Im Zwielicht (1997) – Noir-Stimmung mit leisen Zwischentönen
Als Filmfan mit einer Schwäche für düstere Thriller bin ich immer wieder überrascht, wie viele starke Filme der 90er unter dem Radar laufen. „Im Zwielicht“ gehört definitiv dazu. Kein lauter Blockbuster, sondern ein ruhiger, stilvoller Neo-Noir, der mehr auf Atmosphäre als auf Action setzt.
Handlung
Harry Ross war einmal Polizist, dann Privatdetektiv – und nach einem schweren Schicksalsschlag auch Alkoholiker. Der Tod seiner Tochter hat ihn aus der Bahn geworfen, seine Ehe zerbrach. Heute lebt er zurückgezogen und arbeitet gelegentlich für seine Freunde Jack und Catherine Ames, ein berühmtes Schauspielerpaar.
Als deren 17-jährige Tochter Mel mit ihrem Freund Jeff nach Mexiko durchbrennt, wird Harry beauftragt, sie zurückzuholen. In Puerto Vallarta spürt er sie schließlich auf – doch die Situation eskaliert schnell. Beim Versuch zu fliehen, kommt es zu einem Handgemenge, ein Schuss fällt – und damit beginnt eine Kette von Ereignissen, die Harry tiefer in ein Netz aus Lügen, Schuld und Verrat zieht.
Film in voller Länge
Kritik
Die Kritiken zu „Im Zwielicht“ fallen gemischt, aber interessant aus. Laut Rotten Tomatoes erreicht der Film solide 61 %, während er auf IMDb bei 6,2/10 liegt.
Der Spiegel bezeichnete ihn als „wunderbaren Thriller“, was vor allem auf die dichte Atmosphäre und die klassische Noir-Erzählweise zurückzuführen ist. Auch auf Plattformen wie Moviepilot wird besonders die ruhige Inszenierung und die moralische Ambivalenz der Figuren hervorgehoben.
Gleichzeitig wird kritisiert, dass der Film stellenweise sehr langsam ist und nicht den Nerv eines breiten Publikums trifft. Wer jedoch Charakterstudien und subtile Spannung mag, wird hier definitiv fündig.
Auszeichnungen
Große Preise konnte der Film zwar nicht abräumen, dennoch gilt er unter Kennern als stilistisch gelungener Beitrag zum Neo-Noir-Genre der 90er Jahre.
Fazit
„Im Zwielicht“ ist kein Film für den schnellen Adrenalinkick – sondern für einen ruhigen, nachdenklichen Filmabend. Er lebt von seiner melancholischen Stimmung, starken Figuren und einer Geschichte, die sich langsam entfaltet.
Für mich als Blogger und Filmfan ist er ein echter Geheimtipp: nicht perfekt, aber gerade deshalb so interessant. Wer Filme wie klassische Noir-Thriller liebt und sich auf eine ruhig erzählte Geschichte einlassen kann, sollte ihm definitiv eine Chance geben.