Pink Floyd – The Wall: Ein kompromissloses Kultwerk der Filmkunst
Pink Floyd – The Wall am Brandenburger Tor 1990

Nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 wurde The Wall am 21. Juli 1990 in Berlin noch einmal aufgeführt. Das Konzert wurde von Roger Waters geleitet, der die Rechte an The Wall besaß.
Zu den Mitwirkenden gehörten unter anderem Paul Carrack, Cyndi Lauper, Sinéad O’Connor, Joni Mitchell, Jerry Hall, Bryan Adams, The Hooters, Scorpions, Van Morrison und Ute Lemper. Alle Mitwirkenden verzichteten auf ihre Gage. Der Erlös von sechs Millionen DM wurde an die Stiftung World War Memorial Fund for Disaster Relief gespendet.
Ein gigantisches Bühnenbild für Berlin
Die komplizierte Planung und Inszenierung des Konzerts wurde unter anderem von Rolf M. Engel, einem der Gründer des Frankfurter Designbüros Atelier Markgraph, geleitet. Ziel war es, Roger Waters die Aufführung von The Wall kurz vor der deutschen Wiedervereinigung in Berlin zu ermöglichen.
Für das Konzert entstand eines der größten Bühnenbilder, die bis dahin für eine solche Veranstaltung aufgebaut worden waren. Mehr als 2.000 Menschen wirkten auf der Bühne mit, während das Spektakel von mehr als 300.000 Zuschauern live verfolgt wurde.
Besondere Inszenierung und Musik
Die Lieder wurden teilweise anders interpretiert als auf dem ursprünglichen Album. Einige Arrangements waren besonders aufwendig. So kreisten passend zu den Hubschraubereffekten des Albums echte Hubschrauber seitlich über den Zuschauern.
Als Finale erklang „The Tide Is Turning“, ein Titel, den Roger Waters zuvor auf seinem Studioalbum Radio K.A.O.S. von 1987 veröffentlicht hatte und der nicht auf dem Album The Wall enthalten ist.
Hunderttausende Zuschauer in Berlin
Für das Konzert wurden zunächst etwa 200.000 Karten verkauft. Unmittelbar vor Beginn wurden die Tore jedoch aus Sicherheitsgründen geöffnet, weil noch wesentlich mehr Menschen ohne Eintrittskarte auf das Festivalgelände drängten.
Während der Aufführung kam es aufgrund von Problemen mit der Stromversorgung zeitweise zum Ausfall eines Teils der Beschallungsanlage. Mit einer Leistung von sieben Megawatt gehörte die Beschallungsanlage zu den größten, die für ein einzelnes Konzert aufgebaut worden waren.
Die Berliner Aufführung von The Wall wurde damit zu einem historischen Musikereignis, das unmittelbar mit dem Fall der Berliner Mauer und der bevorstehenden deutschen Wiedervereinigung verbunden war.