The Legend of Goemon (2009) – Goemon: Die Legende des Ninja-Kriegers
The Legend of Goemon – im deutschen Fernsehen unter dem Titel Goemon: Die Legende des Ninja-Kriegers bekannt – ist ein japanischer Kinofilm von Regisseur Kazuaki Kiriya aus dem Jahr 2009. Vor dem historischen Hintergrund der Einigung Japans unter Tokugawa Ieyasu erzählt der Film die teils fiktive, teils mythologisch überlieferte Geschichte des Meisterdiebs und ehemaligen Ninja Ishikawa Goemon. Die Hauptrolle übernahm der bekannte Schauspieler Yōsuke Eguchi.
Handlung
Die Geschichte beginnt im Jahr 1563 während der Sengoku-Zeit. Der junge Goemon muss den gewaltsamen Tod seiner Eltern miterleben. Kurz darauf wird er von Straßenräubern bedroht, doch Fürst Oda Nobunaga rettet ihn und nimmt ihn gemeinsam mit dem Jungen Kirigakure Saizō in seine Obhut. Beide werden von Odas Samurai Hanzō zu Ninjas ausgebildet.
Goemon erhält später den Auftrag, die kleine Chacha – Odas Nichte – zu beschützen. Zwischen beiden entsteht eine enge Freundschaft. Als Anerkennung schenkt sie ihm einen Fächer, während Oda ihm ein kostbares Doppelklingenschwert überreicht.
Nach Odas Ermordung entscheidet sich Goemon, sein Ninja-Leben hinter sich zu lassen. Er teilt sein Schwert und schenkt Saizō eine Hälfte. Doch unter der neuen Herrschaft von Toyotomi Hideyoshi wird Goemon zum gesuchten Mann, da er beginnt, reiche Adlige zu bestehlen und das Geld an die Armen zu verteilen.
Die eigentliche Handlung setzt 1582 ein: Während Kyoto ein Fest feiert, bricht Goemon in das Schloss eines Samurai ein und stiehlt dessen Schatz. Dabei findet er ein kleines, leeres Kästchen, das sich später als äußerst bedeutend herausstellt. Kurz darauf beginnt eine Jagd durch die Stadt, denn Toyotomis Vertrauter Ishida Mitsunari sucht genau dieses Kästchen.
Goemon entdeckt darin eine versteckte Karte, die ihn zu einem geheimen Dokument führt. Dieses enthüllt, dass Toyotomi am Mord seines einstigen Gönners Oda beteiligt war. Von Rache getrieben nimmt Goemon einen Auftrag an, Toyotomi zu töten – doch das Attentat verläuft anders als geplant.
Im weiteren Verlauf verstricken sich Goemon, Saizō, Chacha und die politischen Mächte Japans in ein Netz aus Verrat, Loyalität und Rache. Die Ereignisse gipfeln schließlich in der berühmten Schlacht von Sekigahara, in der Goemon in Odas roter Rüstung in den Kampf reitet, um Frieden zu erzwingen.
Wissenswertes
Der Film ist nach Casshern Kazuaki Kiriyas zweites Werk. Beide Filme teilen einen sehr ähnlichen visuellen Stil: überzeichnet, stilisiert, experimentell und stark digital bearbeitet. Die Kulissen wirken bewusst künstlich und erinnern an eine Mischung aus Anime, Theaterbühne und Videospiel.
Viele Figuren des Films existierten historisch tatsächlich, darunter Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Ishida Mitsunari und Tokugawa Ieyasu. Die Figur des Ishikawa Goemon hingegen ist stark mythologisch geprägt – ähnlich wie Robin Hood.
Regisseur Kiriya hat einen kurzen Cameo-Auftritt als Akechi Mitsuhide. Außerdem gab der südkoreanische MMA-Kämpfer Choi Hong-man hier sein Schauspieldebüt.
Kritiken
Die Kritiken fielen sehr unterschiedlich aus. Einige lobten die mutige Optik, die kreativen Ideen und die epische Inszenierung. Andere kritisierten die überdrehten Effekte, die teils unrealistischen Kämpfe und die pathetische Erzählweise. Besonders positiv hervorgehoben wurden jedoch die Darstellerleistungen und die Charakterentwicklung.
Auszeichnungen
- Nominierung bei den Asian Film Awards 2010 für das beste Kostümdesign
- Nominierung für die besten visuellen Effekte
Der Soundtrack stammt von Akihiko Matsumoto. Das Titellied „Rosa“ wurde von Yoshiki (X-Japan) komponiert und produziert.
Mein Fazit
Japan liefert immer wieder außergewöhnliche Filme – und The Legend of Goemon ist definitiv einer davon. Das historische Action-Epos kombiniert Mythologie, Politik und spektakuläre Kampfsequenzen zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Mischung aus Fantasy, Drama und Historienfilm wirkt ungewöhnlich, aber gerade das macht den Film so interessant.
Mich persönlich spricht der Film sehr an. Er ist visuell mutig, emotional, manchmal übertrieben, aber immer unterhaltsam. Auch die IMDb-Bewertung von 6,6/10 (5670 Stimmen) zeigt, dass der Film seine Fans hat.
Was meint ihr dazu? Kennt ihr den Film oder habt ihr andere japanische Historienfilme, die ihr empfehlen würdet?