Filmplakat von Illustrator Helmuth Ellgaard
Die Brücke (1959) – Einer der eindringlichsten deutschen Antikriegsfilme
Originaltitel: Die Brücke • Land: Deutschland • Genre: Antikriegsfilm / Drama • Regie: Bernhard Wicki • Erscheinungsjahr: 1959 • Laufzeit: 103 Minuten • FSK: 12
Die Brücke ist ein deutscher Schwarz-Weiß-Antikriegsfilm, der auf dem autobiografischen Roman von Gregor Dorfmeister basiert. Wickis Werk gilt als einer der härtesten und eindringlichsten Filme über die letzten Kriegstage in Deutschland. Die Geschichte zeigt, wie eine Gruppe Jugendlicher in den Strudel des Krieges gerät – und sinnlos geopfert wird.
Die Brücke (1959): Ein kompromissloser Antikriegsfilm
Die Handlung
April 1945. Die letzten Kriegstage. In einer bayerischen Kleinstadt stehen sieben etwa 16-jährige Schüler kurz vor der Einberufung. Jeder von ihnen trägt eigene Konflikte und Hoffnungen mit sich. Einige wollen dem Elternhaus entfliehen, andere träumen von soldatischer Ehre.
Ihr Lehrer Stern versucht vergeblich, die Einberufung zu verhindern. Die Jungen werden dennoch eingezogen – völlig unausgebildet. Unteroffizier Heilmann erkennt die Gefahr und setzt durch, dass die Jugendlichen eine kleine, strategisch unbedeutende Brücke bewachen sollen. Sie soll ohnehin gesprengt werden.
Doch Heilmann wird unterwegs von Feldgendarmen erschossen. Die Jungen bleiben allein zurück. Sie graben sich ein, munitionieren ihre Waffen und warten auf den Feind. Warnungen von Zivilisten und flüchtenden Soldaten ignorieren sie.
Ein Tiefflieger greift an. Sigi, der jüngste der Gruppe, bleibt trotzig stehen und wird tödlich getroffen. Sein Tod entfacht den Kampfeswillen der anderen. Als US-Panzer auftauchen, kommt es zum Gefecht. Die Jungen zerstören einen Panzer und liefern sich einen verzweifelten Kampf.
Jürgen wird von einem Scharfschützen erschossen. Walter stirbt beim Abschuss eines Panzers. Ein amerikanischer Soldat versucht, den Kampf zu beenden und ruft den Jungen zu, sie sollen nach Hause gehen. Doch Karl erschießt ihn. Kurz darauf fällt Karl selbst. Klaus erleidet einen Nervenzusammenbruch und läuft ins feindliche Feuer.
Hans und Albert überleben als einzige. Doch als ein Sprengkommando erscheint, eskaliert die Situation erneut. Albert erschießt einen deutschen Soldaten. Hans wird getroffen und stirbt. Albert bleibt allein zurück und geht gebrochen nach Hause.
Die Kamera zeigt die Brücke voller Leichen. Dann erscheint der Satz: „Dies geschah am 27. April 1945. Es war so unbedeutend, dass es in keinem Heeresbericht erwähnt wurde.“
Besetzung
| Folker Bohnet | Hans Scholten |
| Fritz Wepper | Albert Mutz |
| Michael Hinz | Walter Forst |
| Frank Glaubrecht | Jürgen Borchert |
| Karl Michael Balzer | Karl Horber |
| Volker Lechtenbrink | Klaus Hager |
| Günter Hoffmann | Sigi Bernhard |
| Cordula Trantow | Franziska |
| Günter Pfitzmann | Unteroffizier Heilmann |
| Heinz Spitzner | Hauptmann Fröhlich |
| Siegfried Schürenberg | Oberstleutnant Bütov |
| Vicco von Bülow (Loriot) | Stabsfeldwebel Zeisler |
Hintergrund & Produktion
Die Dreharbeiten fanden in Cham statt. Ursprünglich waren sechs Wochen geplant, doch es wurden drei Monate. Wicki arbeitete hart mit den jungen Darstellern, um authentische Emotionen zu erzeugen. Viele Szenen mussten nachsynchronisiert werden.
Da keine US-Panzer verfügbar waren, nutzte das Team Holzmodelle mit versteckten Lastwagenrädern. Die Brücke wurde später abgerissen und neu gebaut. Zum 40-jährigen Jubiläum brachte die Stadt Cham einen Filmstreifen aus Blech am Brückengeländer an.
Kritiken
„Einer der härtesten, bittersten Antikriegsfilme, die je über eine Leinwand liefen.“
– Süddeutsche Zeitung
„Drastische Gewaltszenen demontieren bis ins Letzte die Vorstellung vom heroischen Soldatentod.“
– Enno Patalas
„Der Film enthüllt im Mißbrauch jugendlicher Unbefangenheit und Ideale zugleich den schlimmen Aberwitz des Krieges.“
– Lexikon des internationalen Films
Auszeichnungen
Deutscher Filmpreis 1960: fünf Auszeichnungen, darunter Regie, Musik und beste Nebenrolle.
Golden Globe Award: Bester ausländischer Film.
Oscar-Nominierung: Bester fremdsprachiger Film.
Weitere Preise im In- und Ausland.
Mein Fazit
Die Brücke ist ein kompromissloser Antikriegsfilm, der bis heute erschüttert. Wickis klare Bildsprache, die authentischen Darsteller und die brutale Darstellung der letzten Kriegstage machen den Film zu einem Meilenstein des deutschen Nachkriegskinos. Die IMDb-Bewertung von 7,9/10 unterstreicht seine Bedeutung.
Die Brücke (1959): Antikriegsklassiker in Farbe
Die Brücke (1959) – Deutscher Antikriegsfilm-Klassiker in Farbe und voller Länge
In dieser farbigen Fassung und voller Länge entfaltet das Drama seine ganze Wucht – eindringlich, zeitlos und bis heute hochaktuell.
Ein deutsches Meisterwerk, das man gesehen haben muss.
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