Defendor (2009) – Woody Harrelson als ungewöhnlicher Superheld ohne Superkräfte
Defendor ist eine kanadische Superhelden-Tragikomödie aus dem Jahr 2009. Regie führte Peter Stebbings, der auch das Drehbuch schrieb. In der Hauptrolle ist Woody Harrelson als Arthur Poppington zu sehen – ein ungewöhnlicher Antiheld, der sich nachts in den selbst ernannten Superhelden Defendor verwandelt.
Der Independent-Film verbindet schwarzen Humor mit tragischen Momenten und einer ungewöhnlichen Geschichte über Einsamkeit, Gerechtigkeit und den Wunsch, das Richtige zu tun. Seine Weltpremiere feierte Defendor beim Toronto International Film Festival im September 2009. In Deutschland erschien der Film 2010 direkt auf DVD.

Defendor (2009) – Steckbrief
Handlung
Arthur Poppington ist ein einfacher Baustellenarbeiter, der sich nachts in den selbst ernannten Superhelden Defendor verwandelt. Arthur besitzt keine besonderen Kräfte und verfügt auch nicht über die technischen Möglichkeiten klassischer Comic-Helden. Stattdessen setzt er auf improvisierte Hilfsmittel wie eine Grabenkeule, Murmeln, eine Schleuder und Wespen.
Arthur ist fest davon überzeugt, dass ein mysteriöser Verbrecher namens Captain Industry für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist. Getrieben von dieser Vorstellung beginnt er, auf eigene Faust gegen Kriminalität und Korruption vorzugehen.
Bei seinen nächtlichen Streifzügen trifft Arthur auf die junge Prostituierte Kat. Sie erkennt schnell, dass hinter dem scheinbar naiven Defendor ein verletzlicher Mensch steckt. Kat bringt Arthur auf die Spur des serbischen Gangsterbosses Radovan Kristic, den er für seinen Erzfeind Captain Industry hält.
Kristic ist in Drogengeschäfte, Waffenhandel und Menschenhandel verwickelt und verfügt über Verbindungen zum korrupten Polizisten Dooney. Arthur versucht, Beweise gegen die beiden zu sammeln, gerät dabei jedoch zunehmend selbst in Gefahr.
Nach einem brutalen Angriff landet Arthur im Krankenhaus. Dort hört er zufällig, dass Kat von ihrem Vater misshandelt wurde. Arthur reagiert auf seine eigene, unbeholfene Weise und versucht, Kat zu beschützen – mit weitreichenden Konsequenzen für sein eigenes Leben.
Schließlich gerät Arthur auch mit dem Gesetz in Konflikt. Ein psychologisches Gutachten stellt unter anderem Depressionen, soziale Unreife und Schwierigkeiten fest, die Konsequenzen seines Handelns einzuschätzen. Arthur muss sich entscheiden, ob er sein Leben als Defendor aufgibt oder die Konsequenzen seiner Selbstjustiz akzeptiert.
Als Kat erneut in Gefahr gerät, kann Arthur seine Überzeugungen jedoch nicht einfach ablegen. Er nimmt seine Identität als Defendor wieder an und stellt sich seinem vermeintlichen Erzfeind Captain Industry. Was folgt, ist ein dramatischer Showdown, der Arthurs Idealismus und seinen Glauben an das Gute auf eine letzte Probe stellt.
Defendor – ein Superheld der besonderen Art
Was Defendor von klassischen Superheldenfilmen unterscheidet, ist sein Protagonist. Arthur Poppington ist weder besonders stark noch besonders geschickt. Er besitzt keine Superkräfte, kein Hightech-Equipment und keinen ausgefeilten Plan.
Trotzdem glaubt Arthur fest daran, dass jeder Mensch etwas gegen Ungerechtigkeit unternehmen kann. Seine naive Sicht auf die Welt macht ihn manchmal komisch, gleichzeitig aber auch überraschend sympathisch.
Genau aus diesem Gegensatz entsteht der besondere Ton des Films: Defendor ist gleichzeitig lustig, traurig, brutal und warmherzig. Hinter der ungewöhnlichen Superheldengeschichte steckt das Porträt eines einsamen Menschen, der nach einem Sinn in seinem Leben sucht.
Hintergrund und Entstehung
Regisseur und Drehbuchautor Peter Stebbings erzählt eine bewusst ungewöhnliche Superheldengeschichte. Statt spektakulärer Spezialeffekte steht der Mensch hinter der Heldenfigur im Mittelpunkt.
Der Film spielt mit bekannten Elementen des Superhelden-Genres, stellt ihnen aber eine realistische und teilweise tragische Lebensgeschichte gegenüber. Defendor ist kein klassischer Comic-Held, sondern ein Mensch mit persönlichen Problemen, Ängsten und einer sehr eigenen Vorstellung von Gerechtigkeit.
Ein großer Teil der Wirkung entsteht durch die Darstellung von Woody Harrelson. Er spielt Arthur gleichzeitig verletzlich, naiv, entschlossen und mit einer gewissen kindlichen Begeisterung für seine selbst erfundene Heldenidentität.
Kritik
Defendor erhielt vor allem für seine ungewöhnliche Herangehensweise an das Superhelden-Genre positive Aufmerksamkeit. Statt sich auf spektakuläre Action und Spezialeffekte zu konzentrieren, setzt der Film auf Charaktere, schwarzen Humor und emotionale Momente.
Besonders häufig wird Woody Harrelsons Darstellung hervorgehoben. Sein Arthur Poppington ist gleichzeitig skurril und tragisch – ein Mann, der sich selbst zum Helden erklärt, obwohl er die Gefahren seines Handelns nur begrenzt einschätzen kann.
Auch die Mischung aus Tragik und Humor gehört zu den Stärken des Films. Defendor nimmt seine Hauptfigur ernst, ohne ihre Eigenheiten lächerlich zu machen, und entwickelt daraus einen ungewöhnlichen Antiheldenfilm mit sozialem Unterton.
Der Filmdienst würdigte den Film als tragikomische Variation des Superhelden-Genres und betonte dabei insbesondere die ungewöhnliche Hauptfigur.
Themen und Motive
- Gerechtigkeit – Arthur möchte Verbrechen bekämpfen, auch wenn er dabei die Grenzen des Gesetzes überschreitet.
- Einsamkeit – Hinter Defendor steckt ein Mensch, der nach Anerkennung und einem Sinn in seinem Leben sucht.
- Gut und Böse – Der Film hinterfragt, wie eindeutig diese Begriffe im echten Leben tatsächlich sind.
- Selbstjustiz – Arthurs Mission wirft die Frage auf, ob ein selbst ernannter Held wirklich für Gerechtigkeit sorgen kann.
- Freundschaft und Vertrauen – Die Beziehung zwischen Arthur und Kat wird zu einem wichtigen Bestandteil seiner Entwicklung.
- Superhelden ohne Superkräfte – Der Film zeigt einen Helden, der allein durch Mut und Überzeugung an seine Mission glaubt.
Weiterführende Links
- IMDb – Defendor
- Moviepilot – Infos & Bewertungen
- Filmdienst – Kritik
- Cinema.de – Filminfo
- Film-Rezensionen – Review
- Rotten Tomatoes – Kritiken
- Metacritic – Score
🎬 Film-Tipp: Tango & Cash – Die Kult-Action-Komödie aus den 80ern
Tango & Cash ist eine US-amerikanische Action-Komödie aus dem Jahr 1989. Regie führte Andrei Konchalowsky, das Drehbuch stammt von Randy Feldman. In den Hauptrollen sind Sylvester Stallone, Kurt Russell und Teri Hatcher zu sehen.
Der Film feierte am 22. Dezember 1989 seine US-Premiere und kam am 29. März 1990 in die deutschen Kinos. Mit seiner Mischung aus spektakulärer Action, Buddy-Comedy und markanten Sprüchen entwickelte sich Tango & Cash zu einem beliebten Kultfilm des späten 80er-Jahre-Actionkinos.
Die Handlung von Tango & Cash
Raymond „Ray“ Tango und Gabriel „Gabe“ Cash sind erfolgreiche Ermittler beim Drogendezernat des Los Angeles Police Department. Mit ihren spektakulären Einsätzen bringen sie den mächtigen Drogen- und Waffenhändler Yves Perret zunehmend in Bedrängnis.
Obwohl beide hervorragende Polizisten sind, könnten ihre Persönlichkeiten kaum unterschiedlicher sein. Tango tritt stets elegant und kontrolliert auf, trägt teure Anzüge und wirkt eher kultiviert. Cash dagegen ist der lässige Draufgänger mit großem Mundwerk und einer Vorliebe für unkonventionelle Methoden.
Perret hat durch die Ermittlungen der beiden Cops bereits einen enormen finanziellen Schaden erlitten. Deshalb entwickelt er einen perfiden Plan: Tango und Cash sollen nicht einfach getötet, sondern durch gefälschte Beweise als korrupte Polizisten dargestellt werden.
Mit Hilfe korrupter Beamter werden die beiden tatsächlich hereingelegt und wegen Totschlags zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis müssen sie sich nicht nur gegen gefährliche Mithäftlinge behaupten, sondern erkennen auch, dass Perret seine Macht nutzen will, um sie endgültig aus dem Weg zu räumen.
Tango und Cash beschließen deshalb, gemeinsam zu fliehen. Nach einem spektakulären Ausbruch nehmen sie ihre Ermittlungen wieder auf und kommen einem weitreichenden Netzwerk aus Kriminellen und korrupten Beamten auf die Spur.
Schließlich gelangen die beiden an entscheidende Beweise, die ihre Unschuld belegen. Doch Perret gibt nicht auf und entführt Tangos Schwester Katherine „Kiki“ Tango, um die beiden Polizisten in eine letzte Falle zu locken.
Mit reichlich Feuerkraft und jeder Menge Selbstvertrauen stürmen Tango und Cash schließlich Perrets Versteck. Es kommt zu einem explosiven Showdown, bei dem die beiden ihre Gegner besiegen, Kiki retten und ihre Namen wieder reinwaschen können.
Am Ende zeigt sich, dass die beiden ungleichen Cops trotz ihrer ständigen Streitereien ein hervorragendes Team bilden. Genau diese Mischung aus Gegensätzen, Action und Humor macht den besonderen Reiz von Tango & Cash aus.
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Mein Fazit
Defendor ist kein klassischer Superheldenfilm, sondern eine ungewöhnliche Mischung aus Tragikomödie, Drama und Antiheldengeschichte. Der Film erzählt von einem Menschen, der trotz seiner eigenen Schwächen den Mut besitzt, für das einzustehen, was er für richtig hält.
Woody Harrelson verleiht Arthur Poppington eine beeindruckende Mischung aus Naivität, Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Gerade dadurch funktioniert die Figur weit über den üblichen Comic-Helden hinaus.
Urteil: Ein ungewöhnlicher und berührender Antiheldenfilm mit schwarzem Humor, sozialer Tiefe und einem starken Woody Harrelson – sehenswert für alle, die Superheldengeschichten abseits des Mainstreams mögen.