Death Watch – Der gekaufte Tod
Death Watch – Der gekaufte Tod ist ein britisch-französischer Science-Fiction-Krimi aus dem Jahr 1980. In den Hauptrollen sind Romy Schneider und Harvey Keitel zu sehen. Der Film verbindet dystopische Zukunftsvisionen mit Medienkritik und einer bewegenden persönlichen Tragödie.
Originaltitel: Death Watch / La Mort en Direct
Deutscher Titel: Der gekaufte Tod
Produktionsland: Großbritannien / Frankreich
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1980
Genre: Science-Fiction, Krimi, Dystopie
Regie: Bertrand Tavernier
Hauptdarsteller: Romy Schneider, Harvey Keitel
Handlung
Der Film spielt in einer ungewissen Zukunft, die aus der Perspektive des Endes der 1970er-Jahre betrachtet wird. Die schottische Großstadt Glasgow wirkt zugleich lebendig und dem Verfall preisgegeben. Krankheiten werden medizinisch behandelt und scheinbar mühelos beseitigt, während das Fernsehen immer stärker den Alltag der Menschen bestimmt.
Die erfolgreichste Unterhaltungssendung heißt Death Watch. Weil die Menschen kaum noch mit Krankheit und Tod konfrontiert werden, macht die Sendung das Sterben selbst zum Spektakel: Die letzten Wochen eines todkranken Menschen werden live für ein Millionenpublikum übertragen.
Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Schriftstellerin Katherine Mortenhoe. Sie gehört zu den wenigen Menschen, die noch in jungen Jahren an einer unheilbaren Krankheit leiden. Die Ärzte teilen ihr mit, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat.
Das Produktionsteam von Death Watch sieht in Katherine die perfekte Protagonistin für die makabre Fernsehsendung und setzt sie zunehmend unter Druck. Zunächst weigert sie sich, ihren Tod öffentlich zu machen. Doch schließlich unterschreibt sie einen Vertrag.
Als Katherine begreift, was dieser Vertrag tatsächlich bedeutet, entscheidet sie sich zur Flucht. In einem Obdachlosenasyl begegnet sie Roddy. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Nähe – doch Katherine ahnt nicht, dass Roddy im Auftrag von Death Watch handelt.
Roddy trägt eine kleine Kamera in seinem Körper. Die Aufnahmen werden über seine Augen übertragen, sodass die Fernsehsendung praktisch alles sehen kann, was er selbst sieht. Katherine wird damit zum unfreiwilligen Mittelpunkt einer permanenten Überwachung.
Während der gemeinsamen Flucht beginnt Roddy, echte Gefühle für Katherine zu entwickeln. Gleichzeitig erkennt er immer deutlicher, wie unmenschlich seine Rolle innerhalb der Sendung ist. Sein Gewissenskonflikt wird schließlich zur entscheidenden Frage des Films: Wem gehören die Bilder eines Menschen – und wem gehört sein Leben?
Katherine versucht unterdessen, ihre Selbstbestimmung zurückzugewinnen und dem makabren Medienspektakel ein Ende zu setzen.

Hintergrund
Death Watch beschäftigt sich mit Fragen, die auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung erstaunlich aktuell wirken: Überwachung, Sensationslust, Voyeurismus und die kommerzielle Verwertung persönlicher Schicksale.
Besonders deutlich sind die Parallelen zu dystopischen Werken wie George Orwells 1984. Im Mittelpunkt stehen weniger eine klassische politische Diktatur als vielmehr die permanente Beobachtung des Einzelnen und die Macht eines Systems, das private Erfahrungen in Unterhaltung verwandelt.
„Ein Thema, das mich an 1984 erinnert, ist die permanente Überwachung und die Kontrolle des Menschen.“
Der Film geht jedoch einen eigenen Weg: Nicht nur staatliche Kontrolle, sondern vor allem die Unterhaltungsindustrie wird zur Bedrohung. Death Watch zeigt eine Gesellschaft, in der selbst Sterben und Privatsphäre zu Waren werden können.
Stab
- Regie: Bertrand Tavernier
- Drehbuch: David Rayfiel, Bertrand Tavernier
- Produktion: Sara Films / Little Bear
- Kamera: Pierre-William Glenn
- Musik: Antoine Duhamel
Besetzung
- Romy Schneiderals Katherine Mortenhoe
- Harvey Keitelals Roddy
- Harry Dean Stantonals Vincent Ferriman
- Max von Sydowals Gerald Mortenhoe
- Thérèse Liotardals Barbara
Kritik
Death Watch lebt weniger von spektakulären Science-Fiction-Effekten als von seiner beklemmenden Atmosphäre und seinem ungewöhnlichen Grundgedanken. Die Vorstellung, dass der Tod eines Menschen zu einer quotenstarken Fernsehsendung wird, wirkt zugleich absurd und erschreckend plausibel.
Besonders stark ist Romy Schneider in der Rolle der Katherine Mortenhoe. Sie spielt eine Frau, die zunächst als Objekt eines Medienunternehmens betrachtet wird und sich Schritt für Schritt gegen diese Vereinnahmung wehrt.
Auch die Beziehung zwischen Katherine und Roddy verleiht dem Film eine emotionale Ebene. Aus einem zunächst rein geschäftlichen Verhältnis entwickelt sich ein Konflikt zwischen Loyalität, Schuld, Liebe und moralischer Verantwortung.
Die ruhige, teilweise fast dokumentarisch wirkende Inszenierung verstärkt die bedrückende Wirkung. Gerade dadurch entsteht ein Film, der weniger durch Action als durch seine Fragen nach Privatsphäre, Medienmacht und menschlicher Würde im Gedächtnis bleibt.
Mein Fazit
Death Watch – Der gekaufte Tod gehört zu den bemerkenswerten späteren Filmen von Romy Schneider. Die Rolle der Katherine Mortenhoe gibt ihr die Möglichkeit, eine verletzliche, zugleich aber entschlossene Frau zu verkörpern, die um ihre Selbstbestimmung kämpft.
„Einer der späteren Filme von Romy Schneider – und eine ebenfalls interessante Rolle.“
Besonders interessant ist, wie aktuell die Grundidee des Films auch heute noch wirkt. Die permanente Beobachtung, die Vermarktung privater Schicksale und die Faszination des Publikums für fremdes Leid sind längst keine rein futuristischen Vorstellungen mehr.
Death Watch ist deshalb nicht nur ein Science-Fiction- Krimi, sondern auch eine eindringliche Medienkritik. Der Film stellt die unangenehme Frage, wie weit Unterhaltung gehen darf – und was passiert, wenn die Würde eines Menschen der Quote geopfert wird.
Mein Urteil: Ein bedrückender, kluger und atmosphärischer Science-Fiction-Krimi, der durch seine Medienkritik und Romy Schneiders intensive Darstellung auch heute noch sehenswert ist.
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Weiterführende Informationen
Videos
Der gekaufte Tod | ROMY SCHNEIDER | Dramafilm
Der gekaufte Tod (1980)
Regisseur: Bertrand Tavernier
Drehbuch: David Compton, David Rayfiel, Bertrand Tavernier
Schauspieler: Romy Schneider, Harvey Keitel, Harry Dean Stanton
Genre: Drama, Science-Fiction, Thriller
Land: Frankreich, Westdeutschland
Sprache: Deutsch
Auch bekannt als: Death Watch - Der gekaufte Tod
Erscheinungsdatum: 23. Januar 1980 (Frankreich)
Drehorte: Mull of Kintyre, Kintyre, Argyll and Bute, Schottland, Vereinigtes Königreich
Handlung:
In einer Stadt der Zukunft, wo der Tod durch Krankheit kaum mehr vorkommt, sind die TV-Gewaltigen auf eine zynische Idee gekommen: Sie bieten ihren Zuschauern die Möglichkeit, einen wirklichen Tod absolut lebensecht mitzuerleben. Ein Reporter, an dessen Sehnerven eine Miniaturkamera angeschlossen ist, verfolgt eine todgeweihte Person bei jedem ihrer letzten Schritte, bis zum Ende. Die Ängste und Verzweiflung der Kandidatin, welche die Kamera aufzeichnet und allabendlich über die Fernsehgeräte verbreitet, läßt die Einschaltquoten in der Tat steigen. Doch der Mensch Roddy verliebt sich in sein Objekt und wehrt sich gegen seine Funktion, bis schließlich die Kamera in seinem Kopf zerstört ist und er selbst erblindet.
Bewertungen:
Dieser Film sagte die Schattenseiten des „Reality-TV“-Wahns zwanzig Jahre im Voraus voraus. Eine wunderbare, grüblerische Kinematografie rund um das deprimierteste Glasgow. Dies ist definitiv ein Film, der es verdient, weiter verbreitet und bekannter zu sein, als er es derzeit ist. Ironischerweise handelt es sich um Romy Schneiders letzten Film und eine hervorragende, sehr realistische Darstellung im Stil der eher künstlerischen 70er Jahre. Ich sollte erwähnen, dass ich diesen Film vor einigen Jahren in Glasgow gesehen habe, und zwar in der europäischen Fassung, nicht in der anscheinend zensierten amerikanischen Version, die den Kern der Sache verfehlt.
- geschrieben von "fwatherton" auf IMDb.com
Auch bekannt als:
(Originaltitel) La mort en direct
Argentinien La muerte en directo
Australien Death Watch
Belgien De dood op het scherm (Flämisch)
Brasilien A Morte ao Vivo
Bulgarien Смърт на живо (Bulgarisch)
Kanada Death Watch (Englisch)
Tschechoslowakei Smrt v přímém přenosu
Ecuador La mort en direct
Finnland Katherine Mortenhoen Ostettu Kuolema (Titel der Videobox)
Finnland Ostettu kuolema (Videotitel)
Frankreich La Mort en direct
Deutschland Der gekaufte Tod
Griechenland Promeletimeni dolofonia (transkribierter Titel)
Ungarn Halál egyenes adásban
Indien Death Watch (Englisch)
Irland Death Watch (Englisch)
Israel Muv'it B'Shidur Hie (Hebräisch)
Italien La morte in diretta (Arbeitstitel)
Japan SFデス・ブロードキャスト
Niederlande Death Watch (Niederländisch, alternativer Titel)
Polen Śmierć na żywo
Portugal A Morte em Directo
Sowjetunion Преступный репортаж (Russisch)
Sowjetunion „Прямой репортаж о смерти“ (russisch, alternativer Titel)
Spanien La muerte en directo
Schweden Direktsänd död(Video Title)
Türkei Ölümü beklerken(Turkish)
Ukraine Смерть наживо
Vereinigtes Königreich Death Watch
Vereinigte Staaten Death Watch
Westdeutschland Der gekaufte Tod
Westdeutschland Death Watch - Der gekaufte Tod
Weltweit Death Watch(English)
Weltweit Death in Full View(English, Alternative Title)
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