Zwölf Uhr mittags (Originaltitel High Noon ,KI Bild)
🕛 High Noon (Zwölf Uhr mittags)
Der Western aus dem Jahr 1952 wurde von Fred Zinnemann inszeniert. Bereits im Erscheinungsjahr kam der Schwarzweißfilm in die Kinos. Darüber hinaus gewann er vier Oscars und zählt bis heute zu den renommiertesten Hollywood-Western.
Die Vorlage lieferte die Kurzgeschichte „The Tin Star“ von John W. Cunningham. Im Mittelpunkt steht der Town Marshal Will Kane, gespielt von Gary Cooper. Der Film erzählt seinen einsamen Kampf gegen den zurückkehrenden Banditen Frank Miller und dessen Bande.
🎬 Handlung

Der Film beginnt mit Kanes Hochzeit mit der Quäkerin Amy Fowler. Zunächst scheint alles auf einen ruhigen Neubeginn hinzuweisen. Kane hat seinen Posten aufgegeben und will die Stadt verlassen. Doch unmittelbar nach der Trauung erfährt er, dass Frank Miller begnadigt wurde und mit dem Zug um zwölf Uhr eintreffen wird.
Währenddessenwarten Millers Komplizen bereits am Bahnhof. Die Bürger drängen Kane zur Flucht. Allerdings entscheidet er sich nach kurzem Zögern, zurückzukehren. Er ist überzeugt, dass Miller ihn sonst überall verfolgen würde.
In der folgenden Stunde – der Film erzählt diese Zeit nahezu in Echtzeit – sucht Kane Unterstützung. Jedoch lassen ihn Freunde, Amtsträger und sogar der Deputy im Stich. Im Saloon stellen sich einige Bürger offen gegen ihn. Auch die Kirche bietet keinen klaren Rückhalt.
Amy lehnt Gewalt aus religiösen Gründen ab. Dennoch bleibt Kane bei seiner Entscheidung, die Stadt zu verteidigen. Als die Uhr zwölf schlägt, trifft Miller ein. Die Straßen sind leer. Kane steht allein vier Männern gegenüber.
Im anschließenden Showdown tötet Kane zwei Banditen. Schließlich überwindet auch Amy ihre pazifistische Haltung und rettet ihrem Mann das Leben. Kane erschießt Miller.
Am Ende kehren die Bürger zurück und wollen feiern. Kane wirft jedoch verächtlich seinen Marshalstern in den Staub. Wortlos verlässt er mit Amy die Stadt.
🎭 Besetzung (Auswahl)
- Gary Cooper – Will Kane
- Grace Kelly – Amy Fowler Kane
- Ian MacDonald – Frank Miller
- Katy Jurado – Helen Ramirez
- Lloyd Bridges – Harvey Pell
🎥 Entstehung & Hintergrund
Das Drehbuch schrieb Carl Foreman. Allerdings geriet Foreman während der McCarthy-Ära ins Visier des „House Un-American Activities Committee“. Viele Filmhistoriker sehen deshalb im Werk eine politische Parabel über Zivilcourage und moralische Isolation.
Gedreht wurde überwiegend in Kalifornien, unter anderem in den Columbia Studios sowie in der Wüstenlandschaft rund um Los Angeles. Stilistisch verzichtete Zinnemann auf romantische Western-Panoramen. Stattdessen dominieren leere Straßen, enge Räume und die ständig präsente Uhr.
🎼 Musik – Die Ballade von High Noon
Die Filmmusik komponierte Dimitri Tiomkin. Der Titelsong „Do Not Forsake Me, Oh My Darlin’“ wurde von Tex Ritter gesungen.
Bemerkenswert ist , dass das Lied leitmotivisch durch den Film führt. Dadurch verstärkt es die emotionale Spannung und unterstreicht Kanes innere Zerrissenheit.
Musik (Die Ballade von High Noon)
Main Title (Do Not Forsake Me) (feat. Tex Ritter) (From "High Noon")
Main Title (Do Not Forsake Me) (feat. Tex Ritter) (From "High Noon") · Dimitri Tiomkin · Tex Ritter
The Alamo & High Noon (Original Motion ...Picture Soundtracks) (Bonus Track Version)
℗ 2016 Stage & Screen
Released on: 2016-04-08
Auto-generated by YouTube.Mehr anzeigen
🏆 Auszeichnungen
Der Film gewann vier Oscars:
- Bester Hauptdarsteller (Gary Cooper)
- Beste Filmmusik
- Bester Schnitt
Zudem erhielt er weitere Nominierungen und entwickelte sich zu einem der meistdiskutierten Western seiner Zeit.
🎥 Aufführung & Rezeption
Bei der Premiere wurde der Film kontrovers diskutiert. Während viele Kritiker die moralische Tiefe lobten, kritisierten andere das Fehlen klassischer Western-Heroik. Heute gilt High Noon als Meilenstein des Genres.
Regisseure wie Stanley Kubrick und Clint Eastwood nannten ihn später als wichtigen Einfluss.
✨ Fazit
Zwölf Uhr mittags ist weit mehr als ein Western. Vielmehr erzählt der Film eine zeitlose Geschichte über Mut, Verantwortung und gesellschaftliches Versagen. Gerade deshalb wirkt er auch über siebzig Jahre nach seiner Premiere modern.