Metropolis (1927) – Fritz Langs visionäres Science-Fiction-Epos
Metropolis ist ein deutscher Science-Fiction-Stummfilm des Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1927. Nach dem Roman von Thea von Harbou entwirft der expressionistische Monumentalfilm das Bild einer futuristischen Stadt, in der eine privilegierte Oberschicht über einer ausgebeuteten Arbeiterklasse lebt. Mit seinen monumentalen Kulissen, seiner Maschinenästhetik und dem ikonischen Maschinenmenschen zählt der Film zu den einflussreichsten Werken der Filmgeschichte.

🎬 Steckbrief: Metropolis
| Titel | Metropolis |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1927 |
| Land | Deutschland |
| Genre | Science-Fiction, Stummfilm, Monumentalfilm, Expressionismus |
| Regie | Fritz Lang |
| Drehbuch | Thea von Harbou und Fritz Lang |
| Vorlage | Roman Metropolis von Thea von Harbou (1925) |
| Musik | Gottfried Huppertz |
| Kamera | Karl Freund, Günther Rittau und Walter Ruttmann |
| Hauptdarsteller | Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Alfred Abel |
| Uraufführung | 10. Januar 1927 |
📖 Handlung von Metropolis
Auftakt: Zwei Welten in einer Stadt
Die futuristische Stadt Metropolis ist streng in Klassen geteilt. Während die Oberschicht in prachtvollen Türmen, Gärten und Vergnügungsstätten lebt, arbeitet die große Masse der Menschen tief unter der Erde an gewaltigen Maschinen. Der Stadtlenker Joh Fredersen kontrolliert das Gemeinwesen vom Neuen Turm Babel aus. Für ihn sind die Arbeiter vor allem Mittel, um den Betrieb seiner Stadt aufrechtzuerhalten.
Freders Leben verändert sich, als Maria mit einer Gruppe von Arbeiterkindern in die Welt der Reichen kommt. Der Sohn des Herrschers ist von ihr beeindruckt und folgt ihr in die Unterstadt. Dort erlebt er einen schweren Maschinenunfall und erkennt, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Arbeiter leben. Er beschließt, ihre Lage besser zu verstehen.
Unterdessen entdeckt Joh Fredersen, dass bei den Arbeitern geheimnisvolle Pläne kursieren. Er sucht den Erfinder Rotwang auf, der einen Maschinenmenschen geschaffen hat. Die künstliche Gestalt ähnelt Rotwangs verstorbener Geliebter Hel. Fredersen erkennt, dass sich die Erfindung für seine eigenen Zwecke einsetzen lässt.
Zwischenspiel: Maria und der Maschinenmensch
In den Katakomben versammelt Maria die Arbeiter und predigt ihnen von der Hoffnung auf einen Vermittler, der die Kluft zwischen „Hirn“ und „Händen“ überwinden soll. Fremder glaubt, diese Rolle übernehmen zu können. Joh Fredersen dagegen will die Versammlungen unter Kontrolle bringen. Gemeinsam mit Rotwang setzt er den Plan in Gang, Marias Ebenbild durch den Maschinenmenschen zu ersetzen.
Der künstlichen Maria gelingt es, die Menschen gegeneinander aufzubringen. Während die Arbeiter sich gegen die Maschinen wenden, gerät die Stadt in eine gefährliche Krise. Die Grenzen zwischen technischer Faszination, Manipulation und sozialem Aufruhr verschwimmen.
Furioso: Aufruhr und Versöhnung
Die aufgebrachten Arbeiter zerstören die Anlagen, ohne zunächst an die Folgen für ihre Familien in der Unterstadt zu denken. Als das Wasser steigt, sind die Kinder in Gefahr. Fremder und die echte Maria helfen, sie zu retten. Schließlich wird die Verwechslung aufgedeckt und der Maschinenmensch gestellt. Die Katastrophe zwingt die Menschen der Ober- und Unterstadt, einander wieder wahrzunehmen.
Am Ende führt Fremder seinen Vater und den Arbeitervertreter Grot zusammen. Die Versöhnung deutet an, dass die gesellschaftliche Spaltung nur überwunden werden kann, wenn Verstand und Arbeit miteinander verbunden werden.
🎭 Besetzung: Die Darsteller von Metropolis
| Brigitte Helm | Maria / Maschinenmensch |
|---|---|
| Gustav Fröhlich | Fremder Fredersen |
| Alfred Abel | Joh Fredersen |
| Rudolf Klein-Rogge | Rotwang |
| Fritz Rasp | Der Schmale |
| Theodor Loos | Josaphat |
| Erwin Biswanger | Georgy / Arbeiter 11811 |
| Heinrich George | Grot |
🏙️ Hintergrund: Entstehung und Bedeutung
Metropolis war für seine Entstehungszeit eine außergewöhnlich aufwendige Produktion und gehörte zu den teuersten deutschen Filmen der Weimarer Republik. Die monumentale Architektur, die bewegten Menschenmassen, Miniaturmodelle und optischen Trickverfahren schufen ein Zukunftsbild, das das Science-Fiction-Kino nachhaltig prägte.
Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Thea von Harbou aus dem Jahr 1925. Die Geschichte verbindet futuristische Technik mit Themen wie sozialer Ungleichheit, Macht, Arbeitsbedingungen, Massenbeeinflussung und der Verantwortung von Wissenschaft und Erfindung.
Besonders berühmt ist der Maschinenmensch, dessen Erscheinungsbild zu einem der bekanntesten Roboterbilder der Filmgeschichte wurde. Die Gestaltung der Stadt und ihre vertikalen Ebenen – luxuriöse Hochbauten oben, Fabriken und Wohnquartiere unten – machen die gesellschaftliche Trennung unmittelbar sichtbar.

🎞️ Verlorene Szenen und Restaurierung
Die am 10. Januar 1927 gezeigte Premierenfassung war ungefähr zweieinhalb Stunden lang. Nach der enttäuschenden Aufnahme bei Kritik und Publikum kam 1927 eine deutlich gekürzte Fassung in die deutschen Kinos. Ein erheblicher Teil des ursprünglichen Materials ging verloren, sodass der Film jahrzehntelang nur in verkürzten und unterschiedlich rekonstruierten Fassungen zu sehen war.
Bei einer Rekonstruktion von 2001 mussten fehlende Szenen teilweise durch Standbilder und erklärende Texte ersetzt werden. 2008 wurde in Buenos Aires eine Kopie entdeckt, die wichtige zuvor vermisste Sequenzen enthielt. Die restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde am 12. Februar 2010 bei der Berlinale präsentiert; 2011 kam sie erneut bundesweit in die Kinos.
Die Rekonstruktion machte die Dramaturgie des Films besser nachvollziehbar und ermöglichte es, die ursprüngliche Erzählstruktur in weitaus größerem Umfang wiederzuerzählen.
🏆 Rezeption und filmhistorische Bedeutung
Bei seiner Premiere wurde Metropolis nicht sofort zum Publikumserfolg. Heute gilt der Film als Schlüsselwerk des deutschen Expressionismus und als Meilenstein des Science-Fiction-Kinos. Seine Bildsprache beeinflusste zahlreiche spätere Filme und Darstellungen futuristischer Städte.
Die Verbindung von monumentaler Architektur, Maschinenbildern und sozialer Utopie macht den Film bis heute zu einem Gegenstand filmhistorischer und gesellschaftlicher Diskussionen. 2001 wurde eine rekonstruierte Fassung in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen.
⭐ Fazit: Metropolis – ein zeitloses Science-Fiction-Epos
Metropolis ist weit mehr als eine frühe Zukunftsvision. Fritz Lang verbindet eindrucksvolle Bilder mit einer Geschichte über Ausbeutung, Macht und die Suche nach Verständigung zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Auch wenn einzelne Ideen und Darstellungen aus ihrer Entstehungszeit stammen, bleibt die Vision einer technisch hochentwickelten, sozial gespaltenen Stadt bemerkenswert aktuell.
Ein monumentaler Stummfilm, dessen futuristische Architektur und ikonischer Maschinenmensch Filmgeschichte geschrieben haben. Für alle, die Science-Fiction und die Ursprünge des Genres entdecken möchten, ist Metropolis ein Pflichtfilm.
🎞️ Metropolis Das Deutsch Meisterwerk von Fritz Lang
🎬 Film-Tipp: Metropolis (1927) – Fritz Langs visionäres Science-Fiction-Epos
Aus gegebenem Anlass erinnern wir an Sir Patrick Stewart (1940–2026), der als Captain Jean-Luc Picard in Star Trek: The Next Generation Fernsehgeschichte schrieb. Den Anfang der großen Science-Fiction-Filmgeschichte machte jedoch Fritz Lang mit seinem visionären Meisterwerk Metropolis (1927). Auf solche frühen Zukunftsvisionen folgten zahlreiche Science-Fiction-Filme und Fernsehserien, zu denen auch Star Trek gehört.
Metropolis ist ein deutscher Science-Fiction-Stummfilm des Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1927. Nach dem Roman von Thea von Harbou entwirft der expressionistische Monumentalfilm das Bild einer futuristischen Stadt, in der eine privilegierte Oberschicht über einer ausgebeuteten Arbeiterklasse lebt. Mit seinen monumentalen Kulissen, seiner Maschinenästhetik und dem ikonischen Maschinenmenschen zählt der Film zu den einflussreichsten Werken der Filmgeschichte.
Auch die Verbindung zur späteren Science-Fiction-Geschichte ist interessant: Sir Patrick Stewart prägte als Captain Jean-Luc Picard das Star-Trek-Universum über Jahrzehnte.
👉 Hier geht’s zum Beitrag:
Sir Patrick Stewart (1940–2026): Abschied von Captain Picard
🎬 Film-Credits
- Regie: Fritz Lang
- Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
- Produktion: Erich Pommer
- Musik: Gottfried Huppertz
- Kamera: Karl Freund, Günther Rittau, Walter Ruttmann
- Jahr: 1927
🔗 Weiterführende Links und Quellen
ℹ️ Redaktioneller Hinweis
Die historischen Angaben und Produktionsdaten orientieren sich an der deutschsprachigen Wikipedia sowie den verlinkten Film- und Archivquellen. Die Handlung ist redaktionell zusammengefasst. Bitte prüfe vor der Veröffentlichung die Bild-URL und die Nutzungsrechte der verwendeten Bilder.