Nicht ohne meine Tochter ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1991 (KI Bild)
„Nicht ohne meine Tochter“ ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1991, das auf dem 1987 veröffentlichten autobiografischen Bericht von Betty Mahmoody basiert. In diesem Werk schildert die Autorin gemeinsam mit William Hoffer eindringlich ihre Ehe mit einem iranischen Ehemann sowie die dramatische Flucht aus der Islamischen Republik Iran. Die Geschichte beschreibt die schwierigen Lebensumstände, die kulturellen Konflikte und die Gefahren, denen sie und ihre Tochter ausgesetzt waren, bis es ihnen schließlich gelang, sich aus der Kontrolle ihres Mannes zu befreien und in ihre Heimat zurückzukehren.
Die Handlung
Die US-Amerikanerin Betty Lover heiratet den iranischen Arzt Sayyed Bozorg Mahmoody, der Moody genannt wird. Mit ihm bekommt sie eine Tochter, die sie Mahtob (Persisch: „Mondschein“) nennt, weil Mahtob in einer Vollmondnacht geboren wurde.
Trotz Bettys Einwänden reist die Familie in den Iran, um Moodys Angehörige in Teheran zu besuchen. Ursprünglich ist ein zweiwöchiger Aufenthalt geplant. Moody, der seine Kündigung in einem US-amerikanischen Krankenhaus verschwiegen hat, erklärt jedoch, dass er und die Familie dauerhaft im Land seiner Vorfahren leben werden. Er fordert von Betty Gehorsam und setzt diesen mit Gewalt durch. Um den Anschein zu erwecken, sie habe sich ebenfalls für ein Leben im Iran entschieden, unterwirft sich Betty scheinbar seiner Autorität.
Gleichzeitig sucht sie heimlich Unterstützung, etwa bei der Schweizer Botschaft, die damals die Interessen der USA gegenüber der iranischen Regierung vertritt, sowie bei Freunden. Zwar erfährt sie viel Mitgefühl und Hilfe, doch reicht diese zunächst nicht aus, um eine Ausreise zu ermöglichen.
Betty fällt es schwer, sich an die Gepflogenheiten des Landes anzupassen. Als US-Amerikanerin wird sie im Iran als Symbol der verhassten USA wahrgenommen, was ihre Situation zusätzlich erschwert. Moody misshandelt sie häufig. 18 Monate nach ihrer Ankunft im Iran gelingt ihr gemeinsam mit Mahtob die Flucht. Mit Unterstützung von Außenstehenden und unter Lebensgefahr überquert sie das Zāgros-Gebirge im Nordwesten des Landes und erreicht die Türkei. Von dort aus reist sie mit ihrer Tochter in die USA zurück.
Die Kritiken über dessen Film
Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 11. Januar 1991, dass der Film zwar die Gefühle anspreche, aber problematische ethische und rassistische Aussagen beinhalte.
Das negative Bild der Muslime erscheine kurz vor einem möglichen Krieg im Nahen Osten. Ebert stellte weiterhin fest, dass, wenn der Film eine andere ethnische Gruppe so beschriebe, er in den USA als rassistisch gebrandmarkt würde. Ebert lobte die Dramaturgie des Films und die Darstellungen, besonders jene von Sally Field.
Caryn James schrieb in der New York Times in einer Filmkritik, der Film nutze stereotype Darstellungen des „dämonischen Iraners“ aus, was einen wesentlichen künstlerischen Fehler darstelle. Moody sei, so James, ein „reines Produkt seiner Kultur, ein frauenfeindlicher, mysteriöser Orientale“, und Fanatismus sei als Wesenszug der Iraner dargestellt.
In einer Rezension der Los Angeles Times wurde der Film als „einseitig und verdreht“ bezeichnet und kritisiert, er könne „nicht zwischen dem iranischen Staat und dem iranischen Volk unterscheiden“.
Austrahlung
Der Film sollte 1998 sowohl im französischen als auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Daraufhin drohte die iranische Nationalmannschaft mit einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 1998. Während der Film in Frankreich gesendet wurde, verzichtete der deutsche Privatsender VOX auf die geplante Ausstrahlung, da offiziell „eine Gefährdung der Mitarbeiter nicht ausgeschlossen werden“ könne.