Die Fliege (1986)
„Die Fliege“ ist ein kanadisch-US-amerikanischer Science-Fiction-Horror-Thriller von Regisseur David Cronenberg, basierend auf der Kurzgeschichte von George Langelaan. Der Film ist eine Neuinterpretation des gleichnamigen Films von 1958 und gilt als Meilenstein des Body-Horror-Genres.
Handlung
Der brillante Wissenschaftler Seth Brundle entwickelt ein Teleportationsgerät, mit dem er Materie von einem Ort zum anderen versetzen kann. Als er die Journalistin Veronica Quaife kennenlernt, beginnt er, seine Experimente zu dokumentieren. Nach ersten Erfolgen mit unbelebten Objekten gelingt ihm schließlich die Teleportation eines Pavians.
In einem Moment des Übermuts teleportiert sich Brundle selbst – ohne zu bemerken, dass sich eine Fliege mit ihm in der Kammer befindet. Der Computer verschmilzt beide Lebewesen genetisch miteinander. Anfangs fühlt sich Brundle stärker und vitaler als je zuvor, doch bald beginnt eine grausame Verwandlung.
Sein Körper verändert sich zunehmend: Haut, Zähne und Organe zerfallen, während er immer mehr fliegenartige Eigenschaften annimmt. Auch seine Persönlichkeit verändert sich drastisch. Als Veronica erfährt, dass sie schwanger ist, wächst ihre Angst, dass das Kind ebenfalls betroffen sein könnte.
Am Ende versucht Brundle, sich mit Veronica und dem ungeborenen Kind zu einem neuen Wesen zu verschmelzen. Doch der Plan scheitert, und das entstellte Wesen bittet schließlich um Erlösung. Veronica beendet sein Leiden mit einem Gewehrschuss.
Entstehung
Die Produktion wurde von Mel Brooks’ Firma Brooksfilms finanziert, während 20th Century Fox den Vertrieb übernahm. Die Dreharbeiten fanden größtenteils in Toronto statt. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Spezialeffekte ohne Computertechnik realisiert wurden und auf aufwendiger Maskenbildnerei und praktischen Effekten basieren.
Die Filmmusik wurde vom London Philharmonic Orchestra eingespielt. Die aufwendigen Masken und Kreatureneffekte wurden unter anderem von Chris Walas entwickelt, der dafür später ausgezeichnet wurde.
Darsteller
- Seth Brundle – Jeff Goldblum
- Veronica Quaife – Geena Davis
- Stathis Borans – John Getz
Rezeption
Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken und gilt heute als Klassiker. Rotten Tomatoes verzeichnet eine sehr hohe Zustimmung, während Metacritic von „einhelligem Lob“ spricht.
Viele Kritiker lobten besonders die Verbindung aus emotionaler Tragik und verstörenden Effekten. Der Film wird oft als Metapher für Krankheit, Verfall und menschliche Vergänglichkeit interpretiert.
Auszeichnungen
1987 gewann „Die Fliege“ den Oscar für das beste Make-up. Zusätzlich erhielt der Film mehrere Saturn Awards, unter anderem für den besten Horrorfilm und den besten Hauptdarsteller.
Fortsetzung
1989 erschien die Fortsetzung „Die Fliege 2“, die jedoch nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen konnte.
Mein Fazit
„Die Fliege“ ist für mich einer der besten Science-Fiction-Horrorfilme der 1980er Jahre. Der Film verbindet auf einzigartige Weise emotionale Tiefe mit schockierenden Body-Horror-Elementen. Besonders beeindruckend ist die schrittweise Verwandlung von Seth Brundle, die sowohl körperlich als auch psychisch sehr intensiv dargestellt wird.
Der Film hat sich seinen Kultstatus absolut verdient und funktioniert auch heute noch hervorragend. Wer düstere, verstörende und gleichzeitig tragische Geschichten mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Allerdings ist der Film nichts für empfindliche Zuschauer – die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist definitiv gerechtfertigt.