Retro-Symbolbild
Der Zirkusclown (1954) – Nostalgischer Charme unter der Zirkuskuppel
Einstieg
Manchmal sind es gerade die kleineren, etwas vergessenen Filme, die einen besonderen Reiz ausüben. „Der Zirkusclown“ (Original: Three Ring Circus, USA 1954) gehört genau in diese Kategorie. Mit dem legendären Duo Dean Martin und Jerry Lewis entführt der Film in die bunte, leicht melancholische Welt des Zirkus – irgendwo zwischen Slapstick, Sentimentalität und klassischer Unterhaltung.
Handlung
Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Pete und Jerry, die nach ihrer Zeit beim Militär mittellos durchs Leben treiben. Schließlich landen sie in einem Wanderzirkus, wo sie zunächst einfache Arbeiten übernehmen. Während Pete sich eher opportunistisch durchs Leben schlägt, träumt Jerry davon, Clown zu werden.
Doch der Weg dorthin ist holprig: Jerry arbeitet als Gehilfe eines Löwendompteurs, versucht sich als Hochseilkünstler und sorgt dabei mehr durch Zufall als durch Können für Lacher im Publikum. Als sich schließlich eine Gelegenheit ergibt, selbst in die Manege zu treten, zeigt sich, dass in ihm tatsächlich ein echter Clown steckt.
Parallel dazu geraten Freundschaft, Liebe und das Überleben des Zirkus in Gefahr – bis sich am Ende alles in klassischer Manier zusammenfügt.
Besetzung
Der Film lebt natürlich vom berühmten Komiker-Duo:
- Dean Martin als Pete Nelson
- Jerry Lewis als Jerry Hotchkiss
- Joanne Dru als Zirkusbesitzerin Jill Brent
- Zsa Zsa Gabor als Diva-Trapezkünstlerin Saadia
- Wallace Ford, Sig Ruman und Gene Sheldon in Nebenrollen
Die Chemie zwischen Martin und Lewis ist hier bereits etwas anders als in früheren Filmen – Jerry Lewis steht stärker im Mittelpunkt, während Dean Martin eher die unterstützende Rolle übernimmt. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Produktion
Regie führte Joseph Pevney, produziert wurde der Film von Paramount Pictures. Gedreht wurde unter anderem in den Studios in Hollywood, und der Film gehört zu den frühen Produktionen im VistaVision-Format, das für besonders breite und farbenfrohe Bilder sorgte. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Interessant ist auch, dass der Film später in einer gekürzten Fassung erneut veröffentlicht wurde – mit stärkerem Fokus auf Jerry Lewis als Clownfigur.
Rezeption
Mit einer IMDb-Bewertung von 5,9/10 gehört „Der Zirkusclown“ eher zu den durchschnittlich bewerteten Filmen des Duos.
Zeitgenössische Kritiken sahen den Film als „gutmütig, aber wenig originell“. Auch heutige Stimmen empfinden ihn oft als charmant, aber etwas altmodisch und weniger spritzig als andere Werke von Martin & Lewis.
Fazit
Als Filmfan muss ich sagen: „Der Zirkusclown“ ist kein großer Klassiker – aber genau das macht ihn irgendwie sympathisch. Er wirkt wie ein Blick in eine andere Zeit, in der Unterhaltung noch einfacher, direkter und manchmal auch naiver war.
Jerry Lewis’ clowneske Einlagen sind stellenweise herrlich schräg, während Dean Martin eher im Hintergrund bleibt. Gerade diese Verschiebung macht den Film interessant – fast schon wie ein Vorzeichen für die spätere Trennung des Duos.
Unterm Strich: Ein nostalgischer Zirkusfilm mit Herz, ein paar schönen Momenten und viel Retro-Flair – ideal für Fans klassischer Hollywood-Komödien, auch wenn das große Feuerwerk ausbleibt.