Parisische Kinder: Historiendrama über die Rafle 1942
Die Kinder von Paris – Historisches Drama über die Rafle du Vélodrome d’Hiver
Originaltitel: La Rafle • Land: Frankreich / Deutschland / Ungarn • Genre: Historienfilm / Drama • Regie: Rose Bosch • Kinostart: 2010
Die Kinder von Paris ist ein französisch-deutsch-ungarisches Historiendrama aus dem Jahr 2010. Der Film basiert auf wahren Ereignissen und rekonstruiert die große Razzia vom Juli 1942, die als Rafle du Vélodrome d’Hiver in die Geschichte einging. Im Mittelpunkt steht der elfjährige Joseph „Jo“ Weismann, der als einer der wenigen Kinder überlebte.
Weitere Informationen:
Die Handlung
Ein Kind im besetzten Paris
Der elfjährige Jo Weismann lebt mit seiner Familie im von Deutschland besetzten Paris. Wie alle jüdischen Kinder muss er den Judenstern tragen. Außerdem darf er bald nicht mehr in den Park, um mit seinen Freunden zu spielen. Dennoch versucht die Familie, ihren Alltag aufrechtzuerhalten.
Doch das NS-Regime plant mehr. Um die sogenannte „Endlösung“ voranzutreiben, beschließen die Machthaber eine große Razzia. Dabei sollen zunächst staatenlose Juden aus Polen oder Österreich verhaftet werden – darunter auch die Familie Weismann.
Die Razzia vom 16. und 17. Juli 1942
Am Morgen des 17. Juli 1942 werden rund 13.000 Juden von französischen Polizeieinheiten zusammengetrieben. Jo muss mit ansehen, wie sein Freund Simon Zygler von seiner Mutter getrennt wird. Ledige Mütter mit Kindern sollen sofort in Vernichtungslager deportiert werden. Trotzdem gelingt es einigen mutigen Franzosen, jüdische Kinder zu verstecken oder als ihre eigenen auszugeben.
Etwa 7000 Menschen werden anschließend in das Vélodrome d’Hiver gebracht. Dort herrschen katastrophale hygienische Bedingungen. Wasser und Lebensmittel werden knapp. Dennoch versuchen der jüdische Arzt Dr. David Scheinbaum und die protestantische Krankenschwester Annette Monod, den Menschen zu helfen – oft unter Lebensgefahr.
Deportation nach Beaune-la-Rolande

Fünf Tage später werden die Gefangenen in Viehwaggons in das Lager Beaune-la-Rolande gebracht. Obwohl sie nicht müsste, begleitet Krankenschwester Monod die Menschen dorthin. Auch im Lager kümmert sie sich weiter um die Kinder und versucht, ihnen Mut zu machen.
Doch schon bald folgt der nächste Schicksalsschlag. Da das Regime weitere Deportationen befiehlt, werden Eltern und Kinder brutal voneinander getrennt. Jo muss seiner Mutter versprechen, zu überleben. Kurz darauf gelingt ihm gemeinsam mit einem anderen Jungen die Flucht aus dem Lager.
Nach dem Krieg
Paris, 1945: Der Krieg ist vorbei. Annette Monod arbeitet weiterhin mit heimatlosen Kindern. Eines Tages begegnet sie Jo wieder. Er hat überlebt und wurde von einem Bauernpaar aufgenommen.
Kritiken
Das wurde gelobt
- Authentische Darstellung: Der Film zeigt eindrucksvoll die Beteiligung französischer Behörden.
- Emotionale Perspektive: Die Kinderperspektive macht das Geschehen besonders greifbar.
- Starke Darsteller: Mélanie Laurent und Jean Reno überzeugen in ihren Rollen.
Das wurde kritisiert
- Mehrere Erzählstränge: Einige Kritiker bemängelten, dass der Film zu viele Figuren gleichzeitig verfolgt.
- Dramatisierung: Manche empfanden die emotionale Inszenierung als zu stark betont.
- Oberflächliche Tiefe: Trotz intensiver Szenen bleibe der Film stellenweise an der Oberfläche.
Hintergrund
Der Film wurde 2009 mit einem Budget von 20 Millionen Euro gedreht. Viele Szenen entstanden an Originalschauplätzen in Paris. Das Vélodrome d’Hiver und das Lager Beaune-la-Rolande wurden in Ungarn detailgetreu nachgebaut. Der Film lief 2010 in Frankreich, Belgien und der Schweiz an und eröffnete später das Internationale Filmfestival in Jerusalem.
Besonders wichtig: Der Film gehört zu den ersten Shoah-Dramen, die nicht nur die Verbrechen der Deutschen zeigen, sondern auch die Kollaboration vieler Franzosen thematisieren.
Mein Fazit
Die Kinder von Paris ist ein bewegendes Drama, das die Schrecken des NS-Regimes eindringlich darstellt. Gleichzeitig erinnert der Film daran, wie wichtig Zivilcourage ist. Für mich ist es ein Werk, das zeigt, weshalb sich solche Ereignisse niemals wiederholen dürfen.
Besetzung
Jean Reno (Dr. David Scheinbaum), Mélanie Laurent (Annette Monod), Gad Elmaleh (Schmuel Weismann), Raphaëlle Agogué (Sura Weismann), Hugo Leverdez (Jo Weismann), Rebecca Marder (Rachel Weismann), Sylvie Testud (Bella Zygler), Oliver Cywie (Simon Zygler) u. v. m.
Synchronisation
Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:
| Rolle | Deutsche Stimme |
|---|---|
| Dr. David Scheinbaum | Joachim Kerzel |
| Annette Monod | Stephanie Kellner |
| Schmuel Weismann | Philipp Brammer |
| Sura Weismann | Claudia Lössl |
| Jo Weismann | Matthias Feldhöfer |
| Simon Zygler | Julian Rehrl |
| Corot | Michael Roll |
| Hélène Timonier | Elisabeth Günther |
| Philippe Pétain | Fred Maire |
| Nono Zygler | Marc Fuhr |
| Bella Ziegler | Alexandra Ludwig |
| Dina Traube | Irina Wanka |
| Rachel Weismann | Laura Maire |
| Anna Traube | Malika Bayerwaltes |
| Concierge | Angelika Bender |
| Capitaine Pierret | Tobias Lelle |
| Dr. Jousse | Dietmar Wunder |
| Charlotte Weismann | Maresa Sedlmeir |
| Priester Bernard | Ekkehardt Belle |
| Louise Ziegler | Marcia von Rebay |
| Bäckerin | Dagmar Heller |
| Jean Leguay | Claus Brockmeyer |
| Émile Hennequin | Gudo Hoegel |
| Polizist Weissmann | Manuel Straube |
| Milicien Weismann | Patrick Roche |
| Gaston Roques | Thomas Wenke |
| Gardier Ziegler | Florian Brückner |
| Generaladjutant Desnoyers | Ulrich Frank |
| Joseph Kogan | Paul Deny |
| Lucien Timonier | Lenny Peteanu |
| Milicien Traube | Stefan Günther |
| Matthey Joanis | Eva Maria Bayerwaltes |