Das Biest (1959): The Bat – Die Fledermaus
Das Biest (Originaltitel: The Bat, alternativ: Die Fledermaus) ist ein US-amerikanischer Thriller von Crane Wilbur aus dem Jahr 1959. In den Hauptrollen sind Vincent Price und Agnes Moorehead zu sehen. Die literarischen Vorlagen stammen von Mary Roberts Rinehart mit ihrem Roman The Circular Staircase von 1908 sowie dem gemeinsam mit Avery Hopwood verfassten Bühnenstück The Bat von 1920.
Im Mittelpunkt steht die Krimiautorin Cornelia van Gorder, die sich mit ihrem Hauspersonal auf einen abgelegenen Landsitz zurückzieht. Dort sorgt ein mysteriöser Killer, der nur „Das Biest“ genannt wird, für Angst und Schrecken. Gleichzeitig verschwinden Wertpapiere im Wert von rund einer Million Dollar.

Das Biest (1959): Steckbrief
Handlung von Das Biest
Cornelia van Gorder ist eine bekannte Autorin von Krimi- und Gruselgeschichten und will die Sommermonate auf dem vom Neffen ihres Bankiers John Fleming angemieteten Landsitz Eichengrund verbringen. Mit dabei ist ihr Hauspersonal aus der Stadt mitsamt ihrer Hausdame Lizzie Allen. Kaum angekommen, will das Personal schon wieder weg, denn man hat gehört, dass hier in der Umgebung ein Mörder herumschleichen soll, den alle nur „Das Biest“ nennen.
Außerdem soll es hier Fledermäuse geben, die Tollwut haben und angeblich sogar von dem „Biest“ instrumentalisiert werden. Der Mörder habe die Fledermäuse infiziert und sie dann ausgesetzt, so sagt man im Ort. Cornelia lässt sich von der Gerüchteküche nicht weiter beunruhigen und will auf jeden Fall bleiben.
In der ortsansässigen Bank, wohin Cornelia und Lizzie gehen, gibt es ein anderes Problem. Aus dem Safe sind Wertpapiere in Höhe von rund einer Million Dollar verschwunden. Nur Flemings Stellvertreter Victor Bailey, der den Verlust feststellte und sofort Polizei-Kommissar Lieutenant Anderson verständigte, sowie Bankpräsident Fleming haben Zugang zu dem Tresor.
Fleming kann jedoch nicht zwecks Befragung kontaktiert werden, denn er befindet sich mit seinem Hausarzt Dr. Malcolm Wells auf einer Jagdhütte in den Bergen, wo es kein Telefon gibt.
Auf der Hütte gesteht Fleming Wells gegenüber, dass er Wertpapiere im Wert von etwa einer Million Dollar unterschlagen habe. Fleming bietet seinem Arzt einen Deal an: Er solle seinen Tod beurkunden, damit Fleming mit all dem Geld irgendwo einen Neuanfang starten könne. Dafür wolle Fleming mit Wells halbe-halbe machen. Als Fleming-Ersatz soll der noch zu ermordende Träger Sam, der für morgen erwartet wird, herhalten.
Fleming droht Dr. Wells mit einem mitgebrachten Revolver zu erschießen, sollte er nicht mitmachen. Plötzlich riechen die beiden Männer von draußen Rauch: Der Wald brennt. Dr. Wells, der von Fleming erfahren hat, wo dieser die Wertpapiere gebunkert hat, nutzt die Gelegenheit und erschießt den Bankpräsidenten mit einem Jagdgewehr.
Das Feuer vernichtet auch die Hütte und den Leichnam des Millionendiebs. Wells kehrt zurück mit Flemings Leiche und verbreitet die Geschichte vom bei einem Brand verunglückten Bankchef.
Cornelias Angestellte sind nun noch mehr beunruhigt. Jetzt soll das Biest auch noch mit einem halbverbrannten Gesicht gesehen worden sein. Seine Opfer seien stets Frauen, denen er mit einer Stahlklaue die Hälse aufreißen würde. Als in der Nacht ein starker Wind weht und durch ein offenes Fenster auf Eichengrund unheimliche Geräusche macht, beginnen sich nun auch Cornelia und ihre Hausdame zu beunruhigen.
Tatsächlich greift eine grässliche Klaue durch die Eingangstür und erschreckt Lizzie fast zu Tode.
Während sich Lizzie und ihre Chefin in Cornelias Schlafzimmer verbarrikadieren, dringt das „Biest“ mit der Klaue in das Haus ein. Als die telefonisch informierte Polizei ihren Besuch ankündigt, verschwindet das „Biest“ ebenso lautlos, wie es gekommen war.
Noch in derselben Nacht kehrt es zurück und schleust eine kleine Fledermaus in das Schlafzimmer der beiden allmählich hysterisch werdenden Frauen. Der in seinem Labor Fledermausexperimente machende Dr. Wells bricht nach einem Notruf noch in derselben Nacht zum Eichengrund auf und versorgt die von der Fledermaus verursachte Bisswunde bei Lizzie.
Polizist Anderson, der sich vor dem Labor versteckt hielt, bricht dort ein und versucht, den Dingen um die gesichteten Fledermäuse auf den Grund zu gehen. Wells versorgt derweil Lizzie und empfiehlt Cornelia, das Haus zu verlassen. Es gäbe Gerüchte, dass dieser Ort verflucht sei.
Bald darauf finden sich mehrere Damen als Gäste auf Eichengrund ein: Dale Bailey, die Frau des Vizepräsidenten der Bank, und Judy Hollander. Derweil erhält auch Mark Fleming, der Neffe des toten Bankchefs, Besuch, und zwar vom Polizeiermittler Anderson.
Der vermutet, dass die verschwundenen Wertpapiere auf Eichengrund, dem Besitz von dessen Onkel, sein müssten. Mark schmuggelt sich heimlich ins Haus des Onkels, die Baupläne unterm Arm. Hier will er nach einem Versteck suchen, in dem die Wertpapiere sein könnten.
Dabei gerät er in die Fänge des „Biests“, das ihn umbringt und die Leiche im Wandschrank hinter einer Wanduhr versteckt.
Nun will der ebenfalls eingetroffene Anderson auf „Biest“-Jagd gehen und bittet alle anwesenden Frauen, sich für den Rest der Nacht einzuschließen. Dann geht er vor die nachtdunkle Villa und schaut sich um.
Währenddessen schleicht sich das „Biest“ ins Haus herein und kappt die Telefonverbindungen. Während die Frauen in ihren Zimmern ruhen, durchstöbert das „Biest“ die dunklen Eichengrund-Örtlichkeiten auf der Suche nach dem Versteck für die Wertpapiere.
Doch zwei der weiblichen Hausgäste hören die Geräusche, die er macht, und stehen auf. Als das „Biest“ eine der Frauen attackiert und dabei Mrs. Hollander tötet, kommen die anderen hinzu. Das „Biest“ flieht, nachdem Cornelia einen Haken nach ihm geworfen hat.
Dann kehrt Anderson zurück und auch Dr. Wells, der eine verdächtige Kopfverletzung hat. Er sagt, er habe sich diese bei einem Unfall auf der Straße zugezogen. Cornelia van Gorder beginnt nun selbst, das Herrenhaus zu untersuchen und stößt auf ein geheimes Hinterzimmer, in dem sie versehentlich eingeschlossen wird.
Dr. Wells stellt derweil das „Biest“ in seinem Labor. Dort kommt es zu einem Kampf zwischen den beiden, bei dem das „Biest“ den Fleming-Mörder tötet und eine falsche Selbstmord-Nachricht zurücklässt.
Das „Biest“ kehrt nach Eichengrund zurück und setzt dort den Schuppen in Flammen, um die Bewohner des Anwesens nach außen zu locken. Doch Cornelia riecht den Braten und bleibt mit den anderen Bewohnern im Anwesen.
Tatsächlich schleicht das „Biest“ in falscher Gewissheit nach oben, um den geheimen Safe im verborgenen Hinterzimmer zu öffnen. Dabei wird er überrascht und erschießt mit Andersons Vertretung Davenport eine weitere Person.
Doch als er Cornelia und die anderen Frauen ebenfalls erschießen will, wird er von hinten selbst erschossen. Butler und Chauffeur Warner hat das „Biest“ erledigt.
Der Killer war Kommissar Anderson, der einst sein eigenes Geld in die von Fleming gestohlenen Wertpapiere investiert hatte und „seinen“ Besitz zurückholen wollte.
Schlüsselszenen
- Die Ankunft Cornelia van Gorders auf dem unheimlichen Landsitz Eichengrund
- Das Gerücht über den geheimnisvollen Killer „Das Biest“
- Der Diebstahl von Wertpapieren im Wert von rund einer Million Dollar
- Die unheimlichen Fledermäuse und das mysteriöse Labor von Dr. Wells
- Der Angriff mit der Stahlklaue
- Der Mord an Mark Fleming und das Versteck hinter der Wanduhr
- Die nächtliche Jagd auf das „Biest“
- Das geheime Hinterzimmer mit dem versteckten Safe
- Die überraschende Enthüllung der Identität des Killers
Hintergrund zu Das Biest
Das Biest basiert auf literarischen Vorlagen von Mary Roberts Rinehart. Grundlage war zunächst ihr Roman The Circular Staircase aus dem Jahr 1908. Gemeinsam mit Avery Hopwood entwickelte Rinehart daraus 1920 das Bühnenstück The Bat.
Vom Roman zum Film
Crane Wilbur übertrug die Geschichte 1959 für das Kino und verband klassische Kriminalgeschichte mit Elementen des Horrorfilms. Der abgelegene Landsitz, die nächtlichen Geräusche, die Fledermäuse und der geheimnisvolle Killer sorgen für eine ausgeprägte Atmosphäre aus Mystery, Spannung und klassischem Grusel.
Horror, Mystery und Thriller
Der Film verbindet die Suche nach einem unbekannten Täter mit typischen Elementen des klassischen Horrorkinos. Die dunkle Villa, die geheimen Räume, der maskierte Killer und die bedrohliche Stahlklaue stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie das Rätsel um die verschwundenen Wertpapiere.
Wichtige Themen im Film
Angst vor dem Unbekannten
Ein wesentlicher Bestandteil des Films ist die Angst vor einem Gegner, dessen Identität lange unbekannt bleibt. Das „Biest“ wird zunächst vor allem durch Gerüchte, Geräusche und einzelne Spuren zu einer bedrohlichen Figur.
Geheimnisse und Misstrauen
Fast jede Figur scheint etwas zu verbergen. Der verschwundene Millionenschatz, die geheimen Räume des Hauses und die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten erzeugen ein Netz aus Verdächtigungen und Misstrauen.
Das klassische Horrorhaus
Der Landsitz Eichengrund bildet das Zentrum der Handlung. Dunkle Räume, verborgene Türen, nächtliche Geräusche und geheime Verstecke machen das Haus zu einem klassischen Schauplatz des Gothic- und Mystery-Horrors.
Kriminalgeschichte und Horror
Der Film verbindet die klassische Whodunit-Struktur eines Kriminalfilms mit Horror- und Gruselelementen. Die Identität des Täters und das Motiv hinter den Morden werden erst im Verlauf der Handlung aufgedeckt.
Produktion und Besonderheiten
Das Biest wurde 1959 unter der Regie von Crane Wilbur produziert. Wilbur war außerdem für das Drehbuch verantwortlich. In den Hauptrollen spielen Vincent Price, Agnes Moorehead und Gavin Gordon.
Besonders prägend ist die Mischung aus klassischem Kriminalfilm und Horror-Thriller. Anstelle von modernem Splatter setzt der Film vor allem auf Atmosphäre, Spannung, dunkle Räume, mysteriöse Geräusche und die Vorstellung eines unbekannten Killers.
Die Stahlklaue des „Biests“ wurde zu einem der markanten visuellen Elemente des Films. Zusammen mit der geheimnisvollen Villa und den Fledermäusen entsteht eine typische Horroratmosphäre des klassischen amerikanischen Genrefilms der 1950er-Jahre.
Rezeption und Kritik
Der Movie & Video Guide empfand Das Biest als „werkgetreue Verfilmung“.
„Halb kindischer Grusel, halb plumpe Kriminalgeschichte.“
– Lexikon des internationalen Films
Halliwell’s Film Guide bezeichnete den Film als ein „armseliges Remake eines 20er-Jahre-08/15-Bühnenthrillers“.
Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, dass der Film sowohl als klassischer Gruselfilm als auch als Kriminal- und Mysterythriller betrachtet werden kann.
Fazit zu Das Biest (1959)
Das Biest (The Bat) verbindet klassische Kriminalgeschichte, Mystery und Horror zu einem atmosphärischen Thriller. Die unheimliche Villa Eichengrund, der mysteriöse Killer mit seiner Stahlklaue und die Suche nach den verschwundenen Wertpapieren sorgen für eine spannende Mischung aus Grusel und Whodunit.
Für Freunde des klassischen Horrorkinos ist der Film vor allem wegen seiner düsteren Atmosphäre und seiner Mischung aus geheimnisvoller Villa, maskiertem Killer und kriminalistischem Rätsel interessant.
Filmtipp: Wer Das Biest mag, sollte sich auch andere klassische Horrorfilme mit geheimnisvollen Häusern, maskierten Tätern und düsterer Atmosphäre ansehen.
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🔗 Weiterführende Links zu Das Biest (The Bat)
Weitere Informationen zu Das Biest (1959), zur Besetzung, Handlung, Entstehung und Rezeption finden Sie bei den folgenden Film- und Informationsangeboten:
- Wikipedia – Das Biest (1959) – Hintergrundinformationen und Filmdaten
- Filmstarts – Das Biest – Filminformationen, Besetzung, Genre und Kritik
- Filmdienst – Das Biest – deutsche Filmkritik und Einordnung
- film.at – Das Biest – Informationen zum Film
- Filmchecker – Das Biest / The Bat – Filmkritik und Hintergrundinformationen
- IMDb – The Bat (1959) – internationale Filmdatenbank mit Besetzung und Crew
- OFDb – Das Biest – Handlung und Filminformationen
- Film-Rezensionen – Das Biest – Filmkritik und Besprechung
- MUBI – The Bat – Filminformationen und Verfügbarkeit
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Redaktioneller Hinweis
Alle Angaben zu Handlung, Titeln, literarischen Vorlagen und Besetzung beziehen sich auf die verfügbaren Informationen zu Das Biest (1959), Originaltitel The Bat. Abweichende deutsche Titel, Synchronfassungen oder spätere Veröffentlichungen können variieren.
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