Waldjagd in Oregon: Ein harter Thriller über Trauma und Jagd
Die Stunde des Jägers (2003) – Menschliche Beute im Wald von Oregon
Originaltitel: The Hunted • Land: USA • Genre: Action / Thriller • Regie: William Friedkin • Erscheinungsjahr: 2003
Die Stunde des Jägers ist ein harter Actionthriller von William Friedkin. Im Zentrum steht ein traumatisierter Elitesoldat, der in den Wäldern von Oregon zur tödlichen Gefahr wird – und sein ehemaliger Ausbilder, der ihn aufspüren muss. Mehr Hintergründe zum Film gibt es im Artikel Die Stunde des Jägers (Originaltitel The Hunted).
Die Handlung
Aaron Hallam ist ein hochtrainierter Spezialist einer US-Eliteeinheit. Für einen Einsatz im Kosovo, bei dem er einen serbischen Kommandeur ausschaltet, wird er ausgezeichnet – doch die Erlebnisse hinterlassen tiefe seelische Spuren. Später wird Hallam als verdeckter Killer eingesetzt, bis der Geheimdienst die Kontrolle über ihn verliert.
In den Wäldern nahe Silver Falls, Oregon, tötet Hallam mehrere Jäger nur mit einem Messer und richtet ihre Körper brutal zu. Das FBI, vertreten durch Agentin Abby Durrell, übernimmt die Ermittlungen. Da die Spuren im unwegsamen Gelände schwer zu lesen sind, holt sie den erfahrenen Fährtenleser L.T. Bonham hinzu – Hallams früheren Ausbilder, der sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat.
Bonham findet Hallam im Wald und es kommt zu einem brutalen Nahkampf, bevor ein FBI-Team eingreift und Hallam mit Betäubungspfeilen außer Gefecht setzt. Militärvertreter übernehmen den Gefangenen, wollen ihn aber nicht vor Gericht stellen, sondern heimlich ausschalten, um geheime Operationen zu schützen. Beim Transport eskaliert die Situation, das Fahrzeug verunglückt und Hallam kann fliehen.
Bonham nimmt die Jagd erneut auf – diesmal in der Stadt und später wieder in den Wäldern rund um Portland. Gemeinsam mit Durrell versucht er, Hallam aufzuspüren, unter anderem über dessen frühere Lebensgefährtin Irene. Schließlich kommt es im Wald zum finalen Duell zwischen Lehrer und Schüler, bei dem Bonham Hallam in einem erbarmungslosen Messerkampf besiegt.
In der Schlussszene sieht man Bonham in seinem Haus in British Columbia. Er verbrennt die Briefe, in denen Hallam ihm von den verdeckten Tötungsaktionen berichtet hat – und versucht, die Vergangenheit symbolisch zu begraben.
Kritiken
Bei Kritik und Publikum kam der Film eher verhalten an. Auf Bewertungsportalen liegt er im mittleren Bereich, wird aber häufig für seine eindimensionalen Figuren und die simple Story kritisiert. Die intensive Inszenierung der Zweikämpfe und die rohe Körperlichkeit werden dagegen oft positiv hervorgehoben.
- Rotten Tomatoes: überwiegend negative Kritiken, Einstufung als schwacher Actionthriller.
- Metacritic: Wertungen im Bereich „gemischt bis durchschnittlich“.
- Cinema: spricht von „brutalem Actionreißer ohne Sinn und Verstand“.
- Prisma: bemängelt Logiklöcher und eine wenig überzeugende Geschichte.
- Lexikon des internationalen Films: kritisiert die eindimensionale Zeichnung des traumatisierten Soldaten, lobt aber die inszenatorisch starken Zweikämpfe.
Trotz der teils harten Urteile hat der Film seine Fans, die vor allem die kompromisslose Action und das Duell zwischen Tommy Lee Jones und Benicio Del Toro schätzen.
Besetzung
- Tommy Lee Jones: L.T. Bonham
- Benicio Del Toro: Aaron Hallam
- Connie Nielsen: Abby Durrell
- Leslie Stefanson: Irene Kravitz
- John Finn: Ted Chenoweth
- José Zúñiga: Moret
Mein Fazit
Für mich ist Die Stunde des Jägers ein spannender, handwerklich stark gemachter Actionthriller, auch wenn viele Kritiken deutlich negativer ausfallen. Die Mischung aus Survival-Elementen, intensiven Messerkämpfen und der Jagd zwischen Lehrer und Schüler sorgt für Nervenkitzel. Mit einer IMDb-Bewertung von etwa 6,1/10 liegt der Film im soliden Mittelfeld – für Genrefans definitiv einen Blick wert.
Die Stunde des Jägers