Supersonic Man (1979): Spanischer Superhelden-Trash zwischen Sci-Fi und Superman-Parodie
Supersonic Man ist ein spanischer Science-Fiction- und Superheldenfilm aus dem Jahr 1979, inszeniert von Juan Piquer Simón. Heute genießt der Film Kultstatus unter Trash-Fans und wurde im deutschsprachigen Raum vor allem durch die Tele-5-Reihe „SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ einem größeren Publikum bekannt.
Im Mittelpunkt steht der titelgebende Superheld Supersonicman, der zur Erde geschickt wird, um den größenwahnsinnigen Wissenschaftler Dr. Gulik aufzuhalten. Dabei verbindet der Film Science-Fiction, klassische Superheldenklischees, Action, Slapstick und reichlich unfreiwillige Komik. Gerade die Mischung aus ambitionierter Inszenierung und sichtbar begrenzten Mitteln macht Supersonic Man für Liebhaber des gepflegten Film-Trashs interessant.

Supersonic Man – Filmdaten
| Originaltitel | Supersonic Man |
|---|---|
| Produktionsland | Spanien |
| Produktionsjahr | 1979 |
| Regie | Juan Piquer Simón |
| Genre | Science-Fiction / Superheldenfilm / Trash |
| Erstaufführung | November 1979, Paris Festival of Fantastic Films |
| Kinostart Spanien | 20. Mai 1980 |
| Kinostart BRD | 6. Februar 1980 |
| DVD-Veröffentlichung | 31. März 2006 (limitierte Edition) |
| TV-Ausstrahlung | 31. Juli 2015 bei „SchleFaZ“ |
| Alternativtitel | Sonicman |
Supersonic Man – Handlung
Der größenwahnsinnige Wissenschaftler Dr. Gulik verfolgt einen gefährlichen Plan: Er lässt Professor Borgen entführen, um an dessen Formel für einen leistungsstarken Superlaser zu gelangen. Borgen weigert sich jedoch, mit dem skrupellosen Wissenschaftler zusammenzuarbeiten.
Zur gleichen Zeit wird der Superheld Supersonicman reaktiviert und zur Erde geschickt. Dort führt er unter seiner bürgerlichen Identität Paul ein unauffälliges Leben als Privatdetektiv. Als er von der Entführung Borgens erfährt, greift er ein und rettet dessen Tochter Patricia vor Guliks Handlangern.
Doch Gulik und seine Männer geben nicht auf. Paul gerät mehrfach in ihre Gewalt und wird immer wieder überwältigt. Mit Hilfe seiner Verwandlung in Supersonicman gelingt es ihm jedoch jedes Mal, sich aus scheinbar aussichtslosen Situationen zu befreien.
Währenddessen arbeitet Gulik weiter an seinem Plan zur Eroberung der Welt. Für seine gefährliche Technologie benötigt er eine letzte Lieferung Iridium. Sein Handlanger Peterson übernimmt die Aufgabe, das wertvolle Material zu beschaffen.
Nachdem Gulik schließlich die benötigte Iridiumdosis erhalten hat, droht er mit der Zerstörung von New York. Um die Ernsthaftigkeit seiner Drohung zu demonstrieren, sprengt er sogar eine Pazifikinsel in die Luft und fordert Supersonicman zum entscheidenden Duell heraus.
Supersonicman stellt sich seinem Gegner, wird jedoch durch spezielle Schallwellen außer Gefecht gesetzt. Professor Borgen gelingt es, die störenden Wellen zu unterbrechen, wodurch der Superheld seine Kräfte zurückerlangt. Supersonicman rettet Borgen, nimmt die Verfolgung Guliks auf und gelangt schließlich bis zu dessen Raumschiff.
Im finalen Kampf kann Supersonicman den Wissenschaftler besiegen und töten. Die Erde ist gerettet, und für den Superhelden scheint die Zeit gekommen zu sein, wieder ins All zurückzukehren.
Doch Paul entscheidet sich anders. Er wirft seine Verwandlungsuhr weg und beschließt, bei Patricia auf der Erde zu bleiben. Damit endet das Abenteuer des spanischen Superhelden mit einem ungewöhnlich romantischen Schluss.
Produktion und Veröffentlichung
Supersonic Man entstand 1979 unter der Regie von Juan Piquer Simón. Der Film orientiert sich unverkennbar an amerikanischen Superhelden- und Science-Fiction-Produktionen und versucht, deren spektakuläre Zutaten mit den vergleichsweise bescheidenen Mitteln einer europäischen Genrefilmproduktion umzusetzen.
Seine erste Aufführung fand im November 1979 beim Paris Festival of Fantastic Films statt. Während der Film in Spanien erst 1980 regulär in die Kinos kam, erfolgte der Kinostart in der Bundesrepublik bereits am 6. Februar 1980.
Viele Jahre später erhielt Supersonic Man durch die Veröffentlichung einer limitierten DVD-Sammleredition am 31. März 2006 neue Aufmerksamkeit. Ein weiterer Bekanntheitsschub folgte 2015, als Tele 5 den Film im Rahmen der Kultreihe „SchleFaZ“ ausstrahlte und ihn mit dem für die Reihe typischen humorvollen Kommentar präsentierte.
Der Film steht beispielhaft für eine Reihe europäischer Superheldenproduktionen der späten 1970er-Jahre. Amerikanische Vorbilder dienten dabei deutlich als Inspiration, während begrenzte Budgets, einfache Spezialeffekte und eine oft überdrehte Inszenierung für den ganz eigenen Charme dieser Produktionen sorgten.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films fällt über Supersonic Man ein entsprechend vernichtendes Urteil und bezeichnet den Streifen als „phantasiearmes und reichlich dilettantisches Superman-Plagiat“, das mit „plattesten Klischees und Feindbildern“ arbeitet.
Aus heutiger Trash-Perspektive sind es gerade diese Schwächen, die den Film so unterhaltsam machen. Die einfachen Spezialeffekte, überzeichneten Figuren, absurden Situationen und teilweise unfreiwillig komischen Dialoge verleihen Supersonic Man einen besonderen Kultfaktor.
Wer perfekt choreografierte Superhelden-Action und moderne CGI-Effekte erwartet, dürfte schnell enttäuscht sein. Wer dagegen Freude an kuriosen Genre-Experimenten, naivem Science-Fiction-Charme und spektakulär misslungenen Einfällen hat, bekommt hier reichlich Material zum Schmunzeln.
Mein Fazit zu Supersonic Man
Supersonic Man ist ein Paradebeispiel für die besondere Art von Film, die trotz oder gerade wegen ihrer Schwächen Kultstatus erreichen kann. Die Mischung aus Science-Fiction, Superhelden-Abenteuer, billigen Effekten und hemmungslos übertriebener Handlung macht den Film zu einem echten Erlebnis für Trash-Fans.
Besonders die eigenwillige Inszenierung, der größenwahnsinnige Bösewicht Dr. Gulik und die zahlreichen absurden Situationen sorgen dafür, dass es eigentlich nie langweilig wird. Der Film nimmt seine Superhelden-Idee erstaunlich ernst – und genau daraus entsteht ein großer Teil seines unfreiwilligen Humors.
Wer Spaß an „SchleFaZ“, europäischem Genre-Trash und kuriosen Superman-Kopien hat, sollte Supersonic Man zumindest einmal gesehen haben. Als ernsthafter Superheldenfilm funktioniert der Streifen kaum, als unterhaltsamer Trash-Klassiker dafür umso besser.
Urteil: Ein herrlich schlechter Superheldenfilm mit Kultpotenzial – perfekt für Trash-Fans, Freunde des europäischen Genrekinos und „SchleFaZ“-Liebhaber. 😆
🎬 Film-Tipp: Hercules in New York (1970)
Wenn du ein Fan von „SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ bist, solltest du dir diesen herrlich trashigen Film mit Arnold Schwarzenegger nicht entgehen lassen.
Hercules in New York ist eine US-amerikanische Fantasy-Komödie aus dem Jahr 1970 und der erste Spielfilm mit Arnold Schwarzenegger in einer Hauptrolle. Regie führte Arthur Allan Seidelman, das Drehbuch stammt von Aubrey Wisberg, der den Film auch produzierte.
Gedreht wurde der Film bereits 1969, seine Veröffentlichung erfolgte jedoch 1970. Daher findet man bei diesem Titel gelegentlich die Jahreszahl 1969. Als Erscheinungsjahr wird heute 1970 geführt.
Für Arnold Schwarzenegger war Hercules in New York ein ungewöhnlicher Einstieg ins Filmgeschäft. Noch bevor er mit Filmen wie Conan der Barbar, Terminator oder Predator zum internationalen Actionstar wurde, spielte er hier den griechischen Halbgott Hercules – mit deutlich hörbarem österreichischem Akzent und unter dem Namen Arnold Strong.
Heute ist der Film vor allem wegen seiner unfreiwilligen Komik, der kuriosen Handlung und Schwarzeneggers frühem Auftritt interessant. Für Fans von B-Movies und Trash-Kino ist Hercules in New York deshalb weniger ein großer Fantasyfilm als vielmehr ein amüsantes Stück Filmgeschichte.
Kurz gesagt: Arnold Schwarzeneggers ungewöhnliches Filmdebüt ist ein herrlich trashiger Mix aus griechischer Mythologie, New York-Komödie, Action und unfreiwilligem Humor.
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