Die Söhne der großen Bärin (DDR 1966) – Der Beginn einer Legende
Regie: Josef Mach
Drehbuch: Liselotte Welskopf-Henrich
Produktionsland/-jahr: DDR, 1966
Genre: Abenteuer / Western
Weitere Infos: Wikipedia
Handlung
Der Film spielt im Jahr 1874: Der Indianer Mattotaupa wird von dem weißen Verbrecher Red Fox ermordet, weil er das Versteck des Goldes nicht preisgeben will. Sein Sohn Tokei-ihto, gespielt von Gojko Mitić, wird zum Kriegshäuptling der Bärenbande und beginnt einen erbitterten Widerstand gegen die weißen Eindringlinge. Nach einem Verrat und längerer Gefangenschaft beschließt er, mit seinem Stamm nach Kanada zu fliehen – eine gefährliche Reise voller Konflikte und Prüfungen.
Literarische Vorlage
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Liselotte Welskopf-Henrich, einer Historikerin mit tiefem Verständnis für die Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner. Ihr Anspruch war es, die Indianer nicht als Klischee, sondern als Menschen mit Geschichte und Würde darzustellen – ein Ansatz, der den Film deutlich von westlichen Produktionen unterscheidet.
Produktionsnotizen
Gedreht wurde in Jugoslawien, mit tschechischer Regie und DEFA-Produktion. Der Film war der erste große Indianerfilm der DDR und legte den Grundstein für ein ganzes Genre. Die DEFA wollte damit ein Gegengewicht zu den Karl-May-Verfilmungen im Westen schaffen – mit Fokus auf Authentizität und historische Genauigkeit.
Kritiken
Die Kritiken sind gemischt: Manche empfinden den Film als etwas langatmig, andere loben den szenischen Aufwand und die starke Hauptfigur. Besonders hervorgehoben wird die Perspektive – hier sind die Indianer die Helden, nicht die Gegner. Das macht den Film auch heute noch sehenswert, gerade für Fans von alternativen Western-Erzählungen.
Mein Fazit als Filmfan
Die Söhne der großen Bärin ist mehr als nur ein Abenteuerfilm – er ist ein Stück DDR-Filmgeschichte und ein mutiger Versuch, dem Western-Genre eine neue Stimme zu geben. Als Fan von DEFA-Filmen und historischen Stoffen hat mich der Film berührt. Gojko Mitić als Tokei-ihto ist charismatisch und glaubwürdig, die Geschichte spannend und tragisch zugleich.
Wer sich für DDR-Kino interessiert oder einfach mal einen anderen Blick auf den Wilden Westen werfen will, sollte diesen Film unbedingt sehen. Für mich ist er ein Klassiker – nicht perfekt, aber mit Herz und Haltung.