Waterloo (1970)
Waterloo ist ein italienisch-sowjetischer Historienfilm aus dem Jahr 1970. Regie führte Sergei Bondartschuk. Der Film behandelt die berühmte Schlacht bei Waterloo und zeigt das Ende der Herrschaft Napoleons im Jahr 1815.
Die internationale Produktion entstand unter anderem mit Unterstützung von Mosfilm und der DEFA. Dadurch zählt Waterloo bis heute zu den größten europäischen Filmprojekten seiner Zeit.
Handlung
Zunächst zeigt der Film die Rückkehr Napoleons von der Insel Elba. Danach marschiert er mit seinen Anhängern nach Paris. König Ludwig XVIII. will ihn stoppen und befiehlt Marschall Ney, Napoleon festzunehmen.
Allerdings kommt es anders. Napoleon überzeugt die Soldaten mit seinem Auftreten und seinem Charisma. Deshalb wechseln viele Männer erneut auf seine Seite. Kurz darauf unterstützt auch Marschall Ney den ehemaligen Kaiser.
Anschließend übernimmt Napoleon wieder die Macht in Frankreich. Gleichzeitig verehrt ihn ein großer Teil des Volkes weiterhin als Nationalhelden. Deshalb gelingt es ihm schnell, eine neue Armee aufzustellen.
Im weiteren Verlauf bereitet sich Europa auf den Krieg vor. Die Alliierten werden vom britischen General Wellington und dem preußischen Feldmarschall Blücher angeführt. Dennoch glaubt Napoleon an seinen Sieg.
Schließlich kommt es zur berühmten Schlacht bei Waterloo. Zunächst haben die Franzosen Vorteile. Doch dann verschlechtert sich das Wetter. Wegen des starken Regens beginnt der Angriff verspätet. Dadurch erhalten die Preußen genug Zeit, um Wellington zu unterstützen.
Außerdem greifen Teile der französischen Kavallerie ungeordnet an. Deshalb erleiden sie schwere Verluste. Am Ende wird Napoleons Armee zwischen britischen und preußischen Truppen eingekesselt. Schließlich bleibt nur noch der Rückzug. Auf dem Schlachtfeld liegt am Ende Napoleons berühmter Zweispitz.
Produktion
Die Produktion von Waterloo war außergewöhnlich aufwendig. Produzent Dino De Laurentiis arbeitete dafür mit Mosfilm zusammen. Insgesamt kostete der Film mehr als 12 Millionen Pfund und gehörte damit zu den teuersten Produktionen seiner Zeit.
Besonders beeindruckend ist die Größe der Massenszenen. Mosfilm stellte rund 16.000 Soldaten der Sowjetarmee sowie eine Brigade Kavallerie als Statisten zur Verfügung. Zusätzlich wurden Tausende Männer im Umgang mit Musketen, Säbeln und Kanonen geschult.
Für die Dreharbeiten verwandelte man ein großes Gebiet in der Ukraine in ein historisches Schlachtfeld. Dafür wurden Straßen gebaut, Bäume versetzt und historische Gebäude nachgebildet. Außerdem installierte das Team kilometerlange Bewässerungsanlagen, um den typischen Schlamm der Schlacht zu erzeugen.
Die Schlachtszenen wirken deshalb auch heute noch beeindruckend realistisch. Viele Szenen wurden gleichzeitig mit mehreren Panavision-Kameras aufgenommen. Zusätzlich kamen Kameratürme, Schienenfahrzeuge und Hubschrauber zum Einsatz.
Besetzung
- Rod Steiger als Napoleon Bonaparte
- Christopher Plummer als Herzog von Wellington
- Orson Welles als Ludwig XVIII.
- Jack Hawkins als General Thomas Picton
Auszeichnungen
Waterloo erhielt mehrere Auszeichnungen. Unter anderem gewann der Film 1971 den britischen Filmpreis für die beste Ausstattung und das beste Kostümbild. Zusätzlich erhielt die Produktion den italienischen Filmpreis David di Donatello.
Rezeption
Die Kritiken zu Waterloo fielen überwiegend positiv aus. Vor allem die riesigen Schlachtszenen und die detailreiche Ausstattung wurden gelobt. Außerdem gilt der Film bis heute als technisch beeindruckendes Monumentalkino.
Kritiker lobten ebenfalls Christopher Plummer als Wellington. Rod Steiger als Napoleon wurde dagegen unterschiedlich bewertet. Dennoch bleibt seine Darstellung bis heute ein wichtiger Teil des Films.
Auch heute beeindruckt Waterloo durch seine echten Massenszenen. Gerade deshalb hebt sich der Film deutlich von modernen Computerproduktionen ab.
Mein Fazit
Waterloo ist nicht nur ein Monumentalfilm, sondern auch ein Stück europäischer Filmgeschichte. Die Zusammenarbeit zwischen Italien, der Sowjetunion und der DEFA macht die Produktion besonders interessant.
Vor allem die gewaltigen Schlachtszenen und die authentische Ausstattung bleiben im Gedächtnis. Gleichzeitig zeigt der Film eindrucksvoll, wie aufwendig großes Kino vor dem digitalen Zeitalter war. Deshalb gehört Waterloo für mich definitiv auf den Blog.
Quellen
Waterloo (Film 1970/Deutsch)
Es war keine Schlacht wie jede andere, die am 18. Juni 1815 nahe des belgischen Dorfes Waterloo stattfand. Je 70.000 Mann standen sich gegenüber, als ...Sir Arthur Wellesley, Duke of Wellington und Gebhard Leberecht von Blücher gemeinsam gegen Napoleon I. zogen, um Europa von dessen 18-jähriger Herrschaft zu befreien. Eine gigantische Schlacht tobte an jenem Tag, an deren Ende nicht nur unzählige Gefallene die Felder säumten, sondern auch die entscheidende Niederlage des ruhmreichen Feldherrn Napoleon I. Stand.
Der russische Regisseur und Schauspieler Sergeij Bondartschuk hat sich 1969 den historischen Stoff vorgenommen, um der monumentalen Schlacht ein filmisches Denkmal zu setzen. Mit großem finanziellen und technischen Aufwand sowie einer immensen Schar an Komparsen gelang es Bondartschuk, ein realistisches Kriegsszenario auf die Leinwand zu bannen. Vor allem aber durch die schauspielerische Leistung des Starensembles mit Rod Steiger als Napoleon, Orson Welles als Louis XVIII. und Christopher Plummer als Sir Arthur Wellesley, Duke of Wellington ist Waterloo ein cineastisches Meisterwerk geworden.
Bondartschuk unterstrich mit diesem Film seinen Ruf als Spezialisten für Monumentalverfilmungen, den er sich mit der vierteiligen Verfilmung von Tolstois Krieg und Frieden zwei Jahre zuvor erworben hatte. Die langjährige Zusammenarbeit mit Militärberatern bei diesem Projekt schlägt sich auch in der effektvollen Inszenierung der Massenszenen und den präzisen und faszinierenden Schlachtengemälden in Waterloo nieder, die bis heute nichts an Kraft und Eindringlichkeit eingebüßt haben.
http://www.imdb.com/title/tt0066549/
http://www.amazon.de/Waterloo-Rod-Steiger/dp/B00004S5SU/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1350740072&sr=1-1Mehr anzeigen