🎬 Der erste Bryan-Edgar-Wallace-Film der CCC
Das Geheimnis der schwarzen Koffer (1962) ist für mich einer dieser Filme, bei denen sofort dieses ganz besondere 60er-Jahre-Krimi-Gefühl aufkommt. Unter der Regie von Werner Klingler entstand hier in West-Berlin ein stilvoller Schwarzweiß-Krimi, der auf dem Roman Der Tod packt seinen Koffer von Bryan Edgar Wallace basiert – also dem Sohn der berühmten Krimi-Legende.
Spannend finde ich vor allem, dass dieser Film den Auftakt zu insgesamt zehn Bryan-Edgar-Wallace-Verfilmungen bildet. Produzent Artur Brauner wollte damit ganz klar an den riesigen Erfolg der Rialto-Wallace-Reihe anknüpfen – und auch wenn die Filme etwas günstiger produziert waren, haben sie für mich ihren ganz eigenen Charme. Ein bisschen rauer, ein bisschen direkter – aber genau das macht sie so interessant.
Edgar Wallace Gesamtedition (1959–1972) – 33-DVD-Box
Wenn man einmal in diese Welt eintaucht, kommt man an der Edgar Wallace Gesamtedition eigentlich nicht vorbei. Die Box enthält alle 32 Filme der legendären Rialto-Reihe – und für Fans ist das wirklich pures Gold. Schon mit Der Frosch mit der Maske begann 1959 eine Ära, die das deutsche Kino nachhaltig geprägt hat.
Was ich an diesen Filmen liebe: diese einzigartige Mischung aus düsteren London-Kulissen, skurrilen Figuren, unvergesslichen Bösewichten und einem Augenzwinkern Humor. Dazu kommen Kult-Darsteller wie Joachim Fuchsberger, Heinz Drache, Klaus Kinski oder Eddi Arent – das ist einfach unverwechselbar.
Handlung (kurz)
Jeder Film erzählt seinen eigenen Kriminalfall – voller Geheimnisse, falscher Fährten und überraschender Wendungen. Scotland Yard ermittelt in Herrenhäusern, dunklen Gassen oder zwielichtigen Clubs. Genau diese Mischung aus Spannung und Atmosphäre macht für mich den Reiz der Reihe aus.
Genre
Kriminalfilm, Thriller, Mystery – und ganz klar Kultkino der 60er.
Kritiken
Was immer wieder hervorgehoben wird – und was ich absolut nachvollziehen kann – ist die stilvolle Schwarzweiß-Optik und diese typische Wallace-Atmosphäre. Besonders stark finde ich:
– die prägnante Inszenierung (vor allem bei Alfred Vohrer)
– die ikonischen Schurken
– die Musik von Peter Thomas
– dieses „London-Gefühl“, obwohl vieles in Deutschland gedreht wurde
Heute sind die Filme für mich ganz klar Kult – und ein wichtiger Teil deutscher Filmgeschichte.
Auszeichnungen
Auch wenn große Preise damals eher selten waren, hat die Reihe im Nachhinein einen enormen Stellenwert bekommen. Sie gilt für viele als:
– die wichtigste deutsche Krimireihe der Nachkriegszeit
– prägend für spätere TV-Krimis
– Inspiration für Parodien wie Der Wixxer
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🎭 Besetzung
Der Film bringt eine richtig schöne Mischung bekannter Gesichter der frühen 60er auf die Leinwand:
- Joachim Hansen – Inspektor Robert Finch
- Senta Berger – Susan Brown
- Hans Reiser – Humphrey Curtis
- Leonard Steckel – Dr. Daniel Bransby
- Chris Howland – Arnold Wickerley
- Helga Sommerfeld – Lissy
- Stanislav Ledinek – Mr. Kudernacz
- Elfriede Irrall – Diana
- Zeev Berlinsky – Tom Garnett
- Kurt Waitzmann – Boss der Soho-Bar
- Harry Tagore – Mr. Beach
- Hans W. Hamacher – Sergeant Cannings
- Heinrich Gies – Chefinspektor Ellison
- Gerhard Hartig – Mr. Forester
- Peter Carsten – Bettler Ponko
Gerade Senta Berger sticht für mich heraus – man merkt hier schon, dass sie auf dem Sprung zu einer großen Karriere ist. Und Chris Howland bringt genau den Humor rein, den man bei solchen Filmen einfach erwartet.
📝 Kritiken
Zeitgenössische Reaktionen
- Die Grundidee mit den schwarzen Koffern wurde als spannend empfunden.
- Die Nähe zu den klassischen Wallace-Filmen war deutlich spürbar.
- Senta Berger wurde als frischer neuer Star wahrgenommen.
Spätere Bewertungen
Aus heutiger Sicht sehe ich den Film als soliden, vielleicht etwas unterschätzten Beitrag der Krimiwelle:
- Weniger visuell verspielt als die Rialto-Filme
- Dafür klarer und klassischer erzählt
- Überraschend düstere Momente
- Starke 60er-Jahre-Atmosphäre
🎬 Besonderheiten
- Der Film markiert den Start der Bryan-Edgar-Wallace-Reihe.
- Gedreht wurde in West-Berlin – viele Sets erkennt man später wieder.
- Der Messerwerfer gehört für mich zu den einprägsamsten Killern dieser Reihe.
- Stilistisch eher klassischer Krimi als überdrehter Thriller.
- Senta Berger stand hier noch ganz am Anfang ihrer großen Karriere.
🎯 Fazit
Für mich ist Das Geheimnis der schwarzen Koffer ein richtig schöner Vertreter des deutschen Schwarzweiß-Krimis. Vielleicht nicht ganz so ikonisch wie die großen Wallace-Highlights – aber genau deshalb spannend. Der Film wirkt bodenständiger, direkter und hat trotzdem diese typische Mischung aus Mystery, Mord und britischem Flair.
Wenn man die 60er-Krimis mag, sollte man hier definitiv reinschauen. Es ist nicht nur ein solider Film, sondern auch ein wichtiger Startpunkt einer eigenen kleinen Krimi-Reihe.