Die vertauschte Königin (1984): DEFA-Märchenfilm mit Ursula Karusseit
Die vertauschte Königin ist ein DEFA-Märchenfilm von Dieter Scharfenberg aus dem Jahr 1984. Ursula Karusseit übernimmt darin eine Doppelrolle als herrische Königin und gutmütige Schmiedin Hanne. Der Film beruht lose auf dem Kunstmärchen Die Schustersfrau als Zarin von Andrej Platonow.
Im Mittelpunkt steht ein ungewöhnlicher Rollentausch: Die Schmiedin Hanne sieht der Königin zum Verwechseln ähnlich und übernimmt für einige Tage deren Platz auf dem Thron.

Die vertauschte Königin (1984): Steckbrief
Handlung von Die vertauschte Königin
Auf einem Schloss lebt eine stets mürrische und herrische Königin, die ihre Bediensteten streng kontrolliert und wahllos harte Urteile fällt. Nur ihren Hofnarren Bartholomäus behandelt sie einigermaßen menschlich.
Auch der Kanonier Jörg bekommt die Launen der Königin zu spüren. Jeden Morgen muss er sie mit einem Kanonenschuss wecken. Als er sie eines Tages ohne den nötigen Respekt anspricht und sogar einen zweiten Schuss abfeuert, ordnet die Königin seine Hinrichtung an. Bartholomäus gelingt es jedoch, Jörg vor dem Tod zu bewahren.
Jörg erhält anschließend den Auftrag, die zweite Kanonenkugel wiederzubeschaffen. Sie ist jeden Morgen im Ententeich des Dorfschmieds gelandet. Dort trifft Jörg auf die Schmiedin Hanne und stellt überrascht fest, dass sie der Königin zum Verwechseln ähnlich sieht.
Gemeinsam mit Bartholomäus entwickelt Jörg einen ungewöhnlichen Plan: Hanne soll heimlich mit der Königin vertauscht werden und für einige Tage an ihrer Stelle regieren.
Der Tausch gelingt. Während die Königin in der Schmiede erwacht, liegt Hanne im Bett des Königsschlosses. Der Schmied erkennt zunächst nicht, dass seine Frau durch die Königin ersetzt wurde.
Hanne findet sich nach kurzer Zeit in ihrer neuen Rolle zurecht. Sie schafft die despotischen Gesetze der Königin ab, mischt sich unter die Bediensteten und sorgt für ein fröhliches Fest im Schloss.
Die echte Königin versucht währenddessen, wieder in den Palast zu gelangen. Sie wird jedoch festgenommen und landet im Kerker. Schließlich wird der Irrtum aufgeklärt. Der Schmied erkennt Hanne auf dem Thron und schließt sie erleichtert in die Arme.
Am nächsten Morgen erwacht die Königin wieder in ihrem eigenen Schlafzimmer. Sie erzählt Bartholomäus von einem schrecklichen Albtraum, in dem sie sich in der Hölle wähnte. Der Kanonenschuss, der sie früher jeden Morgen geweckt hatte, erscheint ihr nun plötzlich viel zu laut.
Schlüsselszenen
- Jörg erhält wegen seines Verhaltens gegenüber der Königin eine harte Strafe.
- Jörg entdeckt die verblüffende Ähnlichkeit zwischen Hanne und der Königin.
- Hanne übernimmt heimlich den Platz der Königin.
- Die neue Königin schafft die despotischen Gesetze ab.
- Die echte Königin landet zwischenzeitlich im Kerker.
- Der Rollentausch wird schließlich aufgedeckt.
- Die Königin erlebt ihren eigenen „Albtraum“ und kehrt verändert in ihr Schlafzimmer zurück.
Hintergrund zum DEFA-Märchenfilm
Die vertauschte Königin war nach Der Spiegel des großen Magus aus dem Jahr 1981 der zweite Märchenfilm des Regisseurs Dieter Scharfenberg.
Im Gegensatz zu seinem ersten Märchenfilm wurde Die vertauschte Königin vollständig im Studio gedreht. Dadurch besitzt der Film einen ausgeprägten Theater-Charakter mit gemalten Kulissen und bewusst märchenhafter Ausstattung.
Vorlage und Filmidee
Die Grundsituation des Films geht auf das Kunstmärchen Die Schustersfrau als Zarin von Andrej Platonow zurück. Das Drehbuch stammt von Dieter Scharfenberg, wobei die Geschichte als eigenständige Märchenfilm-Komödie umgesetzt wurde.
Kinostart
Der Film startete am 11. Mai 1984 in den DDR-Kinos. Die Premierenfeier fand am 13. Mai 1984 im Berliner Colosseum statt.
Wichtige Themen im Film
Macht und Verantwortung
Der Rollentausch zeigt, wie unterschiedlich Macht ausgeübt werden kann. Während die Königin ihre Stellung nutzt, um harte Regeln durchzusetzen, geht Hanne anders mit ihrer neuen Verantwortung um.
Der Rollentausch
Die zentrale Idee des Films ist die Verwechslung zweier äußerlich nahezu identischer Frauen. Dadurch entsteht eine märchenhafte Situation, in der sich die gesellschaftlichen Rollen der beiden Figuren verändern.
Menschlichkeit und soziale Unterschiede
Hanne kommt aus dem einfachen Leben als Schmiedin und erlebt plötzlich den Alltag am Hof. Ihre neue Perspektive beeinflusst auch ihren Umgang mit den Bediensteten und den Menschen im Schloss.
Humor und Märchen
Die Geschichte verbindet märchenhafte Elemente mit einer Verwechslungskomödie und nutzt den Rollentausch für humorvolle Situationen.
Produktion und Besonderheiten
Die vertauschte Königin wurde 1984 unter der Regie von Dieter Scharfenberg produziert. Eine besondere Rolle spielt Ursula Karusseit, die sowohl die herrische Königin als auch die gutmütige Schmiedin Hanne verkörpert.
Der Film wurde vollständig im Studio realisiert. Die Ausstattung und die gemalten Kulissen verstärken den bewusst künstlichen und märchenhaften Charakter der Inszenierung.
Das Bühnenbild stammt von Paul Lehmann. Die Trickaufnahmen wurden von Kurt Marks gestaltet, der auch an anderen DEFA-Märchenfilmen wie Rapunzel, Der Zauber der Tränen und Schneeweißchen und Rosenrot beteiligt war.
Rezeption und Kritik
Die zeitgenössische Kritik bemerkte einige Schwächen des Films, darunter einen ausgeprägten Hang zur Karikatur bei der Figur des Hofmarschalls sowie Tempofehler innerhalb der Handlung. Gleichzeitig wurde der Film als moderner, sozial genauer und humorvoller Märchenfilm beschrieben.
Auch das Bühnenbild wurde unterschiedlich beurteilt. Während einige Kritiker den ausgeprägten Theater-Charakter und die gemalten Kulissen kritisch sahen, lobten andere das phantasievolle und praktische Bühnenbild von Paul Lehmann.
Besonders häufig wurden die schauspielerischen Leistungen des Ensembles und vor allem Ursula Karusseits Doppelrolle hervorgehoben.
Spätere Kritiken kamen zu unterschiedlichen Einschätzungen der Dramaturgie. Während einige den Einstieg als langatmig und das Ende als unentschieden bezeichneten, wurde an anderer Stelle das Tempo des ersten Teils positiv hervorgehoben.
Fazit zu Die vertauschte Königin
Die vertauschte Königin verbindet klassische Märchenelemente mit einer humorvollen Verwechslungsgeschichte. Der Rollentausch zwischen der herrischen Königin und der gutmütigen Schmiedin Hanne bildet den Mittelpunkt der Handlung.
Besonders prägend ist Ursula Karusseits Doppelrolle, durch die die Unterschiede zwischen den beiden Figuren unmittelbar sichtbar werden. Die vollständig im Studio entstandene Inszenierung verleiht dem Film seinen charakteristischen DEFA-Märchenfilm-Look.
🎬 Film-Tipp: Die Geschichte vom kleinen Muck
Wenn dir Die vertauschte Königin gefallen hat, lohnt sich auch ein Blick auf den DEFA-Märchenklassiker Die Geschichte vom kleinen Muck aus dem Jahr 1953.
Die Geschichte vom kleinen Muck erzählt von einem kleinen Jungen, der mit Zauberpantoffeln und einem magischen Stock auf die Suche nach dem Kaufmann geht, der angeblich das Glück zu verkaufen hat.
Kurz gesagt: Ein zeitloser DEFA-Märchenfilm über Abenteuer, Magie, Ausgrenzung und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.
Hier geht’s zum Film: 👉 Die Geschichte vom kleinen Muck
🔗 Weiterführende Links zu Die vertauschte Königin
Weitere Informationen zu Die vertauschte Königin (1984), zur Besetzung, Produktion und zum Hintergrund des DEFA-Märchenfilms finden Sie bei folgenden Filmangeboten:
- IMDb – Die vertauschte Königin – Filmdatenbank mit Informationen zum Film und zur Besetzung
- filmportal.de – Die vertauschte Königin – Informationen zum deutschen Film
- DEFA-Stiftung – Die vertauschte Königin – Hintergrundinformationen zum DEFA-Märchenfilm
- Filmdienst – Die vertauschte Königin – Filmkritik und Einordnung
- Fernsehserien.de – Die vertauschte Königin – Informationen zum Film und zu Ausstrahlungen
Hinweis: Verfügbarkeit, Streamingangebote und externe Filmseiten können sich ändern. Die Links dienen der weiterführenden Information.
Die vertauschte Königin - Spielfilm (ganzer Film auf Deutsch) - DEFA
Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Handlung, Produktion, Rezeption und Hintergrund von Die vertauschte Königin basieren auf den vorliegenden Filmquellen. Der Film entstand 1984 als DEFA-Märchenfilm unter der Regie von Dieter Scharfenberg.
Weitere Informationen finden sich unter anderem bei IMDb, filmportal.de, der DEFA-Stiftung und Filmdienst.