Mut, Moral und Gerechtigkeit: Quigley der Australier im Western
Quigley der Australier (1990) – US‑Western über Rassismus, Aborigines und einen Scharfschützen wider Willen
Originaltitel: Quigley Down Under • Land: USA • Genre: Western / Abenteuer • Regie: Simon Wincer • Kinostart: 1990 • FSK: 16
Quigley der Australier ist ein US‑amerikanischer Western mit Tom Selleck. Der Film verbindet klassische Western‑Elemente mit einer klaren antirassistischen Botschaft. Im Mittelpunkt steht der amerikanische Scharfschütze Matthew Quigley, der nach Australien reist – und dort in einen brutalen Konflikt zwischen weißen Großgrundbesitzern und Aborigines gerät.
Quigley Down Under (1990): Tom Selleck als Scharfschütze im Outback
Die Handlung
Matthew Quigley wird von Großgrundbesitzer Elliott Marston nach Australien geholt. Offiziell soll er Dingos jagen. Doch schnell erkennt er die Wahrheit: Marston will die Aborigines vertreiben und töten. Quigley weigert sich – und wird selbst zum Gejagten.
Schon bei seiner Ankunft hilft er einer Frau, die alle nur „die verrückte Cora“ nennen. Sie begleitet ihn zur Ranch. Dort zeigt Quigley seine außergewöhnliche Schießkunst mit einer Sharps 1874 Long Range Rifle. Marston ist beeindruckt – und zugleich besessen davon, sich mit dem Amerikaner zu messen.
Als Quigley sich weigert, Aborigines zu erschießen, wirft er Marston aus dem Fenster. Er wird verschleppt und soll sterben. Doch Quigley und Cora überleben dank der Hilfe der Ureinwohner. Sie werden zu Verbündeten.
Quigley beobachtet, wie Marstons Männer Aborigines jagen, erschießen und über Klippen stoßen. Er greift ein und tötet mehrere Angreifer. Die Überlebenden berichten Marston von der Begegnung.
Unterwegs erfährt Quigley Coras tragische Geschichte: „Um nicht von Indianern entdeckt zu werden, hatte sie ihr Kind versehentlich erstickt, als es nicht aufhören wollte zu weinen.“ Dieser Satz aus dem Dokument zeigt, wie tief der Film in psychologische Themen eintaucht.
Quigley erreicht eine Siedlung, kauft Proviant und Munition und liefert sich erneut eine Schießerei. Das Gebäude brennt, doch er entkommt. Cora verteidigt in der Wüste ein Aborigines‑Baby gegen Dingos und überwindet dabei ihr Trauma.
Schließlich wird Quigley gefangen. Marston zwingt ihn zum Revolverduell. Er glaubt, Quigley könne nur mit dem Gewehr umgehen. Doch Quigley ist schneller – und erschießt Marston und seine letzten Männer.
Britische Soldaten wollen Quigley verhaften. Doch eine große Gruppe Aborigines erscheint auf den Hügeln. Die Soldaten ziehen sich zurück.
Am Ende nennt Quigley sich „Roy Cobb“, um einer Verhaftung zu entgehen. Cora taucht auf und nennt ihn wieder Matthew Quigley. Beide beginnen ein neues Leben.
Hintergrund
Der deutsche Titel ist eine Fehlübersetzung. „Down Under“ bedeutet schlicht „Australien“. Quigley ist Amerikaner – daher wäre „Quigley in Australien“ korrekt.
Ursprünglich sollte der Film in Deutschland „Quigley der Amerikaner“ heißen. Ein frühes Cinema‑Plakat zeigt diesen Titel.
Rezeption
Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter:
- Golden Reel Award 1991 (Ton)
- ALFS Award 1992 – Bester britischer Schauspieler (Alan Rickman)
Kritiken
Gernot Gricksch nennt den Film eine „unverhohlene Hommage an die epischen Edelwestern der fünfziger Jahre“. Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Augenzwinkernd und geschickt zitiert der Film bekannte Mythen und typische Handlungselemente des klassischen Western.“
Derek Armstrong (AllMovie) sieht einen soliden, ernsten Western mit progressiver Botschaft. Roger Ebert lobt die Darsteller, kritisiert aber mangelnde Originalität.
Mein Fazit
Quigley der Australier ist ein unterhaltsamer Western mit klarer Haltung gegen Rassismus. Tom Selleck überzeugt als Scharfschütze mit moralischem Kompass. Die Darstellung der Aborigines ist respektvoll und zeigt die Gewalt, die sie im 19. Jahrhundert erlebten.
Die IMDb‑Bewertung von 6,1/10 ist solide. Für mich bleibt der Film ein Lieblingswestern – wegen seiner Botschaft und wegen Tom Selleck.