1984 – Die düstere Verfilmung nach George Orwells Roman
1984 ist die bekannte Verfilmung von George Orwells berühmter Dystopie. Regisseur Michael Radford brachte den Stoff im „Orwell-Jahr“ 1984 auf die Leinwand. Besonders gelobt wurde der Film, weil er der literarischen Vorlage ungewöhnlich treu folgt. Das lag auch daran, dass Orwells Erben eng eingebunden waren. Zudem spielte Richard Burton in seiner letzten Rolle den geheimnisvollen O’Brien – der Film wurde ihm gewidmet.
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Handlung
London ist Hauptstadt des „Luftstützpunkts Nr. 1“, dem früheren England. Es gehört zum totalitären Superstaat Ozeanien, der sich ständig im Krieg mit Eurasien oder Ostasien befindet. Die allmächtige Partei kontrolliert alles – angeführt vom allgegenwärtigen „Großen Bruder“. Dadurch werden die Menschen ununterbrochen überwacht.
Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit. Dort verändert er Nachrichten und Dokumente, damit sie zur Propaganda der Partei passen. Doch eines Tages beginnt er zu zweifeln. Deshalb führt er heimlich ein Tagebuch. Darin schreibt er den berühmten Satz:
„Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass 2 und 2 gleich vier ist.“
Damit begeht er ein Gedankenverbrechen. Außerdem beginnt er eine verbotene Beziehung mit Julia. Gemeinsam hoffen sie, dass es irgendwo Widerstand gibt.
Schließlich trifft Winston auf O’Brien, ein Mitglied der Inneren Partei. Zunächst wirkt er wie ein Verbündeter. Er überreicht Winston sogar das verbotene Buch von Emmanuel Goldstein, dem angeblichen Staatsfeind. Doch wenig später zeigt sich, dass alles nur eine Falle war. Winston und Julia werden verhaftet.
O’Brien entpuppt sich als Teil der Gedankenpolizei. Winston wird gefoltert und in Raum 101 mit seiner größten Angst konfrontiert. Unter diesem Druck verrät er Julia und akzeptiert schließlich das „Doppeldenk“ der Partei.
Am Ende sitzt Winston gebrochen im Café Chastain. Als ein militärischer Sieg verkündet wird, reagiert er begeistert. Schließlich erkennt er:
„Er liebte den Großen Bruder.“
Entstehung und Veröffentlichung
Der Film war erst die zweite Kinoproduktion des später weltberühmten Kameramanns Roger Deakins. Für den düsteren Look nutzte er erstmals im westlichen Kino das sogenannte Bleichauslassen. Dadurch bleibt mehr Silber im Filmmaterial, was harte Kontraste und ein grobkörniges Bild erzeugt. Diese Technik beeinflusste später Filme wie Sieben oder Der Soldat James Ryan.
Gedreht wurde zwischen April und Juli 1984 in London – also genau dort und zu jener Zeit, die Orwell in seinem Roman beschrieben hatte. Kurz nach den Dreharbeiten starb Richard Burton, weshalb der Film ihm gewidmet wurde.
Kinostarts:
- Großbritannien: 10. Oktober 1984
- Deutschland: 9. November 1984
Musik und Kontroversen
Ursprünglich sollte David Bowie den Soundtrack komponieren. Da er jedoch absagte, engagierte Virgin Films die Band Eurythmics. Annie Lennox und Dave Stewart produzierten ihre Musik innerhalb von nur 20 Tagen auf den Bahamas.
Parallel dazu erhielt Komponist Dominic Muldowney den Auftrag für eine klassische Filmmusik. Da beide Seiten nichts voneinander wussten, entstanden zwei vollständige Soundtracks. Regisseur Michael Radford bevorzugte Muldowneys Version, weil sie besser zur düsteren Stimmung passte. Die poppigen Klänge der Eurythmics empfand er als unpassend.
Titelsong: Eurythmics – Sexcrime (Nineteen Eighty-Four)
Nach Protesten der Band wurde der Film später überarbeitet und mit mehr Musik der Eurythmics veröffentlicht. Dadurch entstand ein öffentlicher Streit zwischen Regisseur und Band. Das Album 1984 (For the Love of Big Brother) erschien schließlich als reguläres Studioalbum. Besonders bekannt wurde der Song Sexcrime, der im Abspann läuft.
Rezeption
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes | 75 % |
| Metacritic | 67/100 |
| FBW-Prädikat | Besonders wertvoll |
| IMDb | 7,0/10 |
Die Neuverfilmung erhielt überwiegend positive Kritiken. Viele lobten die bedrückende Atmosphäre und die genaue Umsetzung der Romanvorlage. Das Lexikon des internationalen Films hob die realistische Darstellung eines totalitären Überwachungsstaates hervor.
Auch Filmkritiker Roger Ebert zeigte sich beeindruckt:
„Der Film sieht aus, fühlt sich an und riecht fast wie Orwells kahle und zornige Vision.“
Der Film gewann mehrere internationale Preise, unter anderem für John Hurt, Richard Burton und Regisseur Michael Radford.
Fazit
1984 ist eine eindringliche und kompromisslose Verfilmung von Orwells Klassiker. Sie zeigt auf erschreckend realistische Weise, wie ein totalitäres System Menschen kontrolliert und bricht. Die düstere Bildsprache, die starke Inszenierung und die intensiven Schauspielerleistungen machen den Film zu einem wichtigen Werk des dystopischen Kinos.
Auch der Roman zählt bis heute zu den bedeutendsten Büchern der Weltliteratur – und wirkt angesichts moderner Überwachungstechnologien aktueller denn je.