Dracula – Tot aber glücklich (1995)
Regie: Mel Brooks · Genre: Horrorkomödie / Parodie · Laufzeit: 90 Minuten
Einordnung
Dracula – Tot aber glücklich (Originaltitel: Dracula: Dead and Loving It) ist eine Horrorkomödie von Mel Brooks aus dem Jahr 1995. Der Film basiert lose auf Bram Stokers Roman und persifliert vor allem die Verfilmungen Dracula (1931) und Bram Stoker’s Dracula (1992). Leslie Nielsen verkörpert den Vampirgrafen in einer Mischung aus Slapstick, Parodie und klassischem Brooks-Humor.
Handlung
Der Anwalt Thomas Renfield reist nach Transsylvanien, um Graf Dracula ein Anwesen in England zu verkaufen. Trotz Warnungen der Einheimischen begibt er sich zum Schloss, wo Dracula ihn hypnotisiert und zu seinem Sklaven macht. Gemeinsam reisen sie nach England, doch die Schiffsbesatzung fällt dem Vampir zum Opfer.
Renfield landet in Dr. Sewards Irrenanstalt, während Dracula sich in London als neuer Nachbar vorstellt. Besonders Lucy fühlt sich vom Grafen angezogen – und wird bald sein Opfer. Professor Abraham van Helsing erkennt die vampirische Bedrohung und versucht, Lucy zu retten, was jedoch scheitert. Lucy kehrt als Untote zurück und wird schließlich von Van Helsing und Jonathan endgültig vernichtet.
Dracula hat inzwischen Mina in seinen Bann gezogen. Beim großen Ball entlarven Seward, Jonathan und Van Helsing den Grafen mittels Spiegeltest. Dracula entführt Mina in eine Kapelle, wo es zum finalen Kampf kommt. Als die Sonne aufgeht, öffnet Renfield versehentlich die Dachluke – Dracula zerfällt zu Staub, Mina wird gerettet.
Kritiken
Trotz der prominenten Kombination aus Mel Brooks und Leslie Nielsen blieb der Film hinter den Erwartungen zurück und war besonders in den USA ein kommerzieller Flop. Die Kritiken fielen überwiegend mittelmäßig aus.
„Eine anspielungsreiche Genreparodie, der jedoch der rechte Biss fehlt.“ – Lexikon des internationalen Films
„Zahnlos und blutleer.“ – Cinema
„Weniger Geschmacklosigkeiten als gewohnt, aber solide Trefferquote. In Deutschland erfolgreicher als in den USA.“ – kino.de
„Blutleere Komödie ohne rechten Biss.“ – TV Spielfilm
IMDb-Bewertung: 5,9/10 (ca. 48.800 Stimmen)
Fazit & persönliche Anmerkung
Als Filmfan und Blogger sehe ich Dracula – Tot aber glücklich als typische Spätphase-Mel-Brooks-Komödie: charmant, überdreht, aber nicht mehr so treffsicher wie Spaceballs oder Frankenstein Junior. Leslie Nielsen trägt den Film mit seinem typischen Deadpan-Humor, doch viele Gags zünden nicht so konsequent wie in früheren Parodien.
Interessant ist, dass der Film in Deutschland deutlich besser ankam als in den USA – vermutlich wegen der hohen Popularität von Brooks’ Robin Hood – Helden in Strumpfhosen und Nielsens Nackte Kanone-Erfolg. Humor ist kulturell verschieden, und manche Slapstick-Elemente funktionieren im Deutschen sogar besser als im Original.
Für Fans von Mel Brooks oder klassischen Vampirparodien ist der Film dennoch ein unterhaltsamer, wenn auch nicht überragender Beitrag zum Genre.