Die blaue Lagune (1980)
Originaltitel: The Blue Lagoon
Land: USA
Genre: Filmdrama / Romanze
Regie: Randal Kleiser
Drehbuch: Douglas Day Stewart (nach dem Roman von Henry De Vere Stacpoole, 1908)
Der US-Spielfilm „Die blaue Lagune“ aus dem Jahr 1980 basiert auf dem 1908 erschienenen Roman von Henry De Vere Stacpoole. Das von Randal Kleiser inszenierte Drama schildert die Geschichte zweier Kinder, die nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel im Südpazifik stranden. Fernab gesellschaftlicher Normen wachsen sie dort heran, verlieben sich während der Pubertät ineinander und werden schließlich Eltern. Während die Hauptdarsteller Brooke Shields und Christopher Atkins den Film zu einem kommerziellen Erfolg machten, stieß das Werk bei Kritikern auf Ablehnung. Das Drehbuch stammt von Douglas Day Stewart.
Handlung
Ende des 19. Jahrhunderts geraten die Cousins Emmeline und Richard Lestrange auf einer Schiffsreise von Boston nach San Francisco in eine Katastrophe: Nach einem Brand sinkt das Schiff, nur wenige überleben. Emmeline, Richard und der Matrose Paddy Button retten sich in ein Boot und stranden schließlich auf einer abgelegenen Insel im Südpazifik.

Paddy bringt den Kindern das Überleben bei, warnt sie vor giftigen Beeren und vor der anderen Seite der Insel, auf der Eingeborene Opferstätten errichten. Nach seinem Tod sind Emmeline und Richard völlig auf sich gestellt. Aus kindlicher Freundschaft wird mit Beginn der Pubertät eine zarte, dann leidenschaftliche Liebe. Ohne gesellschaftliche Normen und ohne Aufklärung entdecken sie ihren Körper, ihre Sexualität und schließlich die Verantwortung füreinander – und für ihr gemeinsames Kind.
Die Insel ist paradiesisch und bedrohlich zugleich: türkisfarbene Lagunen, üppige Vegetation, aber auch Stürme, Gefahren und die ständige Frage, ob sie jemals wieder gefunden werden. Als eines Tages ein Schiff am Horizont auftaucht, steht die kleine Familie vor der Entscheidung zwischen Rückkehr in die Zivilisation und dem Leben in ihrer selbst geschaffenen Welt.
Synchronisation
Die deutsche Fassung entstand Anfang der 1980er Jahre. Die Synchronisation legt den Fokus stark auf die romantische und märchenhafte Ebene der Geschichte und glättet einige der kontroverseren Untertöne des Originals. Dadurch wirkt der Film in der deutschen Version noch stärker wie eine idealisierte Jugend- und Liebesfantasie vor exotischer Kulisse.
Hintergrund
„Die blaue Lagune“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Henry De Vere Stacpoole aus dem Jahr 1908, der bereits mehrfach verfilmt wurde. Die Version von 1980 ist die bekannteste und wurde vor allem durch das Starimage der jungen Brooke Shields weltweit populär.
Der Film war mit vergleichsweise moderatem Budget produziert, entwickelte sich aber zu einem großen Kassenerfolg. Inhaltlich bewegt er sich zwischen Robinsonade, Coming-of-Age-Geschichte und romantischer Fantasie – und löste wegen der Darstellung jugendlicher Sexualität immer wieder Diskussionen aus.
Drehort
Gedreht wurde fast ausschließlich an Originalschauplätzen in der Südsee und in der Karibik, unter anderem auf Fidschi (Turtle Island / Nanuya Levu) und in Jamaika. Die üppige Natur, die weißen Strände und das kristallklare Wasser sind ein zentrales Element des Films und tragen viel zu seiner Wirkung bei.
Die Entscheidung, fast komplett on location zu drehen, verleiht dem Film eine sehr physische, greifbare Atmosphäre – man spürt Hitze, Salz, Sand und das Gefühl von Freiheit, aber auch von Isolation.
Kritiken
Trotz des kommerziellen Erfolgs wurde „Die blaue Lagune“ von vielen Kritikern eher negativ aufgenommen. Häufig bemängelt wurden das simple Drehbuch, die dünne Dramaturgie und die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Der Film wurde oft als kitschig, naiv und dramaturgisch spannungsarm bezeichnet.
Gleichzeitig wird immer wieder die beeindruckende Kameraarbeit und die Schönheit der Naturaufnahmen hervorgehoben. Für viele Zuschauer ist der Film weniger ein klassisches Drama als vielmehr ein atmosphärischer, fast träumerischer Bilderreigen über Jugend, Unschuld und Erwachen der Sexualität.
Auszeichnungen
Der Film erhielt eine Oscarnominierung für die beste Kamera und weitere Nominierungen, unter anderem für den Saturn Award (Bester Fantasyfilm) und den Golden Globe (Bester Nachwuchsdarsteller für Christopher Atkins). Gleichzeitig wurde Brooke Shields mit der Goldenen Himbeere als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet – ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Meinungen über diesen Film auseinandergehen.
Besetzung
- Brooke Shields: Emmeline Lestrange
- Christopher Atkins: Richard Lestrange
- Leo McKern: Paddy Button
- William Daniels: Arthur Lestrange
- Elva Josephson: Emmeline als kleines Kind
- Glenn Kohan: Richard als kleines Kind
- Alan Hopgood: Kapitän
Anmerkung / Fazit
Für mich ist „Die blaue Lagune“ weit mehr als nur ein Film – es ist ein Stück Jugend. Ich war damals 16 Jahre alt und schwer in Brooke Shields verknallt. Wenn ich den Film heute sehe, kommen sofort Erinnerungen an meine eigene Pubertät hoch: dieses diffuse Gefühl von Sehnsucht, Freiheit, Unsicherheit und dem ersten Verliebtsein.
Objektiv betrachtet kann man dem Film vieles vorwerfen: Kitsch, Naivität, schwache Dialoge. Aber subjektiv ist er für mich ein Zeitdokument – ein Fenster in eine Phase, in der die Welt noch riesig, unentdeckt und voller Möglichkeiten war. Vielleicht ist es genau das, was diesen Film für viele, die ihn als Teenager gesehen haben, so besonders macht.
Mich interessiert: Was verbindet ihr mit diesem Film? Habt ihr ihn auch in eurer Jugend gesehen, oder erst später entdeckt? Schreibt mir gerne oder hinterlasst einen Kommentar – ich freue mich auf eure Erinnerungen und Meinungen.