Frankenstein muß sterben – ein klassischer Hammer-Grusel
Als Filmfan und Blogger komme ich an den Werken der Hammer-Studios natürlich nicht vorbei. „Frankenstein muß sterben“ aus dem Jahr 1969 ist ein weiterer Baustein in der langen Filmgeschichte um Frankenstein – und einer, der bis heute für wohligen Grusel sorgt.
Handlung
Im Zentrum steht erneut Baron Frankenstein, gespielt von Peter Cushing, der besessen davon ist, seine medizinischen Experimente zur Vollendung zu bringen. In einer Mischung aus Wissenschaftswahn, moralischer Grenzüberschreitung und klassischem Gothic-Horror treibt er seine Umgebung in den Abgrund. Die Handlung folgt dabei weniger dem klassischen Mary-Shelley-Roman, sondern ist eine freie Variation des Frankenstein-Mythos, wie es für die Hammer-Reihe typisch ist.
Hintergrund
Produziert wurden Film und Reihe von den legendären Hammer Film Productions, die in den 1950er- und 1960er-Jahren den britischen Horrorfilm prägten. Mit ihren farbenprächtigen Kulissen, opulenten Kostümen und oft erstaunlich düsteren Themen schufen sie eine ganz eigene Ästhetik, die man sofort wiedererkennt. „Frankenstein muß sterben“ fügt sich nahtlos in diese Tradition ein: ein Mix aus viktorianischem Ambiente, moralischer Verkommenheit und kalter Wissenschaft.
Kritiken
Kritisch wurde der Film durchaus unterschiedlich aufgenommen. Der US-amerikanische Aggregator Rotten Tomatoes verzeichnet rund 70 % wohlwollende Besprechungen und stuft den Film als „frisch“ ein – ein Hinweis darauf, dass der Streifen bei vielen Kritikern besser ankommt, als man vielleicht erwarten würde.
„Wohliger Grusel aus den britischen Hammer-Studios mit einem extra kaltblütigen Peter Cushing.“
– Cinema
„Auf Gruseleffekte abgestellte, oft lächerliche Variation des Frankenstein-Motivs.“
– Lexikon des internationalen Films
„Eher ein Film über einen verkannten, seiner Zeit vorauseilenden Arzt mit ein paar Gruseleffekten als ein Horror-Film. Andeutungen zur Problematik des Themas fehlen völlig. Ansonsten routiniert gemacht. Notfalls für unermüdliche erwachsene Frankenstein-Fans.“
– Evangelischer Filmbeobachter
Mein Fazit
Für mich ist „Frankenstein muß sterben“ eine gut gemachte Romanverfilmung im weiteren Sinne – ein klassischer Vertreter des Hammer-Horrors mit stimmungsvollen Gruseleffekten. Auch wenn manche Kritiker den Film eher zerreißen oder ihn als lächerliche Variation des Stoffes abtun, funktioniert er für mich als düsteres Charakterporträt eines besessenen Arztes, getragen von einem eiskalten Peter Cushing.
Nach meiner Meinung ist der Film nicht nur etwas für eingefleischte Frankenstein-Fans. Wer klassische Horror-Atmosphäre, britische Studioproduktionen und moralisch ambivalente Figuren mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Gerade im Kontext der Hammer-Reihe ist „Frankenstein muß sterben“ ein sehenswerter Baustein, der zeigt, wie wandelbar der Frankenstein-Mythos im Kino sein kann.