Der Colt Gottes (1976) – Vergessener Italo-Western mit Kultpotenzial?
Mit „Der Colt Gottes“ (Originaltitel: Diamante Lobo) liefert Regisseur Gianfranco Parolini einen späten Italo-Western, der irgendwo zwischen düsterem Rachedrama und leicht überdrehtem Genre-Mix pendelt. Mit Western-Ikonen wie Lee Van Cleef und Jack Palance im Gepäck wirkt der Film auf den ersten Blick wie ein Geheimtipp – doch lohnt sich ein Blick wirklich?
Handlung
Texas, 1870: Die skrupellose Clayton-Bande verbreitet Angst und Schrecken. Nachdem sie eine Stadt terrorisiert und sogar den Priester Padre John ermordet, scheint jede Hoffnung verloren.
Doch der junge Johnny entkommt und sucht den Zwillingsbruder des Priesters – einen ehemaligen Revolverhelden. Gemeinsam kehren sie zurück, um Rache zu nehmen. Dabei verschwimmen Realität und Mythos, denn der „tote“ Priester scheint plötzlich wieder aufzutauchen… :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Rezeption
Die Kritiken zu Der Colt Gottes fallen gemischt bis negativ aus. Zeitgenössische Kritiker bemängelten vor allem die schwache Story und flache Figurenzeichnung.
Auch viele spätere Stimmen sehen den Film eher als durchschnittlichen Genrebeitrag: unterhaltsam für Fans, aber weit entfernt von den großen Klassikern des Italo-Westerns.
Bemerkungen
Interessant ist die internationale Produktion: Obwohl oft als italienischer Western wahrgenommen wurde, wurde der Film größtenteils in Israel gedreht.
Besonders auffällig ist die Doppelrolle von Lee Van Cleef – als Priester und Revolverheld –, die dem Film eine ungewöhnliche, fast mystische Note verleiht.
Synchronisation
Die deutsche Synchronfassung entstand Anfang der 1980er Jahre und verleiht dem Film eine typische „Euro-Western“-Atmosphäre, auch wenn die Tonqualität und Stimmenführung nicht immer überzeugen.
Fazit
„Der Colt Gottes“ ist kein großer Klassiker – aber genau das macht ihn für Fans spannend. Der Film bietet typische Italo-Western-Zutaten: Rache, Gewalt, staubige Städte und moralisch graue Figuren.
Trotz schwacher Story und teilweise unfreiwillig komischer Momente punktet er mit Atmosphäre und einem charismatischen Lee Van Cleef. Wer den Spaghetti-Western liebt, sollte einen Blick riskieren – alle anderen könnten sich eher schwer tun.
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆ (3/5 – Nur für Genre-Fans empfehlenswert)