Das Leben stinkt
Das Leben stinkt (Life Stinks, 1991)
Regie: Mel Brooks · Land: USA · Laufzeit: 88 Minuten · FSK: 12
Einordnung
Das Leben stinkt (Originaltitel: Life Stinks) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1991 von Mel Brooks. Der Film versucht, Sozialkritik, Märchen-Elemente und klassischen Brooks-Slapstick zu verbinden – mit durchaus gemischter Resonanz bei Kritik und Publikum.
Handlung
Der Milliardär Goddard Bolt ist ein skrupelloser Geschäftsmann. Für seine Bauprojekte – Yachthäfen, Einkaufszentren und andere Prestigeobjekte – vertreibt er ohne Skrupel Ureinwohner, Kranke und Rentner. In Los Angeles plant er ein neues Projekt in einem heruntergekommenen Slumviertel.
Sein Konkurrent Vance Crasswell kommt ihm jedoch zuvor und kauft die Hälfte des Slums. Da keiner der beiden dem anderen seine Grundstücke verkaufen will, schließen sie eine Wette: Bolt muss 30 Tage im Slum überleben, ohne auf sein Vermögen zurückzugreifen oder seine wahre Identität preiszugeben. Zur Kontrolle erhält er eine Fußfessel, die Alarm schlägt, sobald er das Gebiet verlässt. Dauert der Alarm länger als 30 Sekunden, gilt die Wette als verloren.
Ausgesetzt im Slum erlebt Bolt die Gegensätze zwischen Arm und Reich am eigenen Leib. Er lernt eine ehemalige Tänzerin kennen, die für ihren Ehemann ihre Karriere aufgegeben hatte und nach dem Scheitern der Ehe in der Gosse landete. Sie wird nur „Blechdosenkönigin“ genannt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte.
Bolt gelingt es, die Wette zu gewinnen. Doch inzwischen haben seine Anwälte gemeinsam mit Crasswell ihn für unzurechnungsfähig erklären lassen, um die Kontrolle über sein Imperium zu übernehmen. Nach einigen Verwicklungen schafft es Bolt, seinen Konkurrenten vor laufender Fernsehkamera zu einem Geständnis zu bringen, dass er die Wette tatsächlich gewonnen hat.
Der geläuterte Bolt zieht Konsequenzen: Auf dem Gelände lässt er einen großen Park, kostenlose Wohnungen für die Slumbewohner sowie ein Krankenhaus errichten und heiratet die ehemalige Tänzerin.
Stab & Produktion
- Titel: Life Stinks / Das Leben stinkt
- Produktionsland: USA
- Originalsprache: Englisch
- Erscheinungsjahr: 1991
- Länge: 88 Minuten
- FSK: 12
- Regie: Mel Brooks
- Drehbuch: Mel Brooks, Rudy De Luca, Steve Haberman
- Produktion: Mel Brooks
- Musik: John Morris
- Kamera: Steven B. Poster
- Schnitt: Michael Mulconery, David Rawlins, Anthony Redman
Besetzung
- Mel Brooks: Milliardär Goddard Bolt
- Lesley Ann Warren: Molly
- Jeffrey Tambor: Baulöwe Vance Crasswell
- Stuart Pankin: Pritchard
- Howard Morris: Sailor
- Carmine Caridi: Besitzer der Absteige
Hintergründe & Einspielergebnis
Gedreht wurde der Film in Los Angeles und in den Culver Studios in Culver City. In den US-Kinos spielte Life Stinks rund 4,1 Millionen US-Dollar ein – für einen Mel-Brooks-Film eher enttäuschend.
Bewertungen (Auswahl):
IMDb: 5,9/10
Metacritic: (Wert schwankt je nach Quelle)
Rotten Tomatoes: gemischte bis eher verhaltene Kritiken
Kritiken
Die Zeitschrift Cinema bezeichnete den Film als ein „soziales Märchen mit hohem Spaßfaktor“, das „mit hintersinnigem Slapstick“ begeistert.
Das Lexikon des internationalen Films urteilt deutlich kritischer und spricht von einer „seichten Komödie voller verklärender Sozial-Romantik“. Der Film führe „auf banale, oft auch peinliche Weise die städtische Welt der Armen“ vor. Regisseur Mel Brooks setze „eher auf Klamauk und sentimentales Pathos“ statt auf den Biss und die Frechheit seiner früheren Filme.
Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden verlieh dem Film dennoch das Prädikat „besonders wertvoll“.
Fazit & persönliche Anmerkung
Die Einschätzung von Cinema als „soziales Märchen mit hohem Spaßfaktor“ ist natürlich nur eine von vielen Meinungen – und sie muss sich nicht mit der eigenen decken. Gerade bei Mel Brooks hängt viel davon ab, wie man seinen speziellen Humor einordnet: als bissige Satire, als Klamauk oder als Mischung aus beidem.
Meine Vermutung ist, dass sich ein Teil der Kritik – vor allem im deutschsprachigen Raum – auch auf die deutsche Synchronfassung bezieht. Viele Gags funktionieren im englischen Original deutlich besser. Wortspiele, Timing und Tonfall sind bei Brooks extrem wichtig, und genau das ist in der Synchronisation schwer zu übertragen. Der deutsche Humor tickt an vielen Stellen anders, und so gehen Pointen in der Übersetzung oft verloren oder wirken abgeschwächt.
Wer Mel Brooks mag oder sich für Filme interessiert, die Slapstick mit sozialer Botschaft verbinden, sollte Life Stinks unbedingt im Originalton eine Chance geben. Dann entfalten viele der Gags erst ihren eigentlichen Biss – und der Film wirkt weniger „seicht“, als es manche deutschsprachige Kritik vermuten lässt.