⭐ Barabbas (1961)
Anfang
Barabbas (Originaltitel: Barabbà) ist ein italienischer Monumentalfilm aus dem Jahr 1961 und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Pär Lagerkvist, der dafür 1951 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Regie führte Richard Fleischer, der mit Filmen wie 20.000 Meilen unter dem Meer und später Fantastic Voyage internationale Bekanntheit erlangte.
Der Film zählt neben Spartacus und Ben Hur zu den großen Historienfilmen seiner Zeit und beeindruckt bis heute durch seine gewaltigen Kulissen, Massenszenen und die düstere Atmosphäre.
Im Mittelpunkt steht Anthony Quinn als Barabbas – jener Mann, der laut biblischer Überlieferung anstelle von Jesus Christus freigelassen wurde. Quinn verleiht der Figur eine enorme Präsenz und macht aus Barabbas einen innerlich zerrissenen Menschen zwischen Zweifel, Schuld und der Suche nach Glauben.
Besonders bekannt wurde der Film auch durch seine technisch außergewöhnliche Kreuzigungsszene, die während der echten Sonnenfinsternis vom 15. Februar 1961 gedreht wurde.
Handlung
In Jerusalem muss der römische Statthalter Pontius Pilatus entscheiden, wen er begnadigen soll – den von vielen Menschen als Messias verehrten Jesus von Nazaret oder den Mörder und Aufrührer Barabbas. Das Volk entscheidet sich für Barabbas.
Während Jesus gekreuzigt wird, versucht Barabbas zunächst nur, sein eigenes Leben weiterzuführen. Doch die Begegnungen mit den Anhängern Jesu und die Ereignisse rund um dessen Tod lassen ihn innerlich nicht mehr los.
Nachdem seine frühere Geliebte Rahel wegen ihres Glaubens hingerichtet wird, gerät Barabbas erneut mit den Römern in Konflikt und wird zur Zwangsarbeit in sizilianischen Schwefelminen verurteilt. Dort verbringt er viele Jahre unter unmenschlichen Bedingungen und lernt den gläubigen Sahak kennen.
Später gelangen beide nach Rom, wo sie als Gladiatoren kämpfen müssen. Während Sahak wegen seines Glaubens hingerichtet wird, bleibt Barabbas weiterhin zwischen Zweifel und Hoffnung gefangen.
Erst beim großen Brand von Rom erkennt Barabbas, dass ihn die Frage nach Gott und Jesus niemals losgelassen hat. Am Ende findet er – kurz vor seinem Tod am Kreuz – endlich seinen eigenen Glauben.
Hintergrund
Barabbas war nach dem schwedischen Film Barabbas – Der Mann im Dunkel bereits die zweite Verfilmung des Romans von Pär Lagerkvist.
Die Produktion galt damals als einer der teuersten und aufwendigsten Monumentalfilme Europas. Tausende Statisten, riesige Kulissen und echte Schauplätze verliehen dem Film eine beeindruckende Authentizität.
Eine Besonderheit war die berühmte Kreuzigungsszene: Regisseur Richard Fleischer drehte diese während der realen Sonnenfinsternis am 15. Februar 1961. Dadurch entstand die außergewöhnlich düstere und fast apokalyptische Atmosphäre, die bis heute als eines der visuellen Highlights des Films gilt.
Anthony Quinn zählt mit seiner intensiven Darstellung des Barabbas bis heute zu den großen Stärken des Films.
Kritiken
Die Kritiken zu Barabbas fielen gemischt aus. Während viele Zuschauer die monumentale Inszenierung, die düstere Atmosphäre und Anthony Quinns Darstellung lobten, kritisierten einige Filmlexika die fehlende philosophische Tiefe der Romanvorlage.
„Die zweite spielfilmlange Umsetzung des Romans von Pär Lagerkvist war auch die schlechtere.“
– Lexikon des Fantasyfilms
„Die Regie vermittelt kaum mehr das existentielle Drama eines zweifelnden Menschen, sondern vielmehr das aufwendige Schauspiel eines Gladiators.“
– Lexikon des internationalen Films
Trotz dieser Kritik entwickelte sich Barabbas über die Jahre zu einem beliebten Klassiker des religiösen Historienfilms.
Synchronisation
| Rolle | Schauspieler | Deutsche Synchronstimme |
|---|---|---|
| Barabbas | Anthony Quinn | Arnold Marquis |
| Sahak | Vittorio Gassman | Klaus Kindler |
| Rachel | Silvana Mangano | Marianne Kehlau |
| Pontius Pilatus | Arthur Kennedy | Werner Peters |
| Nero | Jack Palance | Friedrich Schoenfelder |
Quelle Synchronisation: Wikipedia
⭐ IMDb-Bewertung: 6,9/10
Mit einer IMDb-Bewertung von 6,9/10 und einer Bewertung von 6,5 auf OFDb gehört Barabbas zu den eher unterschätzten Monumentalfilmen seiner Zeit.
Mein Fazit
Barabbas gehört für mich zu den besten Filmen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Besonders Anthony Quinn liefert hier eine unglaublich starke und intensive Darstellung ab. Man nimmt ihm die innere Zerrissenheit, die Wut und später auch die Zweifel jederzeit ab.
Gerade die düstere Atmosphäre und die gewaltigen Bilder machen den Film auch heute noch beeindruckend. Viele damalige Kritiken wurden dem Film meiner Meinung nach nicht wirklich gerecht, weil sie sich zu sehr auf die fehlende philosophische Tiefe konzentriert haben.
Für mich funktioniert Barabbas vor allem emotional und atmosphärisch hervorragend. Die Mischung aus Monumentalfilm, Glaubensdrama und persönlicher Suche macht den Film bis heute sehenswert.
Die IMDb-Bewertung von 6,9/10 empfinde ich persönlich als zu niedrig. Meiner Meinung nach hätte der Film eher eine 7,9/10 verdient.
Wer klassische Historienfilme, starke Schauspielerleistungen und religiöse Monumentalfilme mag, sollte Barabbas unbedingt gesehen haben.