So weit die Füße tragen (2001)
Der deutsche Spielfilm So weit die Füße tragen entstand 2001 unter der Regie von Hardy Martins und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Josef Martin Bauer. Bereits 1959 wurde die Geschichte als TV‑Mehrteiler von Fritz Umgelter verfilmt.
Handlung
Bayern, 1944: Oberleutnant Clemens Forell verabschiedet sich am Bahnhof von seiner schwangeren Frau und seiner Tochter, bevor er an die Ostfront geschickt wird. Doch statt eines baldigen Wiedersehens gerät er in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wird zu 25 Jahren Zwangsarbeit in einem Bleibergwerk am Kap Deschnjow verurteilt.
Die unmenschlichen Bedingungen, Hunger, Kälte und der brutale Lagerkommandant Oberleutnant Kamenew treiben Forell zur Flucht. Nach einem gescheiterten Versuch landet er schwer verletzt im Lazarett, wo er den todkranken Arzt Heinz Stauffer trifft. Dieser überlässt ihm seine Ausrüstung und eine geplante Fluchtroute – unter der Bedingung, später seine Frau über seinen Tod zu informieren.
Während eines Schneesturms gelingt Forell die Flucht. Kamenew nimmt sofort die Verfolgung auf und jagt ihn quer durch die Sowjetunion. Forell überlebt Begegnungen mit Einsiedlern, einen Wolfsangriff, wird von Jakuten gepflegt und reist später mit einem Schlittenhund weiter Richtung Westen.
In Kasalinsk erhält er von Igor, einem armenischen Juden, gefälschte Papiere für die Flucht in den Iran. Doch auch dieses Vorhaben bleibt nicht unentdeckt. Igor stirbt während eines Verhörs durch Kamenew an einem Herzversagen. An der iranischen Grenze kommt es schließlich zum Showdown auf einer Brücke – Kamenew lässt Forell passieren.
Im Iran wird Forell zunächst als Spion verhaftet. Erst sein Onkel Erich Baudrexel kann seine Identität bestätigen. An Heiligabend 1952 kehrt Forell nach acht Jahren Flucht und Gefangenschaft heim und trifft seine Familie in der Kirche wieder.
Hintergrund
Die Neuverfilmung von 2001 weicht in mehreren Punkten von der Romanvorlage ab. Besonders die Figur des sowjetischen Offiziers Kamenew ist eine filmische Ergänzung und kommt im Buch nicht vor.
Gedreht wurde überwiegend mit russischen Schauspielern an Originalschauplätzen. Beim Filmfest in Mailand erhielt der Film 2002 den Preis für das beste Produktionsdesign.
Kritiken
„Spannende, aufwändig inszenierte Unterhaltung vor grandioser Naturkulisse!“ – prisma.de
„Weniger am politischen Hintergrund als am Abenteuer-Potenzial interessiert, überzeugt der Film vor allem durch großartige Bilder und einen präsenten Hauptdarsteller.“ – Lexikon des internationalen Films
Highlights
✔ Intensiver Abenteuer- und Fluchtfilm
✔ Eindrucksvolle Naturaufnahmen in Sibirien
✔ Emotional starke Heimkehr-Szene
✔ Härte des Gulag-Systems eindrucksvoll dargestellt
✔ Moderne, filmische Neuinterpretation des Klassikers
Mein Fazit
So weit die Füße tragen ist ein bewegender Abenteuer- und Anti‑Kriegsfilm, der durch seine Atmosphäre, die eisigen Landschaften und die emotionale Reise seines Protagonisten überzeugt. Die Neuverfilmung wirkt intensiver und moderner als die TV‑Version von 1959 und ist ein echter Geheimtipp für Fans historischer Fluchtgeschichten.