Abwärts (1984): Spannung, Psychologie & ein steckengebliebener Aufzug!
Abwärts ist ein deutscher Thriller von Regisseur Carl Schenkel aus dem Jahr 1984 und zählt bis heute zu den bekanntesten deutschen Psychothrillern der 80er-Jahre.
Handlung
An einem Freitagabend bleibt der Aufzug eines Frankfurter Bürohochhauses stecken. Eingeschlossen sind der Werbefachmann Jörg, seine Kollegin Marion, der junge Bürobote Pit und der Buchhalter Gössmann. Da zunächst niemand den Vorfall bemerkt, verschärft sich die angespannte Situation zunehmend.
Zwischen Jörg und Pit entstehen schnell Konflikte, die sich zu offener Feindseligkeit entwickeln – besonders weil Marion sich zunehmend zu Pit hingezogen fühlt. Trotz gemeinsamer Versuche gelingt die Flucht aus dem Fahrstuhl zunächst nicht.
Während eines Streits stürzt Pit in den Aufzugschacht und bleibt schwer verletzt hängen. Gleichzeitig stellt sich heraus, dass Gössmanns Aktenkoffer voller gestohlenen Geldes ist. Schließlich wird der Alarm doch noch bemerkt und der Notdienst verständigt.
Marion, Pit und Gössmann können gerettet werden. Jörg jedoch stürzt in den Tod, weil er den Geldkoffer nicht zurücklassen will. Am Ende zeigt sich, dass Gössmann den echten Geldkoffer heimlich vertauscht hat und mit dem Geld entkommt.
Hintergrund
Die Außenaufnahmen des Films wurden am berühmten Silberturm in Frankfurt am Main gedreht, der damals als Zentrale der Dresdner Bank diente.

Die Innenaufnahmen entstanden dagegen im Europäischen Patentamt in München. Die dort gezeigte Pförtnerzentrale im Eingangsbereich existiert heute nicht mehr, da sie später umgebaut wurde.
Die niederländische Schauspielerin Renée Soutendijk wurde in der deutschen Fassung von Hannelore Elsner synchronisiert.
Interessanterweise lief Abwärts 1985 auch erfolgreich in den Kinos der DDR.
Das im Film gezeigte Handheld-Spiel von Pit ist ein Variety-Spielgerät der Firma VTech. Das verwendete Spiel basiert auf dem Nintendo-Klassiker Fire aus der beliebten Game-&-Watch-Reihe. Für den Film wurde das Modul angepasst – unten rechts ist der Schriftzug „Abwärts“ zu erkennen.
Der Fahrstuhl wurde teilweise speziell für die Dreharbeiten nachgebaut. Dafür entfernte man in einem alten Gebäude in der Dachauer Straße in München ein komplettes Treppenhaus und errichtete dort einen etwa 15 Meter hohen Fahrstuhlschacht mit einer Größe von rund 3 × 4 Metern.
Kritik
Der Film wurde sowohl vom Publikum als auch von vielen Kritikern positiv aufgenommen. Besonders gelobt wurden die spannende Atmosphäre, die intensive Psychologie der Figuren und die starke Inszenierung auf engstem Raum.
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete Abwärts als eine gelungene Mischung aus Actionfilm und Psycho-Thriller, die menschliches Verhalten unter extremen Bedingungen überzeugend darstellt.
Auszeichnungen
- 1984 – Sitges Festival: Beste Regie für Carl Schenkel
- 1985 – Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für Kamera und Götz George
- 1985 – Bayerischer Filmpreis: Beste Regie
- 1985 – Fantasporto: Beste Regie
- 1985 – Deutscher Darstellerpreis „Chaplin Shoe“ für Götz George
Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh dem Film außerdem das Prädikat „besonders wertvoll“.
Mein Fazit
Götz George zeigt in Abwärts eine beeindruckende schauspielerische Leistung. Der Film überzeugt mit intensiver Spannung, starker Psychologie und einer beklemmenden Atmosphäre. Besonders die Konflikte zwischen den Figuren machen diesen deutschen Thriller bis heute sehenswert. Für mich gehört Abwärts zu den besten deutschen Thrillern der 80er-Jahre.
Besetzung
Götz George: Jörg
Wolfgang Kieling: Gössmann
Renée Soutendijk: Marion
Hannes Jaenicke: Pit
Klaus Wennemann: Heinz
Ralf Richter: Otto
Jan Groth: Pförtner
Kurt Raab: Fahrstuhlmonteur