Die Feuerzangenbowle
Die Feuerzangenbowle aus dem Jahr 1944 ist eine der hinreißendsten Verfilmungen der deutschen Filmgeschichte und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl. Produziert von der legendären UFA und unter der Regie von Helmut Weiß liebevoll inszeniert, hat sich dieser Film längst einen festen Platz im kulturellen Gedächtnis gesichert.
Allen voran brilliert Heinz Rühmann in der Rolle des Dr. Johannes Pfeiffer – ein erfolgreicher Schriftsteller, der feststellt, dass ihm in seiner Jugend etwas Entscheidendes gefehlt hat: das ganz normale Schulleben. Kurzerhand beschließt er, dieses Versäumnis nachzuholen, und kehrt inkognito zurück auf die Schulbank.
Was folgt, ist eine Kette herrlich komischer Situationen, frecher Streiche und unvergesslicher Dialoge. Gemeinsam mit seinen Mitschülern stellt Pfeiffer den Schulalltag gehörig auf den Kopf und führt Lehrer wie Zuschauer gleichermaßen an der Nase herum. Mit feinem Humor, Charme und einer liebevollen Ironie erzählt Die Feuerzangenbowle von Autorität, Freundschaft und der Freude am Regelbruch. Bis heute begeistert diese zeitlose Komödie Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern – nicht zuletzt durch ihre kultigen Zitate und ihre nostalgische Atmosphäre. Wer in die Welt der klassischen UFA-Filme eintauchen möchte, kommt an dieser cineastischen Perle nicht vorbei. Ein Film, der wärmt wie eine echte Feuerzangenbowle: süffig, herzlich und unvergessen.
Kritiken
Bis in die Prinzipien der Montage, in Kostüme und Kulissen hinein, vermittelt der Film das Glück einer emotionalen Rückwärtsbewegung, eines befreienden Verschwindens. Er entwirft eine Strategie des Vergessens, der sich niemand vollständig entziehen kann; sie schafft Distanz sowohl zur historischen Realität als auch zu den tatsächlichen Erfahrungen der Institution Schule – ebenso wie zu jenem Ärger, den wir vielleicht noch heute Morgen im Büro verspürten.
– epd film 3/94
Eine nach wie vor vergnügliche Verfilmung von Heinrich Spoerls humoristischem Roman, unterstützt von namhaften Komiker-Kollegen, in der Rühmann sich von seiner liebenswürdigsten komödiantischen Seite zeigt.
– Lexikon des internationalen Films „Die Feuerzangenbowle“ zählt zu den ambivalenten Filmen der Spätphase des Nationalsozialismus, die zugleich dem Regime dienen und doch über dessen Ende hinausweisen wollen. Sie sind durchzogen von offenen wie unterschwelligen Nazi-Ideologemen, tragen jedoch auch eine Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung in sich – eine Sehnsucht, die bereits mit der Verdrängung der Schuld beginnt, noch während diese fortbesteht.“
– epd Film, März 1994, Georg Seeßlen