Quiet Earth – Das letzte Experiment: Einsamkeit, Risiko, Finale
Quiet Earth – Das letzte Experiment (1985) – Einsamer Überlebender im Ausnahmezustand
Originaltitel: The Quiet Earth • Land: Neuseeland • Genre: Science-Fiction / Endzeit • Regie: Geoff Murphy • Kinostart: 1985
Quiet Earth – Das letzte Experiment ist ein neuseeländischer Science-Fiction-Film, der lose auf dem Roman von Craig Harrison basiert. Als Einflüsse gelten Ich bin Legende, Dawn of the Dead und besonders Die Welt, das Fleisch und der Teufel (1959). Häufig wird der Film als inoffizielles Remake des letztgenannten Werks bezeichnet.
Quiet Earth – Das letzte Experiment: Überleben, Liebe, Zerstörung
Die Handlung
Am Morgen des 5. Juli nahe Auckland verändern sich plötzlich die Farben von Himmel und Sonne – Sekunden später ist alles wieder normal. Der Wissenschaftler Zac Hobson, Mitarbeiter des globalen Energieprojekts „Flashlight“, erwacht verwirrt und stellt fest, dass sein Radio keine Sendungen mehr empfängt.
In der Stadt findet er nur Leere: keine Menschen, ein brennendes Flugzeugwrack ohne Opfer, verlassene Straßen. Im unterirdischen Labor des Projekts versucht er Kontakt zu anderen Stationen aufzunehmen – vergeblich. Aus den Protokollen erfährt er, dass „Flashlight“ wie geplant stattgefunden hat.
Auf sein Diktiergerät spricht er:
„Zac Hobson, 5. Juli. Erstens: Im Projekt Flashlight hat es eine Fehlfunktion gegeben, mit verheerenden Folgen. Zweitens: Es scheint, dass ich der einzige Überlebende bin.“
Nach Tagen der Einsamkeit verliert Zac zunehmend den Verstand. Er hält eine Rede an Pappfiguren berühmter Persönlichkeiten, erklärt sich zum „Präsidenten dieser stillen Erde“ und schießt in einer Kirche das Kruzifix entzwei. In seiner Verzweiflung setzt er sich den Gewehrlauf in den Mund – drückt aber nicht ab.
Als er sich in einer Villa am Meer eingerichtet hat, taucht Joanne auf. Sie wird erst seine Freundin, später seine Geliebte. Gemeinsam suchen sie nach weiteren Überlebenden und finden den Māori Api.
Die drei erkennen, dass sie sich zum Zeitpunkt des Effekts jeweils an der Grenze zum Tod befanden: Api wurde ertränkt, Joanne erlitt einen Stromschlag, Zac nahm eine Überdosis Tabletten. Zac gesteht, dass er Zweifel an der Sicherheit des Experiments hatte – und sie verschwieg.
Während sich eine Dreiecksbeziehung entwickelt, entdeckt Zac fundamentale Veränderungen der Naturkonstanten: Die Elektronenladung oszilliert, was das Universum destabilisiert. Er fürchtet eine Wiederholung des Effekts und beschließt, die „Flashlight“-Anlage zu zerstören.
Mit einem Lkw voller Sprengstoff fahren sie zur Anlage, müssen aber wegen hoher Strahlung stoppen. Zac kehrt zurück, um eine Fernsteuerung zu holen – doch Joanne und Api hören kurz darauf den Motor: Zac fährt selbst hinein.
Er bricht durch die Decke der unterirdischen Einrichtung und zündet die Ladung im Moment des erneuten Effekts. Wieder erscheinen die seltsamen Lichteffekte.
Zac erwacht allein an einem Strand. Über dem Meer türmen sich fremdartige Wolken, ein riesiger Ringplanet steht am Horizont. Er hebt sein Diktiergerät – und lässt es sinken.
Endzeit-Experiment aus NZ: Quiet Earth im Fokus der Kreativität
Kritiken
„Origineller Endzeitfilm mit zivilisationskritischen Untertönen und einem überzeugenden Hauptdarsteller. Leider ist die Grundidee nicht ergiebig genug, um den Film über die ganze Strecke zu tragen.“
– Lexikon des internationalen Films
„Atmosphärisch berauschend dichtes Endzeit-Drama … kommt über große Strecken ohne Spezialeffekte aus, wirkt aber stets stimmig.“
– Filmstarts
Auszeichnungen
- Festival des Phantastischen Films München 1986: Großer Preis der Jury, Publikumspreis
- Fantafestival 1986: Bester Schauspieler (Bruno Lawrence), Beste Regie (Geoff Murphy)
- New Zealand Film and TV Awards 1987: Beste Kamera, Beste Regie, Bester Schnitt, Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Produktionsdesign, Bestes Drehbuch
Hintergründe
Die Musik stammt von John Charles und wurde mit dem New Zealand Symphony Orchestra eingespielt. Quiet Earth war seinerzeit der finanziell erfolgreichste neuseeländische Film. Bruno Lawrence wurde im Deutschen von Wolf Martienzen synchronisiert.
Die deutsche Erstaufführung fand am 11. September 1986 statt. 2006 erschien die DVD, 2011 folgte eine Blu-ray-Neuauflage.
Soundtrack
Der Soundtrack erschien 1986 als LP bei Milan Records und 1993 als CD auf dem Label X LXCD 9.
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