen.
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Mein Fazit
The Warlords ist ein gewaltiger, emotionaler und visuell beeindruckender Historienfilm. Die große Stärke des Films liegt nicht allein in seinen Schlachten, sondern in der tragischen Beziehung zwischen den drei Hauptfiguren.
Jet Li zeigt hier eine deutlich dramatischere Seite als in vielen seiner klassischen Martial-Arts-Filme. Gemeinsam mit Andy Lau und Takeshi Kaneshiro bildet er das Zentrum eines Dramas über Freundschaft, Macht, Loyalität und Verrat.
Besonders beeindruckend sind die großen Schlachtenszenen, die düstere Atmosphäre und die aufwendige historische Ausstattung.
Wer allerdings einen reinen Martial-Arts-Film erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen. The Warlords ist in erster Linie ein Kriegs- und Charakterdrama, in dem die Action die Geschichte unterstützt.
Urteil: Episch, tragisch und kraftvoll – ein herausragendes asiatisches Kriegsdrama mit Jet Li, Andy Lau und Takeshi Kaneshiro.
The Warlords (2007) – Director’s Cut
The Warlords mit Jet Li, Andy Lau und Takeshi Kaneshiro in voller Länge. Der epische Kriegsfilm erzählt die Geschichte der drei Blutsbrüder vor dem Hintergrund der Taiping-Rebellion.
Laufzeit: 2 Std. 6 Min.
JET LI schwört Blutsbrüderschaft im Krieg • Action Filme Deutsch komplett: THE WARLORDS
Filmquelle: Starkino / PLAION PICTURES GmbH.