Unter Feinden – Walking with the Enemy (Originaltitel: Walking with the Enemy) ist ein historisches Filmdrama aus dem Jahr 2013. Regie führte Mark Schmidt. Der Film erzählt, inspiriert von den Erlebnissen des Holocaust-Überlebenden Pinchas Tibor Rosenbaum, von einem jungen jüdischen Mann, der während des Zweiten Weltkriegs in Ungarn unter Lebensgefahr versucht, andere Menschen vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu retten.

🎬 Steckbrief: Unter Feinden – Walking with the Enemy
| Originaltitel | Walking with the Enemy |
|---|---|
| Deutscher Titel | Unter Feinden – Walking with the Enemy |
| Erscheinungsjahr | 2013 |
| Genre | Historisches Filmdrama / Kriegsdrama |
| Regie | Mark Schmidt |
| Historische Grundlage | Die Erlebnisse von Pinchas Tibor Rosenbaum |
| Schauplatz | Ungarn, insbesondere Budapest, im Zweiten Weltkrieg |
| Zentrale Figur | Elek Cohen, eine filmische Darstellung, die von Pinchas Rosenbaum inspiriert ist |
| IMDb-Bewertung | In der Vorlage mit 6,5/10 angegeben |
| Rezeption | Gemischte Kritiken; bei Rotten Tomatoes nennt die Vorlage 46 % bei 37 Rezensionen |
📖 Unter Feinden die Handlung: Eine gefährliche Rettungsmission
Im Jahr 1944 verschärft sich die Lage für die jüdische Bevölkerung Ungarns. In Budapest nehmen die nationalsozialistische Verfolgung und antisemitische Gesetze immer weiter zu. Der jüdische Funkwerkstattbesitzer Jozsef Grünberg schickt die beiden jungen Mitarbeiter Elektrik Cohen und Ferenc Jacobson aus der Hauptstadt zurück in ihre Heimatregion. Ein katholischer Priester gibt ihnen gefälschte Taufurkunden mit, mit denen sie ihre Familien zur Flucht bewegen wollen.
Elektrik und Ferenc werden jedoch in den ungarischen Arbeitsdienst eingezogen. Dort erleben sie Gewalt und die Ermordung jüdischer Männer, die den unmenschlichen Bedingungen nicht mehr standhalten können. Als sie nach einem Angriff der Alliierten fliehen, kehren sie in ihre Heimat zurück. Ihre Familien sind bereits deportiert worden, und ihre Häuser wurden verwüstet oder von anderen Menschen besetzt.
In Budapest setzt sich währenddessen der Schweizer Diplomat Carl Lutz für verfolgte Jüdinnen und Juden ein. Er nutzt Schweizer Schutzpapiere, um möglichst vielen Menschen eine Chance auf Rettung zu geben. Elektrik und Ferenc finden ebenfalls zurück nach Budapest und beschließen, selbst aktiv zu werden.
Nach dem politischen Umbruch in Ungarn und der Machtübernahme der faschistischen Pfeilkreuzler wird die Verfolgung noch brutaler. Elektrik lernt Hannah kennen. Als zwei betrunkene SS-Offiziere Hannah und die Menschen in ihrem Versteck bedrohen, greift Elektrik ein und tötet die beiden Männer, bevor sie Hannah vergewaltigen können.
Elektrik und Ferenc nehmen die Uniformen der getöteten Offiziere an sich und geben sich fortan als deutsche Offiziere aus. Mit vorgetäuschten Verhören und angeblich geänderten Befehlen gelingt es ihnen, zahlreiche jüdische Menschen vor den Pfeilkreuzlern und der Deportation zu retten. Sie bringen Verfolgte unter anderem in der Schweizer Vertretung und in einem Kloster unter. Doch die Täuschung ist gefährlich: Ein SS-Offizier wird misstrauisch, und Elektrik gerät in unmittelbare Lebensgefahr.
Eine abschließende Szene führt ins Jahr 1957: Elektrik hat Ungarn verlassen und lebt in New York, wo er bei der Hochzeit seines Adoptivsohnes zu sehen ist.
🕯️ Historischer Hintergrund: Ungarn im Zweiten Weltkrieg
Der Film spielt in einer Zeit, in der die jüdische Bevölkerung Ungarns zunehmend Entrechtung, Gewalt und Deportation ausgesetzt war. Die Handlung verbindet das Schicksal einzelner Menschen mit historischen Ereignissen und zeigt, wie gefährlich Hilfe und Widerstand unter der nationalsozialistischen Herrschaft sein konnten.
Eine wichtige Rolle spielt der Schweizer Diplomat Carl Lutz, der in Budapest Schutzdokumente einsetzte, um jüdische Menschen zu retten. Der Film stellt außerdem die Aktivitäten von Pinchas Tibor Rosenbaum in den Mittelpunkt seiner Inspiration. Die Figur Elektrik Cohen ist dabei die filmische Hauptfigur und nicht der tatsächliche Name Rosenbaums.
Im Abspann werden auch die späteren Schicksale verschiedener historischer Personen erwähnt. Zudem verweist der Film auf das 2005 eingeweihte Denkmal der Schuhe am Donauufer in Budapest, das an die Opfer des nationalsozialistischen und pfeilkreuzlerischen Terrors erinnert.
🎭 Zentrale Figuren und ihre Bedeutung
Elektrik Cohen
Elektrik ist die zentrale Figur des Films. Er riskiert sein Leben, indem er die Identität eines deutschen Offiziers annimmt und seine Position nutzt, um Verfolgte zu schützen. Seine Geschichte ist von den Rettungsaktionen Pinchas Rosenbaums inspiriert.
Ferenc Jacobson
Ferenc ist Eleks Freund und Verbündeter. Gemeinsam mit ihm beteiligt er sich an den riskanten Aktionen, mit denen jüdische Menschen vor Verfolgung und Deportation bewahrt werden sollen.
Carl Lutz
Der Schweizer Diplomat steht für die Hilfe durch Schutzpapiere und diplomatische Rettungsaktionen. Seine Arbeit bildet einen wichtigen historischen Hintergrund der Geschichte.
Hannah
Hannah begegnet Elektrik in Budapest. Ihre Geschichte verdeutlicht die unmittelbare Gefahr, der jüdische Menschen während der Verfolgung ausgesetzt waren, und wird zugleich zu einem persönlichen Wendepunkt für Elektrik.
⭐ Rezeption und Bewertung
Die Kritiken zum Film fielen gemischt aus. Laut den Angaben in der zugrunde liegenden Vorlage erhielt Walking with the Enemy bei Rotten Tomatoes 46 Prozent bei 37 Rezensionen. Die Vorlage nennt außerdem eine IMDb-Bewertung von 6,5 von 10 Punkten. Bewertungen können sich im Laufe der Zeit ändern.
Der Film richtet sich vor allem an Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für historische Dramen über den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und den Mut einzelner Menschen interessieren.
🎬 Film-Tipp: Die Kinder von Paris (2010) – ein bewegendes Historiendrama
Die Kinder von Paris (Originaltitel: La Rafle) ist ein französisch-deutsch-ungarischer Historienfilm aus dem Jahr 2010. Regie und Drehbuch stammen von Rose Bosch. Der Film schildert die Ereignisse rund um die Verhaftung und Deportation jüdischer Menschen in Paris im Juli 1942.
Im Mittelpunkt steht der elfjährige Jo Weismann, der mit seiner Familie während der deutschen Besatzung in Paris lebt. Als jüdische Familien zusammengetrieben werden, verändert sich sein Leben dramatisch. Wie Unter Feinden erzählt der Film von Verfolgung, Verlust und dem Überlebenskampf jüdischer Menschen während des Holocaust.
Warum passt dieser Film-Tipp?
Beide Filme beleuchten die Verfolgung jüdischer Menschen während des Zweiten Weltkriegs. Während Unter Feinden den Schwerpunkt auf Täuschung und Rettungsaktionen in Ungarn legt, zeigt Die Kinder von Paris die Deportationen in Frankreich.
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Die Kinder von Paris (2010) – Hintergrund und Filminhalt
🎬 Fazit: Ein Drama über Mut und Menschlichkeit
Unter Feinden – Walking with the Enemy erzählt eine dramatische Geschichte über die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Ungarns und den Versuch, Menschen unter lebensgefährlichen Bedingungen zu retten. Die Verkleidung als SS-Offiziere macht Elektrik und Ferenc zu Figuren, die ihre begrenzten Möglichkeiten nutzen, um sich gegen ein brutales Regime zu stellen.
Der Film verbindet historische Ereignisse mit einer persönlichen Geschichte über Freundschaft, Verlust, Liebe und Zivilcourage. Wer sich für historische Kriegsdramen interessiert, findet hier einen ernsten Film über die Gefahren des Widerstands und die Bedeutung menschlichen Handelns in einer unmenschlichen Zeit.
Ein eindringliches Historiendrama, das an die Verfolgung in Ungarn erinnert und den Mut jener Menschen in den Mittelpunkt stellt, die trotz großer Gefahr anderen halfen. Besonders sehenswert für alle, die sich mit Filmen über den Holocaust und Zivilcourage beschäftigen.
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ℹ️ Redaktioneller Hinweis
Dieser Beitrag fasst Inhalt, historischen Hintergrund und Rezeption des Films zusammen. Angaben zu Bewertungen und externen Filmseiten können sich ändern. Historische Ereignisse und die filmische Darstellung einzelner Figuren sind nicht in jedem Detail gleichzusetzen.