Bandits (1997): Rockband auf der Flucht
Bandits ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1997 über vier Frauen, die sich im Gefängnis kennenlernen, gemeinsam eine Rockband gründen und während einer Flucht plötzlich zu gefeierten Musikerinnen werden. Regie führte Katja von Garnier. In den Hauptrollen sind Katja Riemann, Jasmin Tabatabai, Nicolette Krebitz und Jutta Hoffmann zu sehen. Die Kamera und Bildgestaltung übernahm Torsten Breuer.
Der Film verbindet Gefängnisgeschichte, Musik, Flucht und Freundschaft miteinander. Die vier Frauen werden während ihrer Flucht zu Medienstars und erleben, wie sich ihre Musik plötzlich zu einem unerwarteten Erfolg entwickelt.

Bandits (1997): Steckbrief
| Deutscher Titel | Bandits |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Erscheinungsjahr | 1997 |
| Regie | Katja von Garnier |
| Drehbuch | Katja von Garnier |
| Kamera | Torsten Breuer |
| Genre | Musikfilm, Drama, Roadmovie |
| Hauptdarstellerinnen | Katja Riemann, Jasmin Tabatabai, Nicolette Krebitz, Jutta Hoffmann |
| Weitere Besetzung | Hannes Jaenicke, Werner Schreyer |
| Kinostart | 3. Juli 1997 |
| Uraufführung | 28. Juni 1997 beim Filmfest München |
Handlung von Bandits
Die vier Frauen Emma Moor, Angelika „Angel“ Kleinschmidt, Ludmilla „Luna“ Nabiba und Marie Irrgang lernen sich im Gefängnis kennen. Im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms gründen sie eine Band und erhalten die Möglichkeit, bei einem Polizeiball aufzutreten.
Emma war Mitglied einer Jazzband und erschoss deren Bandleader, nachdem dieser sie schwer misshandelt hatte. Angel sitzt wegen Heiratsschwindels im Gefängnis, Luna wegen schweren Raubes. Marie hat ihren Mann mit Arsen vergiftet und wird als psychisch belastet und suizidgefährdet beschrieben.
Auf dem Weg zum Polizeiball ergibt sich für die vier Frauen überraschend eine Gelegenheit zur Flucht. Sie nutzen diese und sind plötzlich auf der Flucht vor der Polizei.
Da das Fernsehen zunächst über zwei andere Ausbrecher berichtet, beschließt Luna, einen Reporter zu kontaktieren. Dieser interviewt sie und filmt die Frauen beim Musizieren. Die Aufnahmen werden im Fernsehen ausgestrahlt und verändern das Leben der vier Frauen grundlegend.
Der Musikproduzent Michael Gold erkennt das kommerzielle Potenzial der Gruppe. Er hatte das Demotape der Band zuvor noch in den Papierkorb geworfen, wittert nun aber angesichts der medialen Aufmerksamkeit das große Geschäft. Schon bald läuft der erste Song der Band im Radio.
Während die Frauen weiter auf der Flucht sind, wächst ihre Fangemeinde. Aus den gesuchten Gefängnisflüchtlingen werden für viele Menschen überraschend beliebte Musikerinnen und beinahe schon Volksheldinnen.
Kommissar Schwarz und seine Mitarbeiterin Ludwig bleiben ihnen dicht auf den Fersen. Schwarz entwickelt dabei zunehmend Sympathien für die vier Frauen, muss jedoch gleichzeitig seine Aufgabe als Polizist erfüllen und versucht, die Schlinge um die Band immer enger zu ziehen.
Nach einem gescheiterten Konzert nehmen die Frauen den Touristen West als Geisel. Seine Anwesenheit sorgt innerhalb der Gruppe für zusätzliche Unruhe. Schließlich setzt das Quartett seine Flucht ohne ihn fort.
Später wird die Band auf einer Brücke von der Polizei umstellt. Marie stirbt überraschend eines natürlichen Todes. Luna und Angel springen von der Brücke in den Fluss, während Emma festgenommen wird. Luna und Angel entführen daraufhin ihre eigenen Fahnder und können Emma aus der Haft befreien.
Die Flucht geht weiter. Durch einen Kontakt von Marie erhalten die Frauen ein Engagement als Musikerinnen auf einem Kreuzfahrtschiff. Damit wollen sie das Land verlassen.
Zum Abschluss organisieren die Bandits ein Konzert auf einem Hafengelände. Die Polizei bereitet den Zugriff vor und sichert die Zugänge. Doch während ihres letzten Auftritts springen die Frauen zum Song Catch Me von einem Gebäude ins Publikum und versuchen, zu ihrem Schiff zu gelangen.
Besetzung von Bandits
| Figur | Darstellerin / Darsteller |
|---|---|
| Emma Moor | Katja Riemann |
| Ludmilla „Luna“ Nabiba | Jasmin Tabatabai |
| Angelika „Angel“ Kleinschmidt | Nicolette Krebitz |
| Marie Irrgang | Jutta Hoffmann |
| Kommissar Schwarz | Hannes Jaenicke |
| West | Werner Schreyer |
Entstehung und Veröffentlichung
Die Dreharbeiten zu Bandits fanden vom 19. August 1996 bis zum 25. Oktober 1996 statt. Gedreht wurde unter anderem in München, Bad Neustadt an der Saale, Münnerstadt, Hamburg und Nürnberg.
Die deutsche Uraufführung fand am 28. Juni 1997 beim Filmfest München statt. Der Kinostart folgte am 3. Juli 1997.
Regie führte Katja von Garnier. Die Kamera und Bildgestaltung übernahm Torsten Breuer.
🎵 Soundtrack von Bandits
Die Musik spielt in Bandits eine zentrale Rolle und ist eng mit der Handlung verbunden. Der Soundtrack wurde von Jasmin Tabatabai, Nicolette Krebitz und Katja Riemann gemeinsam mit den Produzenten Udo Arndt und Peter Weihe eingespielt.
Der Soundtrack verkaufte sich mehr als 700.000 Mal und erhielt eine Goldene Schallplatte.
Zu den bekannten Titeln gehören unter anderem Catch Me, Puppet und All Along the Watchtower.
Bei Catch Me handelt es sich um eine Coverversion des Songs Hobart Paving der britischen Band Saint Etienne.
Vom Soundtrack wurden zwei Versionen veröffentlicht: eine normale Fassung mit 17 Titeln und eine gekürzte Version mit 14 Titeln.
🏆 Auszeichnungen
- 1997: Bayerischer Filmpreis – Preis für Musik im Film für Katja Riemann, Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz.
- 1998: Deutscher Filmpreis – Filmband in Gold als Beste Darstellerin für Katja Riemann.
🎬 Kritik zu Bandits
Der Filmdienst beschrieb den Film als ein stark von der Musik geprägtes musikalisches Drama. Besonders hervorgehoben wurden die Verbindung von Ton- und Bildebene sowie die besondere Nähe zu den Hauptfiguren.
„Ein ganz vom Rhythmus der Musik geprägtes musikalisches Drama“
Die Mischung aus Musik, Fluchtgeschichte, Freundschaft und Roadmovie-Elementen macht Bandits zu einem ungewöhnlichen deutschen Film der 1990er-Jahre.
🎥 Film-Tipp: Die Commitments (1991)
Wer Bandits mag, sollte sich auch Die Commitments (1991) ansehen. Beide Filme erzählen die Geschichte einer Band und verbinden Musik mit persönlichen Konflikten, Freundschaft und dem Wunsch nach Erfolg.
Die Commitments (Originaltitel: The Commitments) ist ein irisch-britischer Musikfilm von Alan Parker aus dem Jahr 1991. Nach dem Roman von Roddy Doyle erzählt der Film von einer Gruppe junger Menschen in Dublin, die gemeinsam eine Soul-Band gründen wollen.
Im Mittelpunkt steht Jimmy Rabbitte, der davon überzeugt ist, dass Soul-Musik auch in Irland funktionieren kann. Er sucht Musiker und Sängerinnen zusammen und entwickelt mit ihnen die Idee von der „härtesten Arbeiter-Band der Welt“.
Kurz gesagt: Ein energiegeladener Musikfilm über Soul, Freundschaft, Ehrgeiz und die Schwierigkeiten einer jungen Band auf dem Weg zum Erfolg.
👉 Mehr zum Film:
Die Commitments
Warum Bandits bis heute interessant ist
Bandits verbindet eine ungewöhnliche Fluchtgeschichte mit Rockmusik und der Dynamik einer Band. Die vier Frauen werden innerhalb kürzester Zeit von Gefängnisinsassinnen zu bekannten Musikerinnen.
Besonders die Musik ist ein wichtiger Bestandteil des Films. Die Bandauftritte und Musikvideosequenzen sind nicht nur Beiwerk, sondern treiben die Handlung mit voran.
Auch die ungewöhnliche Beziehung zwischen den vier Frauen und ihrem Verfolger Kommissar Schwarz gehört zu den prägenden Elementen des Films.
Fazit zu Bandits
Bandits ist ein ungewöhnlicher deutscher Musikfilm aus den 1990er-Jahren, der Gefängnisgeschichte, Flucht, Rockmusik und Freundschaft miteinander verbindet.
Die vier Hauptfiguren entwickeln sich von Gefängnisinsassinnen zu einer erfolgreichen Band, während ihnen gleichzeitig die Polizei auf den Fersen ist. Gerade diese ungewöhnliche Verbindung aus Musik und Flucht macht den Film besonders.
Mein Fazit: Wer deutsche Musikfilme, Roadmovies und ungewöhnliche Geschichten über Freundschaft und Zusammenhalt mag, sollte Bandits kennen.
🎥 Bandits (1997) – ARD Mediathek
🔗 Weiterführende Informationen zu Bandits
📖 Wikipedia
🎬 Filmdienst
🎞️ Filmportal
⭐ IMDb
🎬 Filmstarts
🎥 Kino-Zeit
Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Bandits basieren auf den bereitgestellten Informationen und den angegebenen Quellen, darunter Wikipedia, Filmdienst, Filmportal, IMDb, Filmstarts und Kino-Zeit.
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