Mutant – Das Grauen im All (1982): Trashiger Sci-Fi-Horror aus der Roger-Corman-Schmiede
Mutant – Das Grauen im All ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Horrorfilm aus dem Jahr 1982 und das Regiedebüt von Allan Holzman. Produziert wurde der Low-Budget-Film von Roger Corman. Im Mittelpunkt steht eine künstlich erschaffene Lebensform, die auf dem Planeten Xarbia außer Kontrolle gerät. Mit seiner Mischung aus Monsterhorror, Science-Fiction, Action und reichlich Trash ist der Film heute vor allem B-Movie- und SchleFaZ-Fans ein Begriff.
Unter seinem Originaltitel Forbidden World entstand ein deutlich von Alien beeinflusster Weltraum-Horrorfilm. Allerdings geht Mutant – Das Grauen im All einen wesentlich trashigeren Weg und verbindet die Bedrohung durch das außerirdische Wesen mit einem draufgängerischen Weltraumhelden, einem Roboter und typischen Low-Budget-Elementen des frühen Roger-Corman-Kinos.
Der Film wurde für die Saturn Awards 1983 in drei Kategorien nominiert, konnte jedoch keinen Preis gewinnen. In Deutschland kam der Film erst am 29. April 1983 in die Kinos. Am 15. September 2023 wurde eine von Oliver Kalkofe und Peter Rütten kommentierte Fassung im Rahmen von SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten auf Tele 5 ausgestrahlt.

Mutant – Das Grauen im All – Filmdaten
| Deutscher Titel | Mutant – Das Grauen im All |
|---|---|
| Originaltitel | Forbidden World |
| Alternativtitel | Mutant / Subject 20 |
| Produktionsland | USA |
| Erscheinungsjahr | 1982 |
| Deutscher Kinostart | 29. April 1983 |
| Regie | Allan Holzman |
| Drehbuch | Tim Curnen |
| Produktion | Roger Corman |
| Produktionsfirmen | Jupiter Film Productions / New World Pictures |
| Musik | Susan Justin |
| Kamera | Tim Suhrstedt |
| Schnitt | Allan Holzman / Martin Nicholson |
| Make-up-Effekte | John Carl Buechler |
| Genre | Science-Fiction / Horror / Monsterfilm / B-Movie |
| Budget | unter 1 Mio. US-Dollar |
| Originalsprache | Englisch |
| Laufzeit | 78 Minuten |
| FSK | 16 |
Die internationale Laufzeit von Mutant – Das Grauen im All beträgt 78 Minuten. Für die deutsche Kinofassung werden teilweise abweichende Laufzeiten angegeben.
Mutant – Das Grauen im All – Besetzung
Im Zentrum der Geschichte steht der Weltraumpilot Mike Colby, der gemeinsam mit seinem Roboterpartner SAM-104 auf den Planeten Xarbia geschickt wird. Die Besetzung verbindet damals noch wenig bekannte Darsteller mit typischen Figuren des Science-Fiction-B-Movies.
| Mike Colby | Jesse Vint |
|---|---|
| Tracy Baxter | Dawn Dunlap |
| Dr. Barbara Glaser | June Chadwick |
| Dr. Gordon Hauser | Linden Chiles |
| Dr. Cal Timbergen | Fox Harris |
| Brian Beale | Raymond Oliver |
| Earl Richards | Scott Paulin |
| Jimmy Swift | Michael Bowen |
| SAM-104 | Don Olivera |
Mutant – Das Grauen im All – Handlung
Auf dem abgelegenen Planeten Xarbia arbeitet ein Wissenschaftsteam an einer künstlich erschaffenen Lebensform. Das sogenannte Subjekt 20 soll dazu beitragen, eine Hungersnot zu bekämpfen, die große Teile der Galaxis bedroht. Die proteinbasierte Kreatur befindet sich zunächst noch in einem Kokon.
Doch das Experiment entwickelt sich völlig anders als geplant. Nachdem Subjekt 20 geschlüpft ist, richtet sich die Kreatur gegen ihre Schöpfer. Einer nach dem anderen fallen die Wissenschaftler dem Wesen zum Opfer.
Daraufhin wird der Weltraumpilot Mike Colby nach Xarbia geschickt. An seiner Seite befindet sich der Roboter SAM-104. Colby soll herausfinden, was in der Forschungsstation geschehen ist, und die außer Kontrolle geratene Lebensform stoppen.
Auf der Forschungsstation angekommen, wird schnell klar, dass die Gefahr wesentlich größer ist als zunächst angenommen. Subjekt 20 ist intelligent, aggressiv und extrem anpassungsfähig. Für Colby und die verbliebenen Wissenschaftler beginnt ein Kampf ums Überleben.
Die Handlung erinnert dabei unübersehbar an den Weltraum-Horror von Alien: Eine fremde Kreatur macht Jagd auf Menschen in einer abgeschotteten Umgebung. Mutant – Das Grauen im All setzt diese Grundidee jedoch mit deutlich weniger Budget und wesentlich mehr B-Movie-Charme um.
Hintergrund & Produktion
Mutant – Das Grauen im All war das Regiedebüt von Allan Holzman, der zuvor vor allem als Editor gearbeitet hatte. Roger Corman soll Holzman ursprünglich beauftragt haben, innerhalb von nur vier Tagen eine kurze Sequenz mit einem Astronauten und einem Roboter zu entwickeln. Aus diesem ungewöhnlichen Schnellprojekt entstand schließlich der komplette Film.
Corman hatte dabei offenbar die Idee, eine Art Lawrence von Arabien im Weltraum zu realisieren. Das Ergebnis war allerdings kein aufwendiges Weltraumepos, sondern ein kompakter Science-Fiction-Horrorfilm, der mit sehr begrenzten finanziellen Mitteln produziert wurde.
Besonders interessant ist die Wiederverwendung vorhandener Kulissen. Einige Sets, die teilweise von James Cameron entworfen worden waren, stammten noch aus früheren Corman-Produktionen wie Planet des Schreckens und Sador – Herrscher im Weltraum.
Auch beim Roboter SAM-104 wurde improvisiert: Schauspieler Don Olivera brachte das Kostüm selbst mit zum Dreh. Es war zuvor im Zusammenhang mit einer Bewerbung bei New Line Cinema entstanden.
Das Budget lag bei weniger als einer Million US-Dollar. Um die Forschungsstation glaubwürdig aussehen zu lassen, griff das Team auf ungewöhnliche Alltagsmaterialien zurück. Dazu gehörten unter anderem Eierkartons, Styroporverpackungen und projiziertes Super-8-Material.
Subjekt 20 – Das Monster aus dem Labor
Das Herzstück des Films ist die künstliche Lebensform Subjekt 20. Die Kreatur sollte ursprünglich dazu beitragen, die galaktische Hungersnot zu lösen. Statt als Nahrungsquelle für die Menschheit zu dienen, entwickelt sie sich jedoch zu einem tödlichen Gegner.
Das Monsterdesign erinnert deutlich an die Kreatur aus Alien. Genau diese Ähnlichkeit gehört heute zu den auffälligsten Merkmalen von Mutant – Das Grauen im All. Während Ridley Scotts Alien auf düsteren und ernsthaften Weltraumhorror setzte, verfolgt Cormans Produktion einen wesentlich schrägeren B-Movie-Ansatz.
James Cameron und Mutant – Das Grauen im All
Ein besonders interessantes Detail für Filmfans ist die Verbindung zu James Cameron. Einige der Kulissen wurden bereits für andere Roger-Corman-Produktionen verwendet und waren teilweise von Cameron entworfen worden. Damit gehört Mutant – Das Grauen im All zu jenen frühen Produktionen, bei denen sich bereits Spuren seiner späteren Arbeit im Science-Fiction-Bereich finden.
Die Wiederverwendung der Sets ist gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie Roger Corman mit kleinen Budgets arbeitete: Vorhandenes Material wurde möglichst effizient eingesetzt, anstatt für jeden neuen Film komplett neue Kulissen zu bauen.
Sonstiges & Trivia
- Originaltitel: Der Film trägt im Original den Titel Forbidden World.
- Alternativtitel: Auch die Bezeichnungen Mutant und Subject 20 werden mit dem Film verbunden.
- Regiedebüt: Allan Holzman führte bei dem Film erstmals Regie.
- Roger Corman: Der Film entstand unter der Produktion des bekannten B-Movie-Produzenten Roger Corman.
- James Cameron: Teile der verwendeten Kulissen gehen auf frühere Corman-Produktionen zurück und wurden teilweise von James Cameron entworfen.
- SAM-104: Das Kostüm des Roboters wurde von Darsteller Don Olivera selbst mitgebracht.
- Budget: Die Produktion musste mit weniger als einer Million US-Dollar auskommen.
- Saturn Awards: Der Film wurde 1983 in drei Kategorien nominiert, gewann jedoch keinen Preis.
- Deutschland: Die deutsche Kinopremiere fand am 29. April 1983 statt.
- SchleFaZ: Am 15. September 2023 lief der Film als SchleFaZ-Fassung auf Tele 5.
Mutant – Das Grauen im All: Kritik
Mutant – Das Grauen im All macht keinen Hehl daraus, dass er sich bei erfolgreichen Science-Fiction-Filmen bedient. Die Parallelen zu Alien sind deutlich: Eine fremdartige Kreatur befindet sich auf einer abgeschotteten Forschungsstation und beginnt, die Menschen zu jagen.
Allerdings versucht der Film gar nicht erst, den aufwendigen Look eines Hollywood-Blockbusters zu erreichen. Stattdessen setzt die Produktion auf sichtbaren Low-Budget-Charme, improvisierte Kulissen, Monsterhorror, Action und teilweise ausgesprochen schräge Dialoge.
Genau diese Mischung macht den Film heute für Trash-Fans interessant. Wer perfekt produzierten Science-Fiction-Horror erwartet, dürfte an den einfachen Effekten und der manchmal holprigen Inszenierung wenig Freude haben. Wer dagegen B-Movies mit kuriosen Ideen und Produktionsgeschichten liebt, bekommt hier ein unterhaltsames Stück Genrekino.
- deutliche Anleihen bei Alien
- extrem begrenztes Produktionsbudget
- wiederverwendete Science-Fiction-Kulissen
- ungewöhnliches Monsterdesign
- Roboter SAM-104
- 80er-Jahre-Sci-Fi-Atmosphäre
- unfreiwillig komische Momente
- SchleFaZ-Kultstatus
Veröffentlichung und SchleFaZ
In Deutschland wurde Mutant – Das Grauen im All erstmals am 29. April 1983 ungekürzt in den Kinos gezeigt. Später folgten unter anderem Veröffentlichungen auf VHS, Laserdisc, DVD und Blu-ray.
Für eine neue Generation von Trash-Fans wurde der Film vor allem durch SchleFaZ wieder interessant. Am 15. September 2023 zeigte Tele 5 die von Oliver Kalkofe und Peter Rütten kommentierte Fassung.
Damit passt der Film hervorragend in das SchleFaZ-Konzept: eine ungewöhnliche Genreproduktion, eine kuriose Entstehungsgeschichte und genügend Trash-Momente, um gemeinsam mit den Kommentaren von Kalkofe und Rütten für Unterhaltung zu sorgen.
🎬 Film-Tipp: Hercules in New York (1970)
Wenn du ein Fan von „SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ bist, solltest du dir diesen herrlich trashigen Film mit Arnold Schwarzenegger nicht entgehen lassen.
Hercules in New York ist eine US-amerikanische Fantasy-Komödie aus dem Jahr 1970 und der erste Spielfilm mit Arnold Schwarzenegger in einer Hauptrolle. Regie führte Arthur Allan Seidelman, das Drehbuch stammt von Aubrey Wisberg, der den Film auch produzierte.
Gedreht wurde der Film bereits 1969, seine Veröffentlichung erfolgte jedoch 1970. Daher findet man bei diesem Titel gelegentlich die Jahreszahl 1969. Als Erscheinungsjahr wird heute 1970 geführt.
Für Arnold Schwarzenegger war Hercules in New York ein ungewöhnlicher Einstieg ins Filmgeschäft. Noch bevor er mit Filmen wie Conan der Barbar, Terminator oder Predator zum internationalen Actionstar wurde, spielte er hier den griechischen Halbgott Hercules – mit deutlich hörbarem österreichischem Akzent und unter dem Namen Arnold Strong.
Heute ist der Film vor allem wegen seiner unfreiwilligen Komik, der kuriosen Handlung und Schwarzeneggers frühem Auftritt interessant. Für Fans von B-Movies und Trash-Kino ist Hercules in New York deshalb weniger ein großer Fantasyfilm als vielmehr ein amüsantes Stück Filmgeschichte.
Kurz gesagt: Arnold Schwarzeneggers ungewöhnliches Filmdebüt ist ein herrlich trashiger Mix aus griechischer Mythologie, New York-Komödie, Action und unfreiwilligem Humor.
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Hercules in New York (1970) – Handlung, Besetzung, Kritik und Trivia
Mein Fazit zu Mutant – Das Grauen im All
Mutant – Das Grauen im All ist kein großer Science-Fiction-Klassiker, sondern genau das, was Fans des B-Movie-Kinos erwarten dürfen: ein günstiger, kurioser und stellenweise herrlich trashiger Monsterfilm aus der Roger-Corman-Schmiede.
Die deutlichen Alien-Anleihen, das ungewöhnliche Monster, die improvisierten Kulissen und der Roboter SAM-104 sorgen für einen ganz eigenen Charme. Besonders interessant ist die Entstehungsgeschichte, die zeigt, mit welchen Tricks Corman und sein Team aus wenig Geld möglichst viel Film herausholen wollten.
Spätestens durch die SchleFaZ-Ausstrahlung von 2023 hat Mutant – Das Grauen im All seinen festen Platz im deutschen Trashfilm-Kosmos gefunden.
Mein Urteil: Herrlich schräger 80er-Sci-Fi-Horror für alle, die B-Movies, Monsterfilme und SchleFaZ lieben.