Mara und der Feuerbringer
Deutsches Fantasy–Abenteuer zwischen Mythologie und Moderne
Mara und der Feuerbringer ist ein deutscher Fantasyfilm aus dem Jahr 2015. Er basiert auf dem ersten Band der gleichnamigen Romantrilogie von Tommy Krappweis, der sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte. Die Geschichte verbindet nordisch-germanische Mythologie mit einer modernen Coming-of-Age-Erzählung.
Fan-Bild zu Mara und der Feuerbringer – Mara entdeckt eine magische Welt voller Geheimnisse und Abenteuer.
Produziert wurde der Film von Christian Becker (Rat Pack Filmproduktion) in Zusammenarbeit mit RTL Television und bumm film. Die Weltpremiere fand am 29. März 2015 in Köln statt, der Kinostart folgte am 2. April 2015.
Handlung
Die 14-jährige Mara Lorbeer lebt in München und wünscht sich eigentlich nur ein normales Leben. Doch seit ihrem zwölften Lebensjahr wird sie von düsteren Visionen verfolgt. Ihre esoterikbegeisterte Mutter schleppt sie zu Baumsprechseminaren, und in der Schule gilt Mara als Außenseiterin.
Nach einem dieser Seminare begegnet sie einem sprechenden Zweig, der ihr offenbart, dass sie eine Spákona ist – eine nordisch-germanische Seherin. Ihre Aufgabe: die drohende Götterdämmerung verhindern. In einer Vision sieht sie Thor und Loki, der seit Jahrhunderten gefesselt ist und vom Gift einer Schlange gequält wird. Sollte Loki sich befreien, droht das Ende der Welt.
Mara sucht Hilfe beim Mythologie-Experten Professor Reinhold Weissinger. Erst als er eine Zeichnung Maras entdeckt, die die Midgardschlange zeigt, wird er neugierig. Als Mara ihn in eine Vision mitnimmt und er dort Thor und Loki begegnet, erkennt er die Wahrheit und beschließt, ihr zu helfen.
Doch Loki spricht weiterhin durch Visionen zu Mara. Er bittet sie, seine Frau Sigyn zu befreien, die vom Feuerwesen Loge entführt wurde. Mara reist in den Vulkan des Feuerbringers, findet Sigyn und die magische Schale, kehrt jedoch ohne Sigyn zurück.
Gestärkt durch Lokis Macht wehrt sich Mara erstmals gegen ihre Mobberin Larissa – mit fatalen Folgen. Erst die Versöhnung im Krankenhaus bringt Mara wieder auf ihren Weg.
Gemeinsam mit Weissinger sucht sie den Drachentöter Siegfried auf der Gnitaheide auf. Durch ein Missgeschick transportiert Mara Siegfried und den Lindwurm in die Münchner Residenz, wo Chaos ausbricht. Schließlich gelangen alle in die Vulkanwelt des Feuerbringers. Nachdem Lindwurm und Siegfried scheitern, erkennt Mara, wie sie Loge besiegen kann. Sigyn wird befreit, Loki gerettet, und Mara spricht einen Vergessenszauber über die Besucher der Residenz.
Am Ende begreift Mara, dass sie nie allein war – und dass ihre Mutter immer an ihrer Seite stand.
Darsteller
- Lilian Prent – Mara Lorbeer
- Jan Josef Liefers – Professor Weissinger
- Christoph Maria Herbst – Loki
- Esther Schweins – Maras Mutter
- Eva Habermann – Sigyn
Hintergrund
Tommy Krappweis legte großen Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit. Die mythologischen Inhalte basieren auf aktuellen Erkenntnissen und wurden vom Skandinavisten Professor Rudolf Simek fachlich begleitet. Dadurch hebt sich der Film deutlich von vielen klassischen Fantasyproduktionen ab.
Gedreht wurde u. a. in München, Bayrischzell, Spitzingsee, Inzell, Oberding und den MMC Studios Köln-Ossendorf.
Für den Soundtrack coverte die Band Schandmaul den Song „Ein echter wahrer Held“. 2017 erschien die Fan-Dokumentation Götter, Gags und Fantasy – Die Mara Story auf Rocket Beans TV.
Rezeption
Die Kritiken fielen unterschiedlich aus. Gelobt wurden vor allem die gelungene Verbindung aus nordisch-germanischer Mythologie, moderner Jugendgeschichte und den überzeugenden Darstellerleistungen. Kritische Stimmen bemängelten hingegen teilweise das Erzähltempo und die Spezialeffekte.
Die GameStar schrieb: „Kein neuer Herr der Ringe, aber ein sehr guter Fantasy-Familienfilm aus Deutschland.“
Besonders die Fantasy-Community unterstützte den Film nach dem Kinostart stark. Auf Conventions entwickelte sich eine regelrechte „Mara-Tour“, die dem Film neues Leben einhauchte.
Auszeichnungen
- FBW-Prädikat „wertvoll“
- RPC Fantasy Award – Auszeichnung als bester deutscher Fantasyfilm
- FBW-Jugendjury: 4–5 Sterne in mehreren Kategorien
- Offizielle Auswahl des Giffoni Film Festival
Highlights
- Fantasy-Abenteuer mit wissenschaftlich fundierter Mythologie
- Starke Coming-of-Age-Geschichte
- Charismatische Figuren wie Loki, Sigyn und Siegfried
- Humor, Herz und spannende Effekte
- Ein deutscher Genre-Film, der sich nicht hinter Hollywood verstecken muss
Mein Fazit
Mara und der Feuerbringer ist ein mutiger deutscher Fantasyfilm, der nordisch-germanische Mythologie, Humor und moderne Jugendthemen gelungen miteinander verbindet. Trotz seines schwierigen Kinostarts entwickelte sich der Film zu einem echten Fan-Liebling. Wer Fantasy abseits der großen Hollywood-Produktionen sucht, sollte diesem außergewöhnlichen Abenteuer unbedingt eine Chance geben.
Film-Tipp
Wer Der Winterprinz – Miras magisches Abenteuer oder andere Fantasyfilme mit nordischer Atmosphäre mag, sollte sich auch Mara und der Feuerbringer nicht entgehen lassen.
➡️ Der Winterprinz – Miras magisches Abenteuer
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