Das Feuerzeug (1959): DEFA-Märchenfilm nach Hans Christian Andersen
Das Feuerzeug ist ein DEFA-Märchenfilm der DDR von Siegfried Hartmann aus dem Jahr 1959. Die Handlung beruht auf dem Märchen Das Feuerzeug von Hans Christian Andersen und erzählt von einem jungen Soldaten, der auf seiner Heimkehr ein magisches Feuerzeug findet.
Im Mittelpunkt steht ein junger Soldat, der auf seiner Heimkehr ein magisches Feuerzeug findet und damit Zugang zu drei riesigen Hunden erhält, die ihm Gold, Silber und Kupfer bringen können.

Das Feuerzeug (1959): Steckbrief
Handlung von Das Feuerzeug
Ein Soldat kehrt nach getaner Kriegsarbeit in die Heimat zurück. Auf dem Weg in die Stadt trifft er eine alte Hexe, deren Feuerzeug in einem hohlen Baum liegt, da ihre Großmutter es vergessen hatte, als sie das letzte Mal unten im Baum war. Sie sagt zu ihm, dass er nun soviel Geld haben kann, wie er möchte. Er fragt lächelnd, was er dafür tun müsse und die Hexe antwortet, dass er ihr nur das Feuerzeug heraufbringen müsse. Er willigt ein, kletterte den Stamm hoch und sie lässt ihn mit einem Seil den hohlen Stamm runter.
Als der Soldat sich unten im hohlen Baum befindet, sieht er drei Tore, hinter denen sich jeweils ein Hund befindet. Jeder dieser drei Hunde bewacht eine Truhe mit Münzen aus Gold, Silber oder Kupfer. Der Soldat bedient sich aus jeder und lässt sich von der alten Hexe wieder hochziehen.
Bevor er jedoch oben ankommt, fährt ihn die Hexe an, er solle ihr zuerst das Feuerzeug herunterwerfen. Er befiehlt, ihn erst ganz heraus zu ziehen, aber sie lässt das Seil los. Er kann sich noch abfangen und schafft es allein raus. Da verwandelt sich die Hexe in eine Schlange, die der Soldat mit seinem Säbel erschlägt. Anschließend kehrt er zurück in seine Heimat.
Der Soldat und sein neues Leben
Dort angekommen, gibt er den armen Kindern von seinem Reichtum ab und verschafft einem Jungen eine Lehre bei einem armen Schuster. Ein reicher Schuhmachermeister hatte den Jungen zuvor wegen dessen Armut weggejagt, weil er kein Lehrgeld bezahlen konnte.
Nach diesen guten Taten gönnt er sich ein gutes Essen und ein gutes Zimmer in einem Wirtshaus, dem besten in der Stadt. Auch sonst lässt er sich sein Leben in Saus und Braus gefallen und deckt sich mit neuer Kleidung ein.
Nachdem er sein Geld aufgebraucht und er somit auch all die falschen Freunde verloren hat, die sich auf seine Kosten satt gegessen hatten, muss er in eine armselige Wirtsstube umziehen und sogar seine neuen Stiefel in Zahlung geben.
Der Schuster hat ihn jedoch nicht vergessen und schickt jeden Tag den neuen Lehrling mit Essen zu ihm. Als der Soldat bei fadem Tageslicht seine Kleidung selbst zu nähen und eine Kerze mit dem Feuerzeug anzuzünden versucht, kommt er hinter das Geheimnis des Feuerzeuges: Es ruft die Hunde aus dem hohlen Baum, die ihm auf Wunsch etwas von den edlen Metallen bringen.
Somit ist er wieder solvent, und der Wirt versucht sich genauso wie seine falschen Freunde erneut bei ihm einzuschmeicheln.
Die Prinzessin im Kupferschloss
Auf dem Marktplatz kommt dem Soldaten zu Ohren, dass der König seine wunderschöne Tochter im Kupferschloss eingesperrt hat, da er sie einer alten Weissagung zufolge sonst an einen gewöhnlichen Soldaten verlieren würde.
An diesem Abend lässt sich der Soldat von einem der Hunde die schlafende Prinzessin bringen und genießt deren Anblick. Am nächsten Morgen berichtet die Prinzessin dies den aufgelösten Eltern, die in den folgenden Nächten der Kammerfrau befehlen, an dem Bett der Prinzessin zu wachen.
Diese verspricht, künftig besser aufzupassen. In der kommenden Nacht erscheint wieder ein Hund und nimmt die Prinzessin vor den schreckgeweiteten Augen der Kammerfrau mit.
Die Kammerfrau folgt den beiden und macht an der Haustür des Soldaten ein Kreuz aus Kreide. Der Soldat bemerkt dies jedoch durch den Hund und macht dasselbe Zeichen an allen Haustüren der Straße. Die siegessichere Kammerfrau will dem Königspaar am nächsten Tag die markierte Tür zeigen, jedoch gerät ihr dies zur Blamage.
Der Soldat am Galgen
In einer der folgenden Nächte gelangt der Soldat selbst ins Zimmer der Prinzessin und wird sogleich festgenommen. Als er daraufhin am Galgen gehängt werden soll, bittet er noch darum, eine letzte Pfeife rauchen zu dürfen.
Er beauftragt den Schusterjungen, ihm sein Feuerzeug aus dem Wirtshaus zu holen. Der muss, weil alle Bewohner ihre Häuser verlassen haben und somit auch das Wirtshaus verschlossen ist, über einen Baum ins Zimmer des Soldaten klettern.
Ein Polizist entdeckt den Jungen jedoch und nimmt ihn beim Herunterklettern fest. Der Junge kann sich befreien und endlich dem Soldaten das Feuerzeug bringen, worauf dieser dreimal mit dem Feuerzeug Feuer schlägt.
Sogleich erscheinen die drei riesigen Hunde, stürzen sich auf die Wächter und das ganze andere hartherzige Volk und jagen alle zur Stadt hinaus. Der König kann sich der Erfüllung der Prophezeiung nicht mehr widersetzen und gibt dem Soldaten seine Tochter zur Frau.
Hintergrund zum Film
Das Feuerzeug wurde unter anderem in einem Wald bei Potsdam gedreht. Die hohle Eiche, in der der Soldat Gold und Feuerzeug findet, errichtete man dabei extra künstlich für den Film.
Die Stadtkulisse mit Fachwerkhäusern, die im Film zu sehen ist, wurde zuvor bereits für die Verfilmung Zar und Zimmermann genutzt.
Premiere und Kinoauswertung
Der Film erlebte am 18. April 1959 in Berlin seine Premiere und kam am 24. April 1959 in die Kinos der DDR. Am 26. April 1961 lief er in der Bundesrepublik in den Kinos an und wurde am 13. Januar 1973 auf dem DFF erstmals im Fernsehen gezeigt.
Veröffentlichungen
Die Lizenzen und den Vertrieb übernahm Progress Film-Verleih. Der Film ist 1997 auf Video und 2002 auf DVD erschienen.
Wichtige Themen im Film
Das magische Feuerzeug
Das Feuerzeug ist der zentrale magische Gegenstand der Geschichte. Mit ihm kann der Soldat die drei riesigen Hunde aus dem hohlen Baum herbeirufen.
Reichtum und Armut
Der Film stellt den Reichtum des Soldaten seiner späteren Armut gegenüber. Nachdem sein Geld aufgebraucht ist, wenden sich seine falschen Freunde von ihm ab, während der Schuster ihn nicht vergisst.
Liebe und Weissagung
Die Prinzessin darf nach der alten Weissagung nicht an einen gewöhnlichen Soldaten verloren gehen. Trotzdem entwickelt sich zwischen ihr und dem Soldaten eine Verbindung.
Die drei Hunde
Die drei Hunde bewachen die Truhen mit Gold, Silber und Kupfer und werden später zu den entscheidenden Helfern des Soldaten.
Produktion und Besonderheiten
Das Feuerzeug ist ein DEFA-Märchenfilm der DDR aus dem Jahr 1959. Regie führte Siegfried Hartmann. Als literarische Vorlage diente das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen.
Zu den besonderen Produktionsmerkmalen gehört die künstlich errichtete hohle Eiche, in der der Soldat das Gold und das Feuerzeug findet.
Für die Stadtszenen wurde eine Fachwerkkulisse verwendet, die bereits zuvor für die Verfilmung Zar und Zimmermann genutzt worden war.
Rezeption und Kritik
Der film-dienst befand: „Auch tricktechnisch gut gemachter Märchenfilm nach Andersen, in Inhalt und Darstellung für Kinder sehenswert“.
In Westdeutschland wurde der Film 1959 auf einer internationalen Kinderfilmtagung in Mannheim gezeigt, kam aber erst 1961 in die Kinos der Bundesrepublik, da es Vorbehalte politischer Art gab.
Die Verleiher befanden, der Film sei „zwar unterhaltend und bewegend, aber in der Bundesrepublik nicht spielbar“. Es sei „nicht angebracht, die Reichen im Spiegel ihrer Hartherzigkeit zu zeigen und am Ende des Films eine Art Revolution vorzuführen, bei der das Volk die Herrschenden davonjagt“.
Auch der Evangelische Film-Beobachter verteilte Lob und Tadel: „Endlich kann man den Dilettantismus auf diesem Gebiet vergessen. Trotzdem sind wir wegen der tendenziösen inneren Veränderung des Stoffes gegen diesen Film.“
Fazit zu Das Feuerzeug
Das Feuerzeug erzählt die Geschichte eines einfachen Soldaten, der durch ein magisches Feuerzeug und drei riesige Hunde zu Reichtum gelangt und schließlich die Tochter des Königs heiratet.
Die DEFA-Verfilmung verbindet die bekannte Märchenhandlung von Hans Christian Andersen mit aufwendigen Kulissen, fantastischen Elementen und einer Geschichte über Reichtum, Armut, Liebe und die Erfüllung einer Weissagung.
🎬 Film-Tipp: Das tapfere Schneiderlein (1956)
Wenn dir Das Feuerzeug gefallen hat, dann schau dir auch Das tapfere Schneiderlein an – ein weiteres schönes DEFA-Märchen.
Im Mittelpunkt steht das Schneiderlein, das sich mit der Aufschrift „Sieben auf einen Streich“ auf den Weg in die weite Welt macht und durch List und Einfallsreichtum Riesen, ein Einhorn und ein Wildschwein besiegt.
Kurz gesagt: Ein klassischer DEFA-Märchenfilm über Mut, List und Einfallsreichtum, der die Grimm’sche Vorlage mit neuen Figuren, gesellschaftlichen Gegensätzen und einem veränderten Ende verbindet.
Hier geht’s zum Film: 👉 Das tapfere Schneiderlein (1956)
🔗 Weiterführende Links zu Das Feuerzeug
Weitere Informationen zu Das Feuerzeug (1959), zur Handlung, Produktion und Geschichte des DEFA-Märchenfilms finden Sie bei den folgenden Film- und Informationsangeboten:
- Wikipedia – Das Feuerzeug – Hintergrundinformationen, Handlung und Produktion
- IMDb – Das Feuerzeug – internationale Filmdatenbank
- OFDb – Das Feuerzeug – Filmdatenbank
- DEFA-Stiftung – Das Feuerzeug – Informationen zum DEFA-Film
- FSK – Das Feuerzeug – Informationen zur Freigabe
- Filmdienst – Das Feuerzeug – Filmkritik und Einordnung
- Progress Film-Verleih – Das Feuerzeug – Informationen zur Filmverwertung
- Superillu – Das Feuerzeug – weitere Informationen zum Film
Hinweis: Verfügbarkeit, Streamingangebote und externe Webseiten können sich ändern. Die Links dienen der weiterführenden Information.
▶️ Das Feuerzeug (1959)
Das Feuerzeug - Märchen - DEFA (ganzer Film auf Deutsch)
Redaktioneller Hinweis
Alle Angaben zu Handlung, Produktion, Premiere, Kinoauswertung, Fernsehausstrahlung und Kritik basieren auf den bereitgestellten Quellen.