Pippi in Taka-Tuka-Land
Pippi in Taka-Tuka-Land (Originaltitel: Pippi Långstrump på de sju haven) ist ein schwedisch-deutscher Kinderfilm aus dem Jahr 1970 mit Inger Nilsson in der Rolle der wohl bekanntesten Kinderbuchheldin der Welt. Regie führte Olle Hellbom, basierend auf den Figuren von Astrid Lindgren – wobei sich der Film in einigen Punkten von der Buchvorlage unterscheidet.
Der Film startete am 15. Juli 1970 in den westdeutschen Kinos und lief im Fernsehen auch unter dem Titel Pippi Langstrumpf und die Seeräuber. Der Name „Taka-Tuka-Land“ ist übrigens an den realen Ort Larantuka angelehnt.
Handlung
Tommy und Annika dürfen ihre Ferien bei Pippi verbringen – und zunächst scheint alles wie ein harmloser Sommer voller Spiel und Spaß. Doch das ändert sich schlagartig, als Pippi eine Flaschenpost ihres Vaters Efraim Langstrumpf findet. Er wurde von Piraten entführt und bittet indirekt um Hilfe.
Für Pippi ist sofort klar: Eine Rettungsmission muss her! Gemeinsam mit ihren Freunden macht sie sich auf den Weg zur geheimnisvollen Taka-Tuka-Insel. Der Weg dorthin ist – typisch Pippi – alles andere als gewöhnlich.
Mit einem fliegenden Bett („Myskodil“), einem selbstgebauten Tretflugzeug und jeder Menge Fantasie kämpfen sich die Kinder durch gefährliche Situationen: Vulkanausbrüche, einsame Inseln und Begegnungen mit Piraten inklusive.
Auf Taka-Tuka angekommen, trifft Pippi auf eine Gruppe skrupelloser Piraten, die ihren Vater gefangen halten. Mit Mut, Cleverness und einer ordentlichen Portion Chaos gelingt es ihr schließlich, ihn zu befreien.
Doch das Abenteuer ist noch nicht vorbei: Eine Schatzsuche, weitere Piraten und ein cleverer Tauschhandel sorgen für ein spannendes Finale, bevor es zurück zur Villa Kunterbunt geht.
Kritiken & Rezeption
Cinema: „Kinderklassiker.“
Prisma: Der Film wird als fantasievoll, kindgerecht und unterhaltsam beschrieben – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Kino REX, Bern: Ein einfallsreich inszeniertes Abenteuer, das mit der Vorlage von Astrid Lindgren mithalten kann.
Lexikon des internationalen Films: Heiter-abenteuerlicher Kinderfilm mit Gastauftritt von Thor Heyerdahl.
Kino.de: Solide und unterhaltsame Kinderfilmkost.
Evangelischer Film-Beobachter: Kritischer – bemängelt dramaturgische Schwächen im Vergleich zur Buchvorlage.
Auszeichnungen
1970: Goldene Leinwand
Trivia
Der Papagei Rosalinda wurde von einem echten Scharlachara namens Douglas gespielt, der ein erstaunlich langes Leben führte.
Der berühmte Entdecker Thor Heyerdahl hatte eine kleine Nebenrolle als Pirat – eher zufällig, da er sich während der Dreharbeiten in der Region aufhielt.
Die Musik stammt unter anderem von Astrid Lindgren, Jan Johansson und Georg Riedel – viele der Lieder sind bis heute echte Ohrwürmer.
Mein Fazit als Filmfan
Für mich ist Pippi in Taka-Tuka-Land pure Kindheitserinnerung. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn der Film im Fernsehen lief.
Pippi war für mich immer mehr als nur eine Figur – sie war stark, mutig und völlig unabhängig. Ein Charakter, der sich nicht verbiegen lässt und einfach ihr eigenes Ding macht.
Viele Jungs in meinem Alter hätten wohl gerne eine Freundin wie Pippi gehabt – und für viele Mädchen war sie ein echtes Vorbild.
Astrid Lindgren war es wichtig, starke Kinderfiguren zu schaffen. Sie engagierte sich auch gesellschaftlich für Kinderrechte, was man ihren Geschichten deutlich anmerkt.
Auch wenn der Film heute technisch nicht mehr mit modernen Produktionen mithalten kann, bleibt er ein liebevoller, fantasievoller Abenteuerfilm mit ganz viel Herz.
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Quelle
Artikel über Astrid Lindgren (Tagesspiegel)