Die Schneekönigin (2014): Ein modernes Märchen nach Hans Christian Andersen
Die Schneekönigin (finnischer Titel: Lumikuningatar) ist ein deutsch-finnischer Märchenfilm von Karola Hattop aus dem Jahr 2014. Der Film basiert auf dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen und entstand als Koproduktion von Kinderfilm, Visual Norden und ZDF für die Reihe Märchenperlen.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Gerda und Kay. Als Kay durch einen Eissplitter der Schneekönigin sein warmes Wesen verliert und schließlich in ihren Eispalast gelangt, beginnt für Gerda eine abenteuerliche Reise durch märchenhafte Welten. Dabei muss sie zahlreichen Gefahren widerstehen, bevor sie ihren Freund wiederfindet.

Die Schneekönigin (2014): Steckbrief
Handlung von Die Schneekönigin
Gerda und Kay sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde und lieben sich heimlich. Kay baut Gerda sogar ein beheiztes Glashaus, damit ihre Rosen auch im kalten Winter blühen können. Doch die Schneekönigin beobachtet die beiden und ist über die Wärme und die Schönheit der Blumen erzürnt.
Als Kay die Schneekönigin verspottet, schleudert sie ihm einen Eissplitter ins Auge. Von diesem Moment an verändert sich der Junge. Er wird kalt, gefühllos und abweisend. Im Streit zerstört Kay schließlich sogar einen Teil des Glashauses. Anschließend läuft er hinaus in die verschneite Landschaft und begegnet der Schneekönigin.
Kay verschwindet im Eispalast
Die Schneekönigin nimmt Kay in ihrem Schlitten mit und bringt ihn in ihren gewaltigen Eispalast. Dort soll er Teil ihrer kalten Welt werden. Kay fühlt sich zunächst wohl in seiner neuen Umgebung und versucht, seine frühere Freundschaft mit Gerda zu vergessen.
Gerda bleibt verzweifelt zurück. Obwohl die Menschen in ihrem Umfeld glauben, dass Kay nicht mehr lebt, ist sie überzeugt, dass ihr Freund noch irgendwo im Norden ist. Sie macht sich deshalb allein auf die Suche nach ihm.
Gerdas Reise beginnt
Gerdas Reise führt sie zunächst auf einem Kahn in das sommerliche Reich von Flora. Die von Annette Frier gespielte Blumenfrau lebt in einem farbenprächtigen Garten voller Blumen. Flora meint es eigentlich gut mit Gerda, möchte aber nicht mehr allein sein.
Sie gibt Gerda einen Pflanzensaft, durch den das Mädchen Kay vorübergehend vergisst. Für eine Weile genießt Gerda das scheinbar sorgenfreie Leben in Floras Garten. Doch ihre Erinnerungen kehren zurück – und mit ihnen ihr Wunsch, Kay wiederzufinden.
Das Schloss des Prinzen
Von Flora erfährt Gerda, dass ein Junge namens Kay in einem Schloss leben soll. Sie macht sich dorthin auf den Weg und wird dort freundlich aufgenommen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der junge Prinz nicht ihr Kay ist.
Obwohl man Gerda am Hof gerne behalten würde und sie dort eine schöne Zeit verbringt, kann sie ihren Freund nicht vergessen. Nach einem sehnsüchtigen Traum beschließt sie, ihre Suche fortzusetzen.
Kay erinnert sich an Gerda
Während Gerda weiter nach Norden reist, beginnt auch bei Kay eine Veränderung. Er spürt Gerdas Traum und verliert plötzlich den Eissplitter aus seinem Auge. Trotzdem versucht er weiterhin, vor der Schneekönigin den gefühlskalten Jungen zu spielen, den sie aus ihm gemacht hat.
Als Kay sich an einer Eisscherbe verletzt und ein Tropfen Blut auf den Schnee fällt, erinnert ihn die rote Farbe an eine Rose. Damit kehren auch seine Erinnerungen an Gerda zurück. Er versucht, aus dem Eispalast zu fliehen, doch die Schneekönigin hält ihn auf.
Die Räuber und die Räubertochter
Gerdas Reise nimmt unterdessen eine gefährliche Wendung. Nachdem sie sich mit einer Kutsche auf den Weg gemacht hat, wird sie im Wald von Räubern überfallen. Die Situation scheint aussichtslos, doch die Räubertochter nimmt Gerda unter ihren Schutz.
Anfangs behandelt die Räubertochter Gerda wie eine Gefangene. Doch je mehr sie von Kays Schicksal und Gerdas unerschütterlicher Liebe zu ihrem Freund erfährt, desto größer wird ihr Respekt. Schließlich lässt sie Gerda frei, damit diese ihre Suche fortsetzen kann.
Durch das ewige Eis
Gerda gelangt schließlich in das Gebiet des ewigen Schnees. Die Kälte und die Strapazen ihrer Reise setzen ihr schwer zu. Entkräftet bricht sie zusammen und wird von einer alten Frau aus dem hohen Norden, einer Lappin, gefunden und versorgt.
Nachdem Gerda wieder zu Kräften gekommen ist, macht sie sich auf den letzten Abschnitt ihrer Reise. Ihr Ziel ist der Eispalast der Schneekönigin, in dem Kay gefangen gehalten wird.
Das Ende im Eispalast
Als Gerda schließlich den Eispalast erreicht, stehen sich die beiden Welten gegenüber: die eisige Macht der Schneekönigin und die Wärme von Gerdas Gefühlen für Kay.
Die Schneekönigin muss erkennen, dass sie die Verbindung zwischen Gerda und Kay nicht zerstören kann. Gerdas Liebe und ihre Entschlossenheit sind stärker als die Kälte des Eispalastes.
Gerda und Kay kehren schließlich gemeinsam in ihr Dorf zurück. Mit dem Frühling beginnt für beide ein neues Kapitel – und die lange Reise durch Eis und Schnee findet ein glückliches Ende.
Die wichtigsten Figuren und Darsteller
Gerda – Flora Li Thiemann
Gerda ist die eigentliche Heldin des Films. Sie gibt Kay nicht auf, obwohl ihre Umgebung längst davon überzeugt ist, dass er verloren ist. Ihre Suche führt sie durch unterschiedliche märchenhafte Welten und verlangt ihr großen Mut und Durchhaltevermögen ab.
Kay – Kristo Ferkic
Kay ist Gerdas bester Freund. Durch den Eissplitter der Schneekönigin verändert sich sein Wesen. Im Eispalast versucht er zunächst, seine Gefühle zu unterdrücken, bis seine Erinnerungen an Gerda schließlich zurückkehren.
Die Schneekönigin – Linda Zilliacus
Linda Zilliacus verkörpert die geheimnisvolle Herrscherin des Eispalastes. Ihre Darstellung setzt stark auf Ausstrahlung, Kälte und Zurückhaltung. Dadurch wirkt die Schneekönigin weniger wie eine eindimensionale Bösewichtin, sondern wie eine einsame und innerlich gefangene Figur.
Frau Flora – Annette Frier
Annette Frier spielt Flora, die als Gegenpol zur Schneekönigin angelegt ist. Während die Schneekönigin für Eis und Kälte steht, verkörpert Flora den Sommer, die Blumen und die Wärme. Dennoch versucht auch sie, Gerda bei sich zu behalten.
Weitere Rollen
Zum Ensemble gehören unter anderem Steffi Kühnert als Räuberhauptfrau, Lena Urzendowsky als Räubertochter, Moritz Jahn als Prinz Karl, Paula Knüpling als Prinzessin und Annekathrin Bürger als Gerdas Großmutter.
Hintergrund & Produktion
Die Neuverfilmung von Hans Christian Andersens Märchen entstand als deutsch-finnische Koproduktion von Kinderfilm, Visual Norden und dem ZDF. Regie führte Karola Hattop, das Drehbuch stammt von Anja Kömmerling und Thomas Brinx.
Die Dreharbeiten fanden vom 18. März bis zum 6. Juni 2014 statt. Für die winterlichen Szenen reiste das Filmteam ins finnische Lappland. Die sommerlichen Passagen rund um Flora entstanden dagegen in Berlin-Brandenburg.
Die unterschiedlichen Schauplätze sind ein wichtiger Bestandteil der Gestaltung. Der farbenprächtige Garten von Flora steht dem kalten und beinahe unwirklichen Reich der Schneekönigin gegenüber. Dadurch wird der Gegensatz zwischen Wärme und Kälte, Leben und Erstarrung auch visuell erzählt.
Eine besonders aufwendige Märchenwelt
Für die Ausstattung wurden aufwendige Kostüme und märchenhafte Kulissen eingesetzt. Besonders der Eispalast der Schneekönigin prägt den visuellen Stil des Films. Auch die Kostüme von Friederike Tabea May und das Szenenbild von Josef Sanktjohanser tragen wesentlich zur märchenhaften Atmosphäre bei.
Die Kamera führte Sebastian Hattop. Seine Bilder betonen den starken Kontrast zwischen dem Blütenmeer des Frühlings und den kargen Schneelandschaften im hohen Norden.
Veröffentlichung
Die Erstausstrahlung erfolgte am 26. Dezember 2014 im ZDF. Der Film wurde außerdem international veröffentlicht. In Finnland erschien er unter dem Titel Lumikuningatar, international unter anderem als The Snow Queen.
Am 6. November 2015 erschien der Film innerhalb der Reihe Märchenperlen auf DVD.
Die wichtigsten Themen im Film
Freundschaft und Liebe
Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Gerda und Kay. Gerda gibt ihren Freund nicht auf, obwohl sie immer wieder mit Hindernissen und Versuchungen konfrontiert wird. Ihre Suche macht deutlich, wie stark eine emotionale Verbindung sein kann.
Mut und Durchhaltevermögen
Gerda ist keine klassische Märchenfigur, die gerettet werden muss. Sie selbst wird zur treibenden Kraft der Geschichte. Immer wieder muss sie schwierige Situationen überwinden und ihren eigenen Weg finden.
Wärme gegen Kälte
Der Film arbeitet stark mit dem Gegensatz von Wärme und Kälte. Floras blühender Garten steht dem Eispalast der Schneekönigin gegenüber. Dieser Gegensatz spiegelt auch die Gefühle der Figuren wider.
Freiheit und Gefangenschaft
Mehrere Figuren versuchen, Gerda an einem Ort festzuhalten. Flora möchte nicht mehr allein sein, am Schloss wird Gerda freundlich aufgenommen und die Schneekönigin hält Kay in ihrem Eispalast fest. Gerdas eigentlicher Wunsch bleibt jedoch immer derselbe: Sie will Kay finden und selbst über ihren Weg bestimmen.
Auszeichnungen und Nominierungen
Die Schneekönigin wurde 2015 für mehrere Fernsehpreise berücksichtigt. Besonders erfolgreich war der Film bei der Deutschen Akademie für Fernsehen.
- Gewonnen: Deutsche Akademie für Fernsehen 2015 – Beste Tongestaltung
- Nominiert: Deutsche Akademie für Fernsehen 2015 – Maskenbild
- Nominiert: Grimme-Preis 2015 – Fiktion
- Nominiert: Grimme-Preis 2015 – Sonderpreis Kultur
- Nominiert: Goldener Spatz 2015
Die Auszeichnung für die Tongestaltung unterstreicht, dass der Film nicht nur durch seine Bilder und Kostüme, sondern auch durch seine technische und akustische Gestaltung überzeugte.
Rezeption & Kritiken
Die Reaktionen auf den Märchenfilm fielen überwiegend positiv aus. Besonders häufig hervorgehoben wurden die aufwendige Bildgestaltung, die Ausstattung, die Kostüme und die märchenhafte Atmosphäre.
Der Filmkritiker Tilmann P. Gangloff lobte bei Tittelbach die „berauschend schönen Bilder“ und bezeichnete den Film als ein „Glanzlicht unter den Märchenfilmen“. Besonders betont wird der Kontrast zwischen dem Blütenmeer des Frühlings und der kargen Schneewüste.
Auch die jungen Hauptdarsteller Flora Li Thiemann und Kristo Ferkic erhielten positive Erwähnungen. Linda Zilliacus wird für ihre zurückhaltende und charismatische Darstellung der Schneekönigin hervorgehoben.
TV Spielfilm bewertete den Film ebenfalls positiv und hob insbesondere die gelungenen Dekors hervor.
🎬Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Wenn dir Die Schneekönigin gefallen hat, lohnt sich auch der Märchenklassiker Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Beide Filme verbinden eine märchenhafte Winterwelt mit einer jungen Heldin, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.
Worum geht es?
Aschenbrödel lebt auf dem Gutshof ihrer Stiefmutter und muss dort harte Arbeit verrichten. Drei magische Haselnüsse schenken ihr besondere Fähigkeiten und ermöglichen ihr, in verschiedene Rollen zu schlüpfen.
Auf einem winterlichen Ball begegnet sie dem Prinzen, der sich von ihrer Stärke und ihrem Mut beeindruckt zeigt. Wie Gerda in Die Schneekönigin kämpft auch Aschenbrödel darum, ihr eigenes Leben selbst bestimmen zu können.
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Mein Fazit zu Die Schneekönigin (2014)
Die Schneekönigin ist eine atmosphärische und aufwendig gestaltete Neuinterpretation von Hans Christian Andersens Märchen. Besonders gelungen ist der visuelle Gegensatz zwischen dem warmen, farbenprächtigen Reich der Flora und der eisigen Welt der Schneekönigin.
Karola Hattop erzählt die Geschichte vor allem aus der Perspektive von Gerda. Dadurch wird aus dem klassischen Märchen eine abenteuerliche Reise, bei der ein junges Mädchen selbst zur Heldin wird. Flora Li Thiemann trägt diese Geschichte überzeugend, während Linda Zilliacus der Schneekönigin eine geheimnisvolle und beinahe unnahbare Ausstrahlung verleiht.
Auch die aufwendigen Kostüme, die Landschaftsaufnahmen im finnischen Lappland und das Szenenbild machen den Film zu einem sehenswerten Märchenfilm. Die Auszeichnung für die Tongestaltung bei der Deutschen Akademie für Fernsehen 2015 bestätigt zudem die hohe handwerkliche Qualität der Produktion.
Meine Empfehlung: Ein bildstarker und emotionaler Märchenfilm für die ganze Familie, der Andersens Geschichte modern erzählt und besonders durch seine winterliche Atmosphäre und die Reise von Gerda überzeugt.
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🎥 Die Schneekönigin
Die Schneekönigin Film 🏰✨ | Gute nacht geschichte Deutsch | A Story German
Redaktioneller Hinweis
Die Angaben zu Handlung, Besetzung, Produktion, Auszeichnungen und Veröffentlichung wurden anhand verschiedener Film- und Fernsehdatenbanken sowie Kritiken abgeglichen. Der Film ist eine freie beziehungsweise moderne Adaption des Märchens von Hans Christian Andersen.