Mogadischu (2008) – Deutsche Geschichte als packender Thriller
Mogadischu ist ein 2008 produzierter deutscher Fernsehthriller, der die dramatische Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Oktober 1977 rekonstruiert. Die Erstausstrahlung erfolgte am 30. November 2008 in der ARD und im ORF. Der Film verbindet historische Genauigkeit mit emotionaler Intensität und zeigt die Ereignisse aus Sicht der Geiseln, der Crew und der politischen Entscheidungsträger.
Handlung

Im Herbst 1977 entführt die RAF den Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, um inhaftierte Gesinnungsgenossen freizupressen. Um zusätzlichen Druck aufzubauen, verbündet sich die RAF mit Wadi Haddad, dem Anführer einer palästinensischen Terrorgruppe, die auf Flugzeugentführungen spezialisiert ist. Ein vierköpfiges Kommando unter der Führung von Zohair Youssif Akache – der sich „Kapitän Mahmud“ nennt – kapert die Lufthansa-Maschine „Landshut“.
Für die Passagiere und die Crew unter Pilot Jürgen Schumann beginnen qualvolle Tage voller Angst, Gewalt und Ungewissheit. Nach mehreren Zwischenstopps, politischen Verhandlungen und der Ermordung Schumanns endet die Entführung schließlich am Flughafen von Mogadischu, wo die GSG 9 die Maschine stürmt und die Geiseln befreit.
Hintergrundinformationen
Gedreht wurde zwischen Oktober und Dezember 2007 an Schauplätzen in München, Berlin, Ulm, Bonn und in Casablanca. Dort nutzte das Team unter anderem eine ausgemusterte Sud Aviation Caravelle der Royal Air Maroc, an der die Erstürmung realitätsnah geprobt wurde.
Bei der Erstausstrahlung erreichte der Film 7,34 Millionen Zuschauer (Marktanteil 21,2 %). Parallel entstand die SWR-Dokumentation Mogadischu – Die Dokumentation, die Interviews mit Zeitzeugen und ungenutzte Filmszenen kombiniert.
Mogadischu – Die Entführung der „Landshut“
Mogadischu erzählt die erschütternde Geschichte der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Deutschen Herbst 1977. Eine junge Frau schildert ihre Erlebnisse als Geisel während der fünf Tage andauernden Terror- und Todesangst.
- Wahre Begebenheiten der Flugzeugentführung 1977
- Persönlicher Erlebnisbericht einer Geisel
- Hintergrund: Deutscher Herbst & RAF-Terror
- Dramatische Schilderung der Befreiung in Mogadischu
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Kritik
Lexikon des internationalen Films lobt die „spannende, sehr dichte Rekonstruktion“ und die emotionalisierende Darstellung aus Sicht der Opfer. Auch Rainer Tittelbach hebt hervor, dass der Film sich eng an die reale Dramaturgie hält und die komplexen politischen Ereignisse auf das Menschliche herunterbricht – ein „Hochspannungsdrama“.
Auszeichnungen
Der Film erhielt mehrere Preise und Nominierungen, unter anderem für seine authentische Darstellung, das Drehbuch und die schauspielerischen Leistungen.
Persönliche Anmerkung
Ich selbst habe die 70er-Jahre als Kind miterlebt – und einige Bilder haben sich tief eingebrannt. Besonders erinnere ich mich an eine Szene im Bergischen Land, in Kürten bei Bergisch Gladbach: Ein großer Hubschrauber des Bundesgerichtshofs landete mitten im Dorf. Schwerbewaffnete Beamte mit Maschinenpistolen stiegen aus. Für uns Kinder war das unfassbar – ein Moment, der die Atmosphäre des „Deutschen Herbstes“ greifbar machte. Genau diese Mischung aus Angst, Ungewissheit und gesellschaftlicher Anspannung fängt der Film hervorragend ein.
Video
⇒ Ergänzung zum Film – SWR-Dokumentation Mogadischu