Das inoffizielle Filmposter zu „Das Attentat“ (Ghosts of Mississippi, 1996).
Das Attentat (Originaltitel: Ghosts of Mississippi) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Rob Reiner aus dem Jahr 1996. Der Film, in dem Alec Baldwin und Whoopi Goldberg die Hauptrollen spielen, beruht auf einer wahren Begebenheit. Erst nach mehr als dreißig Jahren gelingt es, den Mord an einem schwarzen Bürgerrechtler juristisch zu sühnen.
Weitere Informationen: Das Attentat (1996) – Wikipedia
Handlung
Der afroamerikanische Bürgerrechtler Medgar Evers wird im Jahr 1963 in Mississippi hinterrücks vor seinem Haus ermordet. Der weiße Rassist Byron De La Beckwith wird des Mordes beschuldigt und in zwei darauffolgenden Strafprozessen von einer uneinigen weißen Jury nicht verurteilt (für eine Verurteilung wäre Einstimmigkeit nötig), da unter anderem während einer der Verhandlungen der damalige Gouverneur von Mississippi die Zeugenaussage der Witwe Myrlie Evers unterbricht und dem Angeklagten im Gerichtssaal in aller Öffentlichkeit die Hand reicht.
Alec Baldwin und Whoopi Goldberg in Das Attentat (Ghosts of Mississippi) aus dem Jahr 1996.
1964 wurde die gesetzliche Rassentrennung in den USA während der Amtszeit von Lyndon B. Johnson durch den Civil Rights Act of 1964 formal aufgehoben. Myrlie Evers versucht dennoch, den Fall aufgrund der Voreingenommenheit der früheren Geschworenen und der unlauteren Beeinflussung des damaligen Verfahrens erneut aufrollen zu lassen.
Der junge Staatsanwalt Bobby DeLaughter hat zunächst Zweifel, da nur noch wenige Prozessakten und keine Beweisstücke mehr vorhanden sind. Seine Ehefrau weist ihn außerdem darauf hin, dass die Wiederaufnahme des Falles seine geplante Berufung zum Richter gefährden könnte und sie selbst dadurch zum Gespött ihrer Mitbürger werden würde.
Wegen der Schwere des Verbrechens sieht sich DeLaughter jedoch moralisch verpflichtet, den Fall neu aufzurollen. Mit großer Mühe findet er die verschwundenen Beweisstücke und Prozessakten wieder. Außerdem gelingt es ihm, Zeugen zu finden, die aussagen, dass De La Beckwith ihnen gegenüber den Mord nach den früheren Prozessen gestanden hatte.
Während der Ermittlungen muss DeLaughter massivem Druck standhalten. Weiße rassistische Kreise versuchen ihn einzuschüchtern und sprechen sogar anonyme Morddrohungen aus. Dank seiner Beharrlichkeit wird Byron De La Beckwith schließlich im Jahr 1994 von einer gemischten Jury schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil kann den Schmerz von Myrlie Evers zwar nicht ungeschehen machen, verschafft ihr jedoch nach über drei Jahrzehnten endlich Gerechtigkeit.
Kritiken
James Berardinelli schrieb auf ReelViews, die Besetzung der Rollen sei teilweise „unkonventionell“, aber insgesamt „solide“. Alec Baldwin spiele seine Hauptrolle überzeugend, wenn auch nicht auf Oscar-Niveau. Die Darstellung von Whoopi Goldberg wirke zunächst etwas schwach, entwickle sich jedoch im weiteren Verlauf zu einer starken Leistung. Positiv hob er hervor, dass der Film – anders als viele Gerichtsdramen – auf künstliche Überraschungen verzichte und stattdessen einen realistischen Prozess zeige. Insgesamt sei der Film fesselnd, erreiche seine Wirkung als Plädoyer gegen Rassismus jedoch nur teilweise.
Das Lexikon des internationalen Films urteilte: „Polit-Drama, das mehr auf Emotionen als auf die Reflexion gesellschaftlicher Prozesse setzt und auch die Charaktere seines Protagonisten wenig differenziert zeichnet. Die an Fernsehspiele erinnernde Bildgestaltung und die unter Wert agierenden Schauspieler vermitteln zudem nie das Gefühl großen Kinos.“
Auszeichnungen
- Oscar-Nominierung 1997 für James Woods als Bester Nebendarsteller
- Oscar-Nominierung 1997 für Matthew W. Mungle und Deborah La Mia Denaver (Bestes Make-up)
- Golden-Globe-Nominierung 1997 für James Woods
- Image-Award-Nominierung 1997 für Whoopi Goldberg
- Political Film Society Award 1997 (Menschenrechte)
- Prädikat „wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Mein Fazit
Wer Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses gesehen hat, wird auch Das Attentat zu schätzen wissen. Beide Filme basieren auf wahren historischen Ereignissen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und zeigen eindrucksvoll die Folgen von Rassismus sowie den langen Kampf um Gerechtigkeit.
Während Mississippi Burning die Ermittlungen nach den Morden an drei Bürgerrechtlern im Jahr 1964 in den Mittelpunkt stellt, erzählt Das Attentat die Geschichte eines Justizkampfes, der sich über mehr als drei Jahrzehnte hinzieht. Beide Filme ergänzen sich hervorragend und gehören für mich zu den besten Filmen über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Deshalb kann ich euch beide Filme uneingeschränkt empfehlen.
Der Film Hinweis: „Der Film Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses “ behandelt ebenfalls den Kampf gegen Rassismus und die Bürgerrechtsbewegung, ist jedoch derzeit nicht kostenlos verfügbar.: Wikipedia.
Filmtipp: Wer Amistad beeindruckend fand, sollte auch Das Attentat – Ghosts of Mississippi ansehen. Beide Filme erzählen auf eindrucksvolle Weise wahre Geschichten über Freiheit, Gerechtigkeit und den Einsatz für die Menschenrechte.
Der Film ist derzeit nicht legal auf YouTube verfügbar.
Ein ungeklärter Mord. Eine zweite Chance auf Gerechtigkeit | ALEC BALDWIN
Der Täter lebt frei,
während die Familie des Opfers
seit Jahren auf Gerechtigkeit wartet.
Ein engagierter Staatsanwalt
nimmt den Fall erneut auf
und stellt sich einem System,
das lieber vergessen ...will.
Gemeinsam mit der Witwe des Opfers
kämpft er gegen Lügen, Schweigen und Angst,
um die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen.
Ein bewegendes Gerichtsdrama
über Mut, Moral und den langen Weg zur Gerechtigkeit.
TIMESTAMPS
00:00 – Rückblick auf den Mord
14:20 – Wiederaufnahme des Falls
32:10 – Neue Beweise
55:40 – Konfrontation
1:21:00 – Gerichtsverhandlung
Dieser Film wird mit entsprechender Lizenz veröffentlicht.Weitere Video anzeigen