đŹ Der zehnte Tag (1971/1973) â Ein ungewöhnlicher Psycho-Thriller, der hĂ€ngen bleibt
Der zehnte Tag (Original: La DĂ©cade prodigieuse) ist fĂŒr mich so ein Film, den man eher zufĂ€llig entdeckt â und dann nicht so schnell wieder vergisst. Regie fĂŒhrte Claude Chabrol, und allein die Besetzung mit Orson Welles, Anthony Perkins und Michel Piccoli macht neugierig.
Was man hier bekommt, ist kein klassischer Thriller, sondern eher ein dĂŒsteres, fast schon verstörendes Psychodrama mit Mystery-Elementen. Genau das macht den Film irgendwie besonders.
đ”ïž Handlung
Die Geschichte startet direkt ziemlich intensiv: Charles Van Horn (Anthony Perkins) wacht in einem Hotelzimmer auf â blutverschmiert und ohne Erinnerung daran, was passiert ist. Allein diese Ausgangssituation hat mich sofort gepackt.
Verzweifelt sucht er Hilfe bei seinem frĂŒheren Professor Paul RĂ©gis (Michel Piccoli). Gemeinsam fahren sie zum abgelegenen Anwesen der Familie Van Horn â und ab da wird es zunehmend unangenehm.
Dort lebt sein Vater (Orson Welles), eine extrem dominante und einschĂŒchternde Figur, zusammen mit seiner jungen Frau. Und ganz ehrlich: In diesem Haus stimmt von Anfang an etwas nicht.
Je lĂ€nger die Figuren dort bleiben, desto mehr entfaltet sich ein Netz aus Manipulation, Eifersucht und psychischem Druck. Alles wirkt kontrolliert â und gleichzeitig völlig aus dem Gleichgewicht.
đŹ AtmosphĂ€re & Inszenierung
Was ich an dem Film besonders spannend finde, ist die AtmosphĂ€re. Das Ganze fĂŒhlt sich oft fast klaustrophobisch an, obwohl viele Szenen in groĂen RĂ€umen spielen.
- dĂŒstere, elegante SchauplĂ€tze
- eine ruhige, aber permanente Spannung
- eine Inszenierung, die mehr andeutet als erklÀrt
Die Kameraarbeit verstĂ€rkt dieses GefĂŒhl noch â man hat stĂ€ndig das GefĂŒhl, dass unter der OberflĂ€che etwas brodelt.
Im Zeichen des Bösen (Touch of Evil)
Wenn man Orson Welles mag, kommt man an Touch of Evil eigentlich nicht vorbei. FĂŒr mich einer der intensivsten Noir-Filme ĂŒberhaupt â dĂŒster, kompromisslos und visuell extrem stark.
Welles spielt hier eine seiner ikonischsten Rollen, und man merkt sofort, wie viel Einfluss er auf die Inszenierung hatte.
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đ Cast â das groĂe Plus des Films
Was Der zehnte Tag wirklich trÀgt, ist das Schauspiel:
- Anthony Perkins bringt diese Unsicherheit und innere Zerrissenheit perfekt rĂŒber
- Michel Piccoli wirkt ruhig, kontrolliert â aber nie wirklich vertrauenswĂŒrdig
- Orson Welles dominiert jede Szene, in der er auftaucht
Gerade Welles sorgt dafĂŒr, dass man sich als Zuschauer nie wirklich sicher fĂŒhlt.
â Mein Eindruck
Ich verstehe total, warum der Film gemischte Kritiken bekommen hat. Er ist langsam, teilweise sperrig und erklÀrt nicht alles sofort.
Aber genau das macht fĂŒr mich auch den Reiz aus.
Das Ganze fĂŒhlt sich eher wie ein psychologisches Puzzle an als wie ein klassischer Thriller. Man muss sich drauf einlassen â dann funktioniert er richtig gut.
đïž Fazit
Der zehnte Tag ist definitiv kein Film fĂŒr nebenbei. Aber wenn man Lust auf einen ungewöhnlichen, atmosphĂ€rischen Psycho-Thriller hat, ist er absolut einen Blick wert.
Vor allem Fans von alten europÀischen Filmen und starken Schauspielern kommen hier auf ihre Kosten.
Kein einfacher Film â aber genau deshalb interessant.