Das ist kein Original Filmposter !
Hollywood or Bust (1956)
Deutscher Titel: Hollywood oder Bust
Originaltitel: Hollywood or Bust
Regie: Frank Tashlin
Produktionsland / Jahr: USA, 1956
Genre: Komödie
Mit: Dean Martin, Jerry Lewis, Pat Crowley, Anita Ekberg u.a.
Handlung
Steve Wiley (Dean Martin) sitzt tief in den Schulden – und greift zu einem ziemlich dreisten Trick: Er lässt alle Lose einer Autotombola kopieren, um sich den Hauptpreis zu sichern. Der Plan geht nur halb auf, denn den Gewinn muss er sich mit Malcolm Smith (Jerry Lewis) teilen, einem naiven, aber liebenswerten Filmfan, der hoffnungslos in die Schauspielerin Anita Ekberg verknallt ist.
Malcolm hat nur ein Ziel: Mit dem roten Cabrio nach Hollywood fahren, um dort endlich seinem Idol zu begegnen. Steve hingegen will das Auto am liebsten allein – und sieht keine andere Möglichkeit, als Malcolm auf dem Roadtrip zu begleiten und unterwegs zu versuchen, ihm den Wagen abzuluchsen. Gemeinsam mit Malcolms riesiger Dogge auf dem Rücksitz beginnt eine chaotische Fahrt quer durch die USA.
Unterwegs geht natürlich alles schief, was schiefgehen kann: Das Auto wird in Mitleidenschaft gezogen, das Geld ist knapp, und die beiden geraten immer wieder in absurde Situationen. In Las Vegas treffen sie schließlich auf die attraktive Terry Roberts (Pat Crowley), ein Showgirl mit eigenen Träumen und Problemen. Aus der Zweckgemeinschaft wird langsam so etwas wie eine echte Freundschaft – und am Ende steht nicht nur die Frage, wer das Auto bekommt, sondern auch, was Hollywood für jeden von ihnen wirklich bedeutet.
Martin & Lewis – Das legendäre Comedy-Duo
Ein legendäres Duo der Unterhaltungsgeschichte:
Dean Martin und Jerry Lewis wurden ab 1946 mit ihren gemeinsamen Auftritten im Club 500 in Atlantic City berühmt. Ihre improvisierten Shows waren einzigartig: Sie unterbrachen sich gegenseitig, improvisierten wild und brachten das Publikum zum Toben.
Schon bald galten sie als die „heißeste Nummer im Showbusiness“. Zwischen 1947 und 1956 eroberten sie Nachtclubs, Radio, Fernsehen und schließlich Hollywood. In der berühmten Colgate Comedy Hour waren sie von 1950 bis 1955 in insgesamt 189 Folgen zu sehen.
Auch im Kino feierten sie große Erfolge: Ab 1949 entstanden bei Paramount Pictures insgesamt 16 Filme. Doch hinter den Kulissen wuchsen Spannungen – vor allem wegen der ungleichen Wahrnehmung ihrer Rollen.
1956 kam es schließlich zur Trennung. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt fand am 24. Juli 1956 statt – genau zehn Jahre nach ihrem Debüt.
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Produktion
Regie & Stil: Frank Tashlin, der schon zuvor mit Jerry Lewis gearbeitet hatte, bringt hier erneut seinen typischen Mix aus Cartoon-Logik, visuellen Gags und knalliger Inszenierung auf die Leinwand. „Hollywood or Bust“ wirkt stellenweise wie ein Realfilm-Zeichentrick: überzeichnete Figuren, überdrehte Situationen und ein sehr bewusst künstliches Hollywood-Bild.
Martin & Lewis – das letzte Mal: Besonders spannend aus heutiger Sicht: Dies war der letzte gemeinsame Film von Dean Martin und Jerry Lewis, bevor sich das Duo trennte. Man spürt im Film zwar noch die Routine und das eingespielte Timing, aber im Hintergrund war die Partnerschaft bereits am Ende. Gerade deshalb hat der Film eine gewisse bittersüße Note – ein Abschied in Form einer leichten, bunten Komödie.
Roadmovie-Flair: Die Mischung aus Roadmovie, Showbiz-Satire und Buddy-Komödie funktioniert erstaunlich gut. Die Reise durch die USA, die Zwischenstopps in Las Vegas und schließlich der Blick nach Hollywood selbst geben dem Film ein angenehmes Tempo und viel Raum für kleine Episoden, Gags und musikalische Einlagen.
Musik
Die Musik stammt von Walter Scharf, der den Film mit einer typischen 50er-Jahre-Hollywood-Klangfarbe versieht: beschwingt, leicht, manchmal sentimental, aber immer darauf ausgelegt, die Comedy und das Showbiz-Flair zu unterstützen. Dean Martin bringt natürlich seinen Charme als Sänger mit ein – seine Präsenz sorgt dafür, dass der Film nicht nur als Klamauk, sondern auch als musikalisch geerdete Unterhaltung funktioniert.
Die Songs und der Score tragen viel zur Atmosphäre bei: Man fühlt sich tatsächlich wie in einer etwas idealisierten, aber sehr einladenden Version des alten Hollywood, in dem Träume groß, Autos chromglänzend und Melodien eingängig sind.
Synchronisation
In der deutschen Fassung wurde – wie so oft bei Filmen dieser Ära – recht frei mit Dialogen und Pointen umgegangen. Wortspiele, Anspielungen und Gags wurden angepasst, damit sie im deutschen Sprachraum funktionieren. Das führt dazu, dass die deutsche Version stellenweise einen etwas anderen Ton hat als das Original, aber den Grundcharakter der Figuren beibehält.
Gerade Jerry Lewis’ überdrehte Art lebt stark von Timing und Stimmführung, und die Synchronisation versucht, diese Energie nachzuempfinden. Wer mit den deutschen Fassungen der Martin-&-Lewis-Filme aufgewachsen ist, wird sich hier sofort heimisch fühlen – inklusive der leicht überzogenen Betonungen und des typischen 50er-Jahre-Synchro-Charmes.
Kritiken
„Hollywood or Bust“ wird von vielen Kritikern als solide, charmante, aber nicht überragende Komödie aus der Spätphase des Duos Martin & Lewis gesehen. Auf IMDb kommt der Film auf eine Bewertung von 6,4 / 10 – ein Wert, der gut widerspiegelt, dass wir es hier mit einem unterhaltsamen, aber nicht revolutionären Beitrag der beiden zu tun haben.
Aus heutiger Sicht punktet der Film vor allem mit seinem nostalgischen Flair: Roadtrip, Showgirls, Casinos, Hollywood-Träume – das ist pures 50er-Jahre-Kino, das man sich wie eine Zeitkapsel ansehen kann. Die Chemie zwischen Dean Martin und Jerry Lewis funktioniert trotz aller Hintergrundspannungen immer noch, und gerade Jerry Lewis’ Figur Malcolm ist für Filmfans sehr nachvollziehbar: ein Träumer, der sich an einem Star festhält und Hollywood als magischen Ort verklärt.
Natürlich ist nicht jeder Gag ein Treffer, und manche Momente wirken aus moderner Perspektive etwas altbacken oder zu laut. Aber als nostalgische Komödie mit Starpower, Roadmovie-Elementen und einem liebevollen Blick auf das alte Hollywood hat „Hollywood or Bust“ definitiv seinen Platz im Regal der klassischen US-Komödien verdient.
Bewertung
★★★☆☆
6,5 / 10
Fazit
„Hollywood or Bust“ ist für mich ein echter Wohlfühlfilm: nicht perfekt, aber voller Charme, Tempo und nostalgischer Atmosphäre. Wer Dean Martin und Jerry Lewis mag, bekommt hier einen späten, aber sehenswerten Auftritt des Duos – inklusive Roadtrip-Chaos, Showbiz-Glamour und einer ordentlichen Portion 50er-Jahre-Romantik.
Als Filmfan macht es einfach Spaß, diesen Mix aus Klamauk, Musik und Hollywood-Mythos zu erleben – gerade weil man weiß, dass hier eine Ära zu Ende geht. Kein großer Klassiker, aber ein Film, den man sich als Liebhaber klassischer Komödien immer wieder gerne anschaut.
Empfehlung:
Für Fans von Martin & Lewis, Liebhaber klassischer Hollywood-Komödien und alle, die Roadmovies mit Showbiz-Flair mögen.