Wenn der Vater mit dem Sohne (Lizenz Gemeinfrei)
Wenn der Vater mit dem Sohne (1955)
Regie: Hans Quest • Mit Heinz Rühmann
„Wenn der Vater mit dem Sohne“ ist einer dieser Filme, die man nicht einfach schaut – man erlebt sie. Der 1955 erschienene Klassiker gehört zu den emotionalsten Rollen von Heinz Rühmann, der hier als ehemaliger Clown Teddy Lemke eine seiner menschlichsten und berührendsten Figuren verkörpert. Die Uraufführung fand am 12. August 1955 im Ufa-Palast in Köln statt – ein schönes Detail, das den Film für viele Zuschauer aus NRW noch näher rückt.
Inhalt
Teddy Lemke, einst ein gefeierter Musikclown, lebt zurückgezogen als Untermieter bei Fräulein Biermann. Dort kümmert er sich liebevoll um den kleinen Ulli, dessen Mutter nach dem Krieg aus wirtschaftlicher Not in die USA ausgewandert ist. Teddy, dessen eigener Sohn verstorben ist, füllt die Vaterrolle mit einer Wärme aus, die den Film bis heute trägt.
Als Ulli ein altes Clownskostüm findet, bricht Teddys Vergangenheit wieder auf. Gemeinsam treten sie als Clowns auf – ein zartes, fast magisches Zusammenspiel zwischen Rühmann und dem jungen Oliver Grimm. Doch als Ullis Mutter zurückkehrt, um ihren Sohn in die USA zu holen, beginnt eine emotionale Reise, die Teddy und Ulli quer durch Deutschland und die Schweiz führt. Am Ende muss Teddy den Jungen schweren Herzens ziehen lassen.
Der Schluss – Teddys Solovorstellung mit dem Lied „La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu“ – gehört zu den bewegendsten Momenten des deutschen Nachkriegskinos.
Anmerkungen
Gedreht wurde u. a. in Berlin-Wedding, Zürich, Lausanne, Locarno, Lugano und Ascona. Die Innenaufnahmen entstanden auf der Burg Trendelburg. Die Bauten stammen von Hans Ledersteger, Ernst Richter und Peter Schlewski.
Das berühmte Schlaflied „La-Le-Lu“ wurde durch den Film endgültig zum Klassiker. Rühmann erhielt für seine Clownsrolle sogar die Goldene Artistennadel – eine außergewöhnliche Auszeichnung für einen „Amateur“.
Die gleichnamige österreichische Fernsehserie hat mit dem Film nichts zu tun. 2005 entstand eine Neuverfilmung, die jedoch inhaltlich stark abweicht.
Fun Fact: Das Auto im Film war ein bereits damals nostalgischer BMW 309 Cabriolet.
Auszeichnungen
Die FBL verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.
Kritiken
„Einzig Heinz Rühmann überzeugt durch leise Zwischentöne und feine Komik.“ – Lexikon des internationalen Films
„Heiter-rührender Farbfilm ohne weitergehenden Anspruch.“ – 6000 Filme
„Rühmann in einer seiner schönsten Rollen im Grenzbereich von Lachen und Weinen.“
IMDb-Bewertung: 6,4/10
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Fazit
Für mich ist „Wenn der Vater mit dem Sohne“ ein liebenswerter, zeitloser Film, den ich immer wieder gerne im Fernsehen gesehen habe. Ein Muss für alle Heinz‑Rühmann‑Fans – und ein Film, der auch jüngere Zuschauer berührt. Für ältere Semester ist er ein Stück Kindheit, ein warmes Wiedersehen mit einer Ära, in der Kino noch ganz anders funktionierte.