Mein bester Feind (2011)
Der österreichisch-luxemburgische Spielfilm Mein bester Feind erschien im Jahr 2011 unter der Regie von Wolfgang Murnberger. Das Drehbuch entstand gemeinsam mit Paul Hengge und basiert auf dessen Roman „Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben“. In den Hauptrollen überzeugen Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich.
Handlung
Wien kurz nach dem „Anschluss“ Österreichs: Victor Kaufmann und Rudi Smekal sind seit ihrer Kindheit eng befreundet. Doch die politischen Umstände verändern alles. Während Victor als Jude verfolgt wird und gemeinsam mit seinen Eltern ins KZ Mauthausen deportiert wird, schlägt Rudi den gegensätzlichen Weg ein und tritt der NSDAP sowie der SS bei.
Jahre später sucht Rudi Victor im Lager auf – allerdings nicht aus Freundschaft. Es geht um ein wertvolles Kunstwerk Michelangelos, das sich einst im Besitz der Familie Kaufmann befand. Victor soll das Versteck des Originals preisgeben. Während eines Transports nach Berlin kommt es jedoch zu einem Flugzeugabsturz, der alles verändert.
Victor nutzt die Gelegenheit und tauscht mit Rudi die Identität. Fortan lebt er als vermeintlicher SS-Offizier, während Rudi als Häftling ums Überleben kämpft. In dieser gefährlichen Rolle versucht Victor, seine Mutter zu retten und einen Fluchtplan umzusetzen – stets in Angst, enttarnt zu werden.
Nach Kriegsende kehrt Victor nach Wien zurück. Dort begegnet er erneut Rudi, der inzwischen die frühere Galerie der Familie übernommen hat. Während einer Auktion wird klar: Das vermeintliche Original ist eine Fälschung – und Victor besitzt längst das echte Kunstwerk.
Historischer Hintergrund
Der Film spielt zur Zeit des Nationalsozialismus und thematisiert Verfolgung, Enteignung („Arisierung“) sowie moralische Konflikte im Zweiten Weltkrieg. Auch wenn die Handlung fiktional ist, spiegelt sie reale historische Mechanismen und Schicksale wider.
Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung, wie schnell gesellschaftliche Umbrüche persönliche Beziehungen zerstören können und Menschen zu Tätern oder Opfern werden.
Kritiken & Bewertung
Mit einer IMDb-Bewertung von 6,8/10 erhielt der Film überwiegend positive Resonanz. Gelobt wurden insbesondere die schauspielerischen Leistungen sowie die Mischung aus Drama, Tragik und schwarzem Humor.
Kritiker heben hervor, dass der Film trotz seines ernsten Hintergrunds ungewöhnliche erzählerische Wege geht und dadurch eine besondere Perspektive auf die Zeit des Nationalsozialismus bietet.
Highlights
✔ Starke schauspielerische Leistungen (vor allem Moritz Bleibtreu)
✔ Ungewöhnliche Mischung aus Drama und schwarzem Humor
✔ Spannendes Identitätsspiel mit moralischen Konflikten
✔ Historisch relevanter Hintergrund (NS-Zeit & Verfolgung)
✔ Kritische Auseinandersetzung mit Freundschaft und Schuld
Mein Fazit
Mich hat der Film wirklich angesprochen. Besonders Moritz Bleibtreu liefert eine herausragende schauspielerische Leistung ab. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie zerbrechlich Freundschaft unter extremen politischen Bedingungen sein kann.
Gerade heute ist die Auseinandersetzung mit dieser Zeit wichtiger denn je. In einer Phase, in der rechtspopulistische Strömungen wieder an Einfluss gewinnen, erinnert der Film daran, welche Konsequenzen Ausgrenzung und Ideologie haben können.
Ein wichtiger Film mit klarer Botschaft: Geschichte darf sich niemals wiederholen.