Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt (2014): Eine bewegende Geschichte von Mut und Menschlichkeit
Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt ist ein deutscher Spielfilm von Kai Christiansen aus dem Jahr 2013. Der Film verbindet zeithistorische Originalaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg mit Spielszenen sowie Redebeiträgen und Kommentaren der Zeitzeugin Inge Deutschkron.
Im Mittelpunkt steht der Berliner Bürstenfabrikant Otto Weidt, der während der Zeit des Nationalsozialismus seine jüdischen Mitarbeiter vor Verfolgung und Deportation zu schützen versuchte. Zu den Menschen, denen er half, gehörten unter anderem Inge Deutschkron und Alice Licht.

Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt: Steckbrief
| Deutscher Titel | Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt |
|---|---|
| Originaltitel | Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt |
| Produktionsland | Deutschland |
| Erscheinungsjahr | 2013 |
| Erstausstrahlung | 6. Januar 2014 in der ARD |
| Genre | Historienfilm, Drama, Biografie, Dokudrama |
| Regie | Kai Christiansen |
| Produktion | NDR, WDR, RBB, HR |
| Hauptdarsteller | Edgar Selge, Henriette Confurius, Alice Dwyer, Inge Deutschkron |
| Besonderheit | Verbindung von Spielszenen, zeithistorischen Originalaufnahmen und Kommentaren der Zeitzeugin Inge Deutschkron |
| Historische Grundlage | Die wahre Geschichte des Berliner Bürstenfabrikanten Otto Weidt und seiner jüdischen Mitarbeiter |
Handlung von Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt
Der Film beginnt im Jahr 1941 in der Berliner Bürstenfabrik von Otto Weidt in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte. Die Gestapo erscheint in der Werkstatt und schikaniert die jüdische Belegschaft. Weidt versteht es jedoch, sich gegenüber den Beamten scheinbar unterwürfig zu geben und gleichzeitig durch Täuschung, Beharrlichkeit und Bestechung seine Mitarbeiter zu schützen.
Weidts Werkstatt gilt für jüdische Menschen, die in einem „kriegswichtigen Betrieb“ arbeiten, als vergleichsweise geschützter Ort. Seine Mitarbeiter nennen ihn deshalb bald „Papa Weidt“. Zu ihnen gehören auch blinde beziehungsweise stark sehbehinderte Menschen sowie die Jüdinnen Inge Deutschkron und Alice Licht.
Zwischen Alice Licht, die deutlich jünger als Weidt ist, und ihrem verheirateten Arbeitgeber entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Gleichzeitig verschärft sich die Situation für die jüdische Bevölkerung immer weiter.
Weidt versucht seine Mitarbeiter zu retten
Als die Gestapo eines Tages die Mitarbeiter der Werkstatt abholt, gelingt es Weidt erneut, einige Menschen vor der Deportation zu bewahren. Für die Verfolgten bleibt jedoch nur noch die Möglichkeit, sich zu verstecken. Weidt hilft dabei und versorgt sie mit Wohnraum und Lebensmitteln.
Das Versteck wird schließlich entdeckt. Während Inge Deutschkron mit ihrer Mutter bei Freunden untertauchen kann, werden andere Menschen deportiert. Auch Alice Licht gerät mit ihren Eltern in die Gewalt der Nationalsozialisten.
Die Rettung von Alice Licht
Weidt versucht, Alice und ihre Familie zu unterstützen. Über fingierte Adressen schickt er über längere Zeit etwa 150 Lebensmittelpakete in das KZ Theresienstadt und trägt damit zum Überleben der Familie Licht bei.
Eines Tages erhält Weidt eine Postkarte von Alice. Sie teilt ihm mit, dass sie ohne ihre Eltern auf dem Weg nach Auschwitz ist. Weidt macht sich daraufhin selbst auf den Weg in das besetzte Polen, um seine Geliebte zu finden und ihr zu helfen.
Er gibt sich gegenüber dem KZ-Personal als kriegsblinder Vertreter seiner Berliner Bürstenfirma aus. Als er erfährt, dass Alice in das KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen nach Christianstadt verlegt wurde, reist er ihr nach.
In einem nahe gelegenen Ort mietet Weidt ein Zimmer und sorgt dafür, dass für Alice ein Koffer, Bargeld und eine Unterkunft bereitstehen. Als das Lager vor den heranrückenden sowjetischen Truppen aufgelöst wird, gelingt Alice die Flucht.
Anfang Januar 1945 erreicht Alice schließlich Weidt und seine Ehefrau in Berlin. Nach dem Krieg wandert sie in die USA aus. Weidt und Alice sehen sich nie wieder.
Das Ende der Geschichte
Der Film endet mit einer realen Szene aus der Gegenwart. Inge Deutschkron besucht das Ehrengrab von Otto Weidt auf dem Friedhof Zehlendorf und legt dort einen Blumenstrauß nieder.
Im Abspann wird berichtet, was aus Otto Weidt, seiner Ehefrau, Alice Licht und weiteren Mitarbeitern der Blindenwerkstatt wurde. Otto Weidt starb 1947 an einem Herzinfarkt. Alice Licht starb am 30. Oktober 1986 in Israel. Auch mehrere ehemalige Mitarbeiter der Werkstatt wurden während der NS-Zeit ermordet.
Hintergrund zu Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt
Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt basiert auf der wahren Geschichte des Berliner Bürstenfabrikanten Otto Weidt. Der Film entstand 2013 unter der Regie von Kai Christiansen in Koproduktion von NDR, WDR, RBB und HR.
Eine besondere Rolle übernimmt Inge Deutschkron. Die Journalistin und Zeitzeugin berichtet im Film selbst über Otto Weidt und ihre eigenen Erlebnisse. Dadurch werden die Spielszenen immer wieder durch authentische Erinnerungen ergänzt.
Der Film wurde erstmals am 6. Januar 2014 in der ARD ausgestrahlt.
Otto Weidt – ein „Gerechter unter den Völkern“
Otto Weidt wurde 1971 postum mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Damit wurde sein Einsatz für jüdische Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus gewürdigt.
Wichtige Themen im Film
Mut und Menschlichkeit
Der Film zeigt, wie Otto Weidt trotz der Gefahren versuchte, seine jüdischen Mitarbeiter zu schützen. Sein Verhalten steht dabei im starken Gegensatz zur nationalsozialistischen Verfolgungspolitik.
Widerstand im Alltag
Weidt kämpft nicht mit Waffen gegen das Regime. Er nutzt vielmehr Täuschung, Bestechung, Beziehungen und Beharrlichkeit, um Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld zu helfen.
Verfolgung und Deportation
Der Film macht die zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sichtbar und zeigt, wie sich die Lebensbedingungen immer weiter verschärfen.
Liebe und Hoffnung
Die Beziehung zwischen Otto Weidt und Alice Licht bildet eine persönliche Ebene der Geschichte. Gleichzeitig wird deutlich, dass ihre Liebe unter den Bedingungen von Verfolgung und Krieg keine gemeinsame Zukunft findet.
Erinnerung und Zeitzeugenschaft
Durch die Beiträge von Inge Deutschkron verbindet der Film die fiktionale Darstellung mit persönlicher Erinnerung und historischer Zeugenschaft.
🎭 Besetzung von Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt
Die Besetzung wird von Edgar Selge als Otto Weidt getragen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem Inge Deutschkron, die als Zeitzeugin selbst zu Wort kommt.
| Darsteller / Mitwirkende | Rolle / Funktion |
|---|---|
| Edgar Selge | Otto Weidt |
| Henriette Confurius | Alice Licht |
| Alice Dwyer | Inge Deutschkron |
| Inge Deutschkron | Zeitzeugin und Kommentatorin |
Produktion und Besonderheiten
Der Film wurde 2013 unter der Regie von Kai Christiansen produziert. Beteiligt waren NDR, WDR, RBB und HR.
Eine Besonderheit ist die Verbindung verschiedener filmischer Ebenen: Neben den Spielszenen werden zeithistorische Originalaufnahmen und Aussagen von Inge Deutschkron verwendet.
Dadurch entsteht eine Mischung aus historischem Spielfilm, Dokudrama und Zeitzeugenbericht.
Rezeption und Wirkung
Der Film wurde in verschiedenen deutschen Medien besprochen. Zu den ausgewählten Kritiken gehören Beiträge von Franziska Augstein in der Süddeutschen Zeitung, Michael Hanfeld in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Tilmann P. Gangloff in der Frankfurter Rundschau, Elmar Krekeler in der Welt und Lea Streisand in der taz.
2014 erhielt Edgar Selge bei den Seoul International Drama Awards eine Auszeichnung in der Kategorie „Bester Schauspieler“. 2015 wurde der Film außerdem für den Deutschen Hörfilmpreis in der Kategorie Fernsehfilm nominiert.
Fazit zu Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt
Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt erzählt eine bewegende Geschichte aus einer der dunkelsten Epochen der deutschen Geschichte. Besonders beeindruckend ist dabei der Mut Otto Weidts, der unter großer persönlicher Gefahr versuchte, seine jüdischen Mitarbeiter zu schützen.
Die Verbindung von Spielszenen mit den Erinnerungen der Zeitzeugin Inge Deutschkron verleiht dem Film eine besondere Authentizität. Dadurch bleibt die Geschichte nicht nur eine historische Nacherzählung, sondern erhält auch eine persönliche und menschliche Perspektive.
Meine Bewertung: 9/10
🎬 Film-Tipp: Das Tagebuch der Anne Frank (1980): Eine bewegende Geschichte von Angst, Hoffnung und Menschlichkeit
Wenn dir Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt gefallen hat, solltest du dir auch Das Tagebuch der Anne Frank (1980) ansehen. Beide Filme beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit der NS-Zeit und den Schicksalen von Menschen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung leiden mussten.
👉 Mehr zum Film: Das Tagebuch der Anne Frank (1980)
🔗 Weiterführende Links zu Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt
Weitere Informationen zum Film, zur historischen Geschichte von Otto Weidt, zur Besetzung und zur Produktion finden Sie bei den folgenden Film- und Informationsangeboten:
- IMDb – Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt – Filmdatenbank mit Besetzung und weiteren Informationen
- OFDb – Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt – Informationen zum Film
- Crew United – Informationen zur Produktion und zum Filmteam
- Tittelbach.tv – Informationen und Fernsehkritik
- Hörfilm e.V. – Informationen zur Audiodeskription
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