Frei geboren – Königin der WildnisFrei geboren – Königin der Wildnis (1966): Elsas Weg in die Freiheit
Frei geboren – Königin der Wildnis (Originaltitel: Born Free) ist ein britischer Abenteuerfilm aus dem Jahr 1966, der auf dem 1960 erschienenen Roman Born Free von Joy Adamson basiert.
Im Mittelpunkt stehen der Wildhüter George Adamson, seine Frau Joy Adamson und die junge Löwin Elsa, die von den Adamsons aufgezogen wird und schließlich auf ein Leben in der freien Wildnis vorbereitet werden soll.

Frei geboren – Königin der Wildnis (1966): Steckbrief
Handlung von Frei geboren – Königin der Wildnis
Der Wildhüter George Adamson arbeitet in Kenia. Nachdem er einen menschenfressenden Löwen erschießen musste und anschließend auch dessen aggressive Gefährtin töten musste, bringt er drei Löwenjunge nach Hause.
Seine Frau Joy Adamson übernimmt die Aufzucht der drei Jungtiere. Sie kümmert sich liebevoll um die Löwen und bringt sie sogar dazu, Milch zu sich zu nehmen. Besonders die kleinste der drei Löwen, Elsa, entwickelt eine enge Bindung zu ihrer Pflegemutter.
Als die Zeit gekommen ist, die Löwen an einen Zoo abzugeben, erkennt George, wie sehr seine Frau unter der Trennung leiden würde. Die beiden älteren Löwen werden in den Zoo gebracht, während Elsa bei den Adamsons bleiben darf.
Elsa wird zunehmend zu einem Teil der Familie. Sie kann sich im Haus bewegen und erhält gleichzeitig die Möglichkeit, durch die afrikanische Savanne zu streifen.
Elsa wird zum Problem
Als Elsa ausgewachsen ist, wird ihre Nähe zu den Menschen jedoch zu einem Grund zur Sorge. Der Bevollmächtigte des Distrikts schlägt deshalb vor, die Löwin ebenfalls in einen Zoo zu bringen.
Joy möchte verhindern, dass Elsa ihr Leben in Gefangenschaft verbringen muss. Sie erhält zwei Monate Zeit, um der Löwin das Leben in der Wildnis beizubringen.
Die schwierige Ausbildung
Elsa ist zahm und hat bislang weder selbst Beute erlegt noch sich gegen andere Tiere verteidigen müssen. Für die Adamsons beginnt deshalb eine schwierige Aufgabe: Die Löwin muss lernen, in der freien Natur selbstständig zu überleben.
Schon bei ihrer ersten Jagdlektion zeigt sich, wie schwierig diese Aufgabe ist. Elsa wird von einem Warzenschwein in die Flucht geschlagen.
Elsa kehrt in die Wildnis zurück
Den Adamsons gelingt es schließlich, Elsa auf ein Leben ohne menschliche Obhut vorzubereiten. Zu Beginn der Brunftzeit wird die Löwin in die Wildnis entlassen.
Ein Jahr später kehren Joy und George nach einem Aufenthalt in England nach Kenia zurück. Elsa erscheint wieder im Camp – diesmal nicht allein. Sie hat ihre eigenen drei Jungen dabei.
Sie verbringt einen Teil des Tages mit ihren Menschenfreunden und kehrt anschließend zu ihrem Gefährten zurück. Damit zeigt sich, dass Elsa inzwischen ihr eigenes Leben in der Wildnis führt.
Hintergrund zu Frei geboren – Königin der Wildnis
Die Geschichte basiert auf dem 1960 veröffentlichten Buch Born Free von Joy Adamson. Elsa wurde darin zur zentralen Figur einer dreiteiligen Buchreihe, zu der außerdem Living Free und Forever Free gehören.
Joy und George Adamson
Joy Adamson wurde 1910 in Österreich als Friederike Viktoria Gessner geboren. Aus Furcht vor dem nationalsozialistischen Regime zog sie mit ihrem ersten Ehemann nach Kenia. Nach weiteren persönlichen Veränderungen heiratete sie 1944 den Wildhüter George Adamson.
Die von den beiden aufgezogene Löwin Elsa wurde zur Protagonistin von Joy Adamsons Büchern und später auch des Films.
Die Dreharbeiten in Kenia
Virginia McKenna und Bill Travers, die im Film das Ehepaar Adamson darstellen, waren auch im wirklichen Leben verheiratet. Beide verzichteten bei den Dreharbeiten auf Doubles und arbeiteten selbst mit den Löwen vor der Kamera.
Der oscarprämierte Dokumentarfilmer James Hill wollte keine abgerichteten Tiere verwenden. Stattdessen wurden zahlreiche Löwen eingefangen und für die Dreharbeiten eingesetzt.
Insgesamt wurden mehr als 3.000 Tiere gefilmt. Nur ungefähr ein Dutzend davon waren später tatsächlich im fertigen Film zu sehen.
Auf Trickaufnahmen wurde weitgehend verzichtet. Wegen der Unberechenbarkeit der Tiere dauerten die Dreharbeiten insgesamt mehr als 42 Wochen.
Drehorte
Gedreht wurde unter anderem im Meru-Nationalpark und im Shaba-Nationalreservat in Kenia.
Die Premiere
Die Premiere fand am 14. März 1966 in London im Rahmen einer Royal Film Performance statt. In der Bundesrepublik Deutschland kam der Film am 22. April 1966 in die Kinos.
In der DDR wurde der Film am 4. Juli 1969 unter dem Titel Königin der Wildnis erstmals gezeigt.
Die wichtigsten Themen im Film
Mensch und Tier
Im Mittelpunkt steht die außergewöhnliche Beziehung zwischen den Adamsons und der Löwin Elsa. Der Film zeigt, wie aus der Aufzucht eines Wildtiers eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier entsteht.
Vertrauen und Verantwortung
Joy übernimmt Verantwortung für Elsa und möchte ihr gleichzeitig ein Leben ermöglichen, das ihrer natürlichen Lebensweise entspricht. Daraus entsteht ein grundlegender Konflikt zwischen menschlicher Fürsorge und der Notwendigkeit, das Tier selbstständig werden zu lassen.
Freiheit
Elsas Rückkehr in die Wildnis bildet das zentrale Motiv des Films. Die Adamsons müssen lernen, ihre enge Beziehung zu der Löwin nicht mit dauerhafter menschlicher Obhut gleichzusetzen.
Das Leben in der Wildnis
Der Film zeigt auch die Schwierigkeiten, die ein ehemals von Menschen aufgezogenes Tier beim Übergang in die freie Natur bewältigen muss.
Elsa muss jagen lernen, sich gegen andere Tiere behaupten und schließlich selbstständig für ihren Nachwuchs sorgen.
Auszeichnungen und Nominierungen
Academy Awards 1967
- Oscar in der Kategorie Beste Filmmusik: John Barry
- Oscar in der Kategorie Bester Song für „Born Free“ – Musik: John Barry, Text: Don Black
Golden Globe Awards 1967
- Nominierung als Bester Film (Drama)
- Nominierung für Virginia McKenna als Beste Hauptdarstellerin (Drama)
- Nominierung für John Barry für den Besten Filmsong
Grammy Awards 1967
- Nominierung für den Grammy Award for Best Score Soundtrack for Visual Media: John Barry
Laurel Awards 1967
- Laurel Award in der Kategorie Sleeper of the Year
- 3. Platz für das Lied Born Free
- 5. Platz für Virginia McKenna als beste Hauptdarstellerin in einem Drama
Genesis Award 1990
- Genesis Award in der Kategorie Bester Klassiker
Directors Guild of America Award 1967
- DGA Award for Outstanding Directorial Achievement in Motion Pictures: John Hill
Rezeption und Kritik
Das Lexikon des internationalen Films beschrieb den Film als sympathische Familienunterhaltung, die insbesondere durch das Spiel der Jungtiere und zahlreiche humorvolle Situationen ansprechend sei.
Die Filmzeitschrift Cinema bezeichnete Frei geboren – Königin der Wildnis als Naturfilmklassiker.
Der Kritiker Vincent Canby von der New York Times schrieb, bereits die Eröffnungssequenz vermittle den Eindruck, dass das Bestseller-Buch in die Hände von Filmemachern gelangt sei, die mit der Geschichte ernsthaft und sorgfältig umgingen.
Auch die Variety hob die emotionale Wirkung des Films hervor und beschrieb ihn als warmherzige Geschichte, die mit großer Sorgfalt umgesetzt worden sei.
Der Evangelische Film-Beobachter lobte insbesondere die Tieraufnahmen und die tierischen Hauptdarsteller und empfahl den Film sowohl Kindern als auch Erwachsenen.
Produktion und Besonderheiten
Eine Besonderheit von Frei geboren – Königin der Wildnis ist der weitgehende Verzicht auf Trickaufnahmen. Die Filmemacher wollten die Löwen möglichst natürlich vor der Kamera zeigen.
Virginia McKenna und Bill Travers arbeiteten bei den Dreharbeiten selbst mit den Tieren. Die Produktion musste sich dabei stark an das Verhalten der Löwen anpassen, da die Tiere keinen festen Zeitplan einhielten.
Deshalb erstreckten sich die Dreharbeiten über einen Zeitraum von mehr als 42 Wochen.
Die enorme Menge des gedrehten Tiermaterials – mehr als 3.000 gefilmte Tiere – zeigt den außergewöhnlichen Aufwand der Produktion.
Die Musik von John Barry
Für John Barry war der Film besonders bedeutend. Er gewann seinen ersten Oscar für die Filmmusik und außerdem den Oscar für den Song Born Free.
Das Lied ist insbesondere mit der internationalen Wahrnehmung des Films verbunden. In der US-Version wurde es von Matt Monro gesungen.
Fortsetzungen und weitere Filme
1972 entstand die Fortsetzung Drei Strolche in der Wildnis – Frei geboren II mit Nigel Davenport und Susan Hampshire als Ehepaar Adamson.
1974 folgte eine britische Fernsehserie mit dem Titel Born Free. Diana Muldaur und Gary Collins spielten darin das Ehepaar Adamson.
1996 entstand außerdem der Fernsehfilm Born Free – Frei geboren beziehungsweise Born Free – The New Adventures für den US-Sender ABC.
Der Dokumentarfilm The Lions Are Free von James Hill und Bill Travers aus dem Jahr 1969 beschäftigt sich mit dem weiteren Leben Elsas. Für den Film suchten Bill Travers, Virginia McKenna und George Adamson die Löwin in ihrem Revier auf.
Das Vermächtnis von Born Free
Virginia McKenna und Bill Travers gründeten später die Tierschutzorganisation Born Free Foundation, deren Name auf den Film zurückgeht.
Damit wirkte die Geschichte von Elsa auch über den Film hinaus weiter und wurde mit dem Schutz wild lebender Tiere verbunden.
Fazit zu Frei geboren – Königin der Wildnis
Frei geboren – Königin der Wildnis erzählt die außergewöhnliche Geschichte der Löwin Elsa und ihrer Beziehung zu Joy und George Adamson.
Der Film verbindet Naturaufnahmen, Tierbeobachtungen und eine persönliche Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie ein Wildtier, das von Menschen aufgezogen wurde, wieder ein selbstständiges Leben in der Natur führen kann.
Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen Aufnahmen der Löwen und die Tatsache, dass die Produktion weitgehend ohne Trickaufnahmen auskam. Die lange Drehzeit und die große Zahl gefilmter Tiere zeigen den außergewöhnlichen Aufwand hinter dem Film.
Elsas Rückkehr in die Wildnis und ihre spätere Rückkehr mit ihren eigenen drei Jungen bilden den emotionalen Abschluss der Geschichte.
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Weiterführende Links
- IMDb – Frei geboren – Königin der Wildnis
- Wikipedia – Frei geboren – Königin der Wildnis
- The New York Times – Born Free
- Cinema – Frei geboren – Königin der Wildnis
- Filmdienst – Frei geboren – Die Königin der Wildnis
- The Movie Database – Born Free
- Apple TV – Frei geboren – Königin der Wildnis
- Prisma – Frei geboren – Königin der Wildnis
Frei geboren – Königin der Wildnis - Born Free (1965) | Ganzer Film auf Deutsch
Redaktioneller Hinweis
Frei geboren – Königin der Wildnis basiert auf Joy Adamsons Buch Born Free und erzählt die Geschichte der von den Adamsons aufgezogenen Löwin Elsa.
Die im Artikel genannten Angaben zu Handlung, Hintergrund, Dreharbeiten, Auszeichnungen und Rezeption wurden aus den bereitgestellten Informationen übernommen.
Weitere Informationen: IMDb